Neue hydrothermale Eruption im Yellowstone – Weitere Öffnungen entstanden nahe des Black-Diamond-Pools
Knapp zwei Jahre nach der spektakulären hydrothermalen Explosion am Black-Diamond-Pool im Biscuit Basin hat sich das Gebiet im Yellowstone-Nationalpark ein weiteres Mal verändert. Wie erst jetzt vom USGS bekannt gegeben wurde, registrierten am frühen Morgen des 13. Juni 2026 Messstationen ungewöhnliche seismische Signale und Infraschallwellen. Auf Livecam-Aufnahmen wurde eine kleine hydrothermale Explosion gesichtet. Sie schuf mehrere neue Öffnungen und Risse im Boden nördlich des Pools und spülte große Mengen sedimentreichen Wassers in den Firehole River, der sich daraufhin eintrübte.

Die Aktivität begann um 5:09 Uhr Ortszeit. Zunächst vermuteten Wissenschaftler, dass der Black-Diamond-Pool selbst erneut ausgebrochen sein könnte. Temperaturdaten widersprachen jedoch dieser Annahme. Stattdessen zeichnete eine Überwachungskamera eine dunkle Dampffontäne auf, die einige Dutzend Meter nördlich des Pools aus dem Boden schoss.
Bei Untersuchungen vor Ort entdeckten Geologen drei neu entstandene Ventgruppen. Sie markieren Stellen, an denen nahezu kochendes Wasser aus dem Untergrund plötzlich einen Weg an die Oberfläche fand. Der abrupte Druckabfall ließ das Wasser schlagartig zu Dampf expandieren und löste die Explosion aus.
Die stärkste Veränderung zeigte sich an der nördlichen Ventgruppe. Dort entstand eine rund 18,5 Meter lange und bis zu 1,5 Meter breite Spalte, die mit etwa 90 Grad Celsius heißem Wasser gefüllt war. Überall lagen ausgeworfene Gesteinsbrocken, die jedoch nur wenige Meter weit geschleudert wurden – ein Hinweis auf die vergleichsweise geringe Explosionskraft. Die Eruption vom Juli 2024 war deutlich heftiger.
Noch bemerkenswerter war die Entwicklung in den Tagen danach. Zwischen dem 14. und 16. Juni kollabierte der Untergrund nahe der mittleren Ventgruppe und bildete einen neuen, etwa 6,5 mal 5,3 Meter großen Pool mit grauem, stark siedendem Wasser. Das Becken entstand an einer Stelle, die Geologen kurz zuvor noch zu Fuß betreten hatten. Das verdeutlicht, wie instabil der Untergrund in den Thermalgebieten des Yellowstones sein kann.
Am 18. Juni beobachteten Kameras bereits erste Ausbruchsphasen. Dabei schoss Wasser zeitweise sechs bis neun Meter hoch in die Luft. Außerhalb dieser Episoden brodelte der Pool intensiv weiter.
Die neue Eruption verdeutlicht einmal mehr die Dynamik der hydrothermalen Systeme Yellowstones. Obwohl kein Zusammenhang mit aufsteigendem Magma besteht, bleibt das Gebiet rund um den Black-Diamond-Pool eine der aktivsten und unberechenbarsten Thermalzonen des Nationalparks.
