Zweite hydrothermale Eruption im Black-Diamond-Pool des Biscuit-Geyser-Basins im Yellowstone – stärker als die vorherige
Mit einem Abstand von gut 27 Stunden zur ersten hydrothermalen Explosion im Black-Diamond-Pool des Biscuit-Geyser-Basins folgte eine zweite. Diese ereignete sich am 29. April um 12:27 Uhr (Ortszeit) und war noch stärker als die erste Explosion. Die kürzlich vom USGS veröffentlichten Aufnahmen dokumentieren die Eruption, die streng genommen aus zwei kurz aufeinanderfolgenden Explosionen bestand. Dabei verstärkte die erste die zweite, sodass Schlamm, Gesteinsbrocken und Dampf deutlich höher und weiter ausgeworfen wurden als am Vortag. Im Video sind zudem deutlich faustgroße Gesteinsbrocken zu erkennen, die meterhoch in die Luft geschleudert wurden.
Der Black-Diamond-Pool misst entlang seiner Längsterstreckung geschätzte 15 bis 20 Meter. Die fast bis zum Beckenrand ausgeworfenen Gesteinsbrocken verdeutlichen, wie gefährlich plötzlich auftretende hydrothermale Explosionen sein können – insbesondere, wenn sie sich spontan in öffentlich zugänglichen Thermalgebieten ereignen. Entsprechendes geschah ohne Vorwarnung im Juli 2024, als es zur ersten Explosion im Black-Diamond-Pool kam. Bis zu diesem Zeitpunkt war das Becken relativ unauffällig, obgleich es Berichte von kleineren Explosionen aus den Jahren 2006 und 2016 gibt. Wie Dutzende, ja sogar Hunderte vergleichbare Becken war der Black-Diamond-Pool zwar thermisch aktiv und zeigte Entgasungen, die das Wasser zum Blubbern brachten, jedoch ohne regelmäßige geysirartige Fontänen zu erzeugen.
Möglicherweise verstopfen Silikatablagerungen unterirdische Poren und Fumarolen, sodass Gase nicht mehr entweichen können, sondern sich im Untergrund ansammeln. Wird der Druck zu groß, sprengen sich die Gase schließlich ihren Weg frei. Dieses Modell erklärt zwar die erste Eruption, doch die folgenden Ereignisse deuten auf eine Veränderung im hydrothermalen System des Biscuit-Geyser-Basins hin.
Der unterirdische Gas- und Wärmefluss ist innerhalb der Caldera nicht gleichmäßig verteilt, sondern unterliegt einer dynamischen Entwicklung, bei der es zu unvorhersehbaren Umlagerungen kommen kann. Letztlich ist auch nicht auszuschließen, dass sich in wenigen Kilometern Tiefe unter dem Biscuit-Geyser-Basin eine Magmatasche gebildet hat, die die geothermale Aktivität zusätzlich befeuert. Geophysikalische Hinweise auf so einen Prozesse -wie etwa erhöhte Seismizität oder Bodenhebung- gab es aber nicht.
