Vulkanausbruch am Popocatépetl erzeugt größere Aschewolke

Popocatépetl stößt größere Aschewolke aus – Behörden warnen weiter vor Annäherung an den Vulkan

Der mexikanische Vulkan Popocatépetl hat am Donnerstag erneut eine Aschewolke ausgestoßen. Livecam-Aufnahmen dokumentieren, dass sie deutlich größer war als üblich. Im Widerspruch dazu weisen die Angaben des Washington Volcanic Ash Advisory Center (VAAC) von 14:11 UTC lediglich eine diskrete Emission vulkanischer Asche aus, die sich in südöstliche Richtung bewegte. Die Aschewolke erreichte laut VAAC eine Höhe von 5,8 Kilometern über dem Meeresspiegel und driftete mit etwa 19 km/h nach Südosten.

Satellitendaten von GOES-19, Webkameraaufnahmen sowie meteorologische Modellrechnungen bestätigten die Emission. Dem VAAC zufolge erstreckte sich die Aschewolke wenige Minuten nach dem Ereignis über den südöstlichen Bereich des Vulkans. In sozialen Medien geteilte Augenzeugenberichte und Bilder deuten jedoch darauf hin, dass die Aschewolke deutlich höher aufstieg und eine hohe Dichte aufwies. In der Stadt Heroica Puebla de Zaragoza, die gut 45 Kilometer westlich des Vulkans liegt, entstanden Aufnahmen der markanten Eruptionswolke. Diese stieg offenbar mindestens 2500 Meter über Kraterhöhe auf und nicht lediglich 400 Meter, wie es der offizielle Bericht nahelegt. die breite Basis der Aschewolke deutet darauf hin, dass der Gipfelbereich von einem Dichtestrom eingehüllt wurde. Möglicherweise blies die Explosion den Lavadom am Kraterboden zumindest teilweise aus.

Der lokale Beobachter René Ochoa veröffentlichte Bilder der Aschewolke und bezeichnete sie als „schockierend“. Dies verdeutlicht, dass das Ereignis zumindest nicht alltäglich war.

Größere Auswirkungen auf internationale Luftverkehrsrouten wurden bislang nicht gemeldet. Dennoch beobachten die Luftfahrtbehörden die Entwicklung aufmerksam, da selbst kleinere Aschewolken eine Gefahr für Flugzeuge darstellen können.

Die für die Vulkanbeobachtung zuständige Behörde CENAPRED bestätigte am Donnerstag, dass die Warnstufe weiterhin auf „Gelb Phase 2“ verbleibt. Diese Stufe signalisiert eine erhöhte vulkanische Aktivität mit möglichen kleineren bis moderaten Explosionen, Ascheemissionen und dem Auswurf glühender Gesteinsfragmente. Die Sperrzone rund um den Gipfel bleibt auf einen Radius von 12 Kilometern festgelegt.

In den vergangenen 24 Stunden registrierten die Vulkanologen 230 Exhalationen von Asche-Dampf-Wolken sowie insgesamt 246 Minuten anhaltender Emissionsphasen. Länger anhaltender Tremor wurde offenbar nicht gemeldet. Obwohl auch die Vulkanologen Aufnahmen der Aschewolke veröffentlichten, wird in ihrem täglichen Update nicht näher auf das Ereignis eingegangen. Ein explosiver Vulkanausbruch fand keine ausdrückliche Erwähnung.

Zudem warnen die Behörden bei starken Niederschlägen vor der Gefahr von Schlamm- und Gerölllawinen (Laharen) in den Schluchten an den Flanken des Vulkans. Solche Ströme können vulkanisches Material mobilisieren und in tiefer gelegene Gebiete transportieren.