Vulkan Masaya: Deutlicher Anstieg der Erdbebenaktivität

Erhöhte seismische Aktivität am Vulkan Masaya: Behörden mahnen zur Wachsamkeit

Am Vulkan Masaya in Nicaragua ist es zu einem deutlichen Anstieg der seismischen Aktivität gekommen. Wie das nicaraguanische Institut für Territorialstudien (INETER) mitteilte, registrierten die Messstationen am Morgen des 3. Februar einen Wert von rund 1.000 Einheiten auf der RSAM-Skala. Die Behörden riefen daraufhin die Bevölkerung in 293 umliegenden Gemeinden dazu auf, aufmerksam zu bleiben und offizielle Hinweise zu befolgen.




Lavasee (Archivbild)

Die sogenannte RSAM-Skala (Real-time Seismic Amplitude Measurement) misst die durchschnittliche Stärke seismischer Schwingungen in Echtzeit. Anders als bekannte Erdbebenskalen gibt RSAM keine Auskunft über die Magnitude einzelner Beben, sondern zeigt an, wie viel seismische Energie über einen bestimmten Zeitraum freigesetzt wird. Hohe Werte deuten auf verstärkte Bewegungen im Untergrund hin, wie sie durch aufsteigendes Magma oder intensive Gaszirkulation im Vulkansystem verursacht werden. Ein Wert von 1.000 gilt als deutlich erhöht, bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass ein Ausbruch unmittelbar bevorsteht.

Seismologen von INETER erklären, dass die aktuelle Aktivität auf magmatische Prozesse im Inneren des Kraters hindeuten könnte. Solange der RSAM-Wert jedoch nicht weiter ansteigt oder von anderen Warnsignalen wie starker Bodendeformation oder massiven Ascheemissionen begleitet wird, schließen sie größere Eruptionen vorerst aus.

Der Masaya-Vulkan zählt seit Jahren zu den aktivsten Feuerbergen Mittelamerikas. Bereits seit 2015 befindet er sich in einem nahezu dauerhaften Aktivitätszustand: Über Jahre hinweg brodelte ein kleiner Lavasee in seinem Krater. Zusätzlich wurden starke Entgasung und Asche-Emissionen beobachtet, begleitet von häufigen Tremorphasen. In den vergangenen Monaten verzeichneten die Überwachungsbehörden wiederholt Schwankungen der seismischen Werte und der Schwefeldioxid-Emissionen, ohne dass es zu einer größeren Eruption kam.

Der Masaya-Vulkankomplex liegt in unmittelbarer Nähe mehrerer Ortschaften und unweit der Hauptstadt Nicaraguas. Stärkere Eruptionen könnten den dortigen internationalen Flughafen stören. Trotz der aktuellen Lage bleibt der Nationalpark Masaya für Besucher geöffnet, allerdings nur zeitlich begrenzt und unter strenger Aufsicht. Die Behörden überwachen die Situation engmaschig und rufen Bevölkerung wie Touristen gleichermaßen zu Umsicht und Vorsicht auf.