
Mutnovsky ist einer der aktivsten Vulkane im Süden der sibirischen Halbinsel
Kamtschatka. Der Vulkan ist vergleichsweise leicht zu erreichen und liegt 70 Kilometer südlich von Petropawlowsk Eine Trasse mit Hochspannungsleitungen führt von der Stadt direkt zum Vulkan, an dessen Fuße sich ein kleines Geothermalkraftwerk befindet. Dieses wurde 1997 errichtet und versorgt die Hauptstadt der Halbinsel mit Strom.
In Kamtschatka gibt es ca. 70 Vulkane, von denen 21 als aktiv eingestuft werden. Obwohl es auf Kamtschatka so viele Vulkane gibt, sind viele schlecht erforscht. Das liegt an der geringen Bevölkerungsdichte und daran, dass die meisten Feuerberge Kamtschatkas schwer erreichbar sind. Selbst für den Mutnovsky sind allgemein zugängliche Daten dünn gesät.
Der Mutnovsky liegt in einer Caldera mit einem Durchmesser von 9 Kilometern. Es handelt sich um einen Komplexvulkan, der aus 4 Stratovulkanen besteht, die sich überlappen. Entsprechend komplex ist sein Gipfel aufgebaut. Der höchste Punkt ist 2322 m hoch. Er überragt den 3 x 1,5 km durchmessenden Hauptkrater, in dem sich multiple kleinere Krater befinden. Den Hauptkrater halte ich eher für eine Hangrutsch-Caldera. Dass der Krater in seiner heutigen Form durch explosive Vulkanausbrüche modelliert wurde, finde ich weniger wahrscheinlich. Für diese Theorie spricht auch der Gletscher, der einen Großteil der Hohlform einnimmt und sicherlich zur Formung der Hohlform beigetragen hat. Am Rand des Gletschers gibt es ein Thermalgebiet mit zahlreichen Fumarolen, Schlammtöpfen und heißen Quellen. Hier herrscht Einbruchgefahr. Es sollen schon mehrere Menschen durch eine dünne Kruste gebrochen sein, die kochende Quellen bedeckte. Von einem Studenten wurden angeblich nur noch Knochenreste geborgen.
Bilder vom Mutnovsky
Mutnovsky ist ein Komplexvulkan.

Der Krater ist vergletschert.

In einem der Krater dampfen Fumarolen.
Ein Fluss entwässert den Gletscher und hat einen tiefen Canyon in das Vulkangestein geschnitten. Dieses besteht aus einer breiten Bandbreite von Laven, deren Zusammensetzung von Basalt bis andesitischem Dacit reicht Der Boden der Hohlform ist stark erodiert und zahlreiche Hangrutschungen verändern die Morphologie der Depression ständig. Gut 150 Höhenmeter oberhalb des Thermalfeldes befindet sich ein Explosionskrater mit weiteren Fumarolen. In einem weiteren Krater bildete sich ein Gletschersee.
Im Holozän zeichnete sich die Aktivität des Mutnovskys durch eine Serie phreatischer Eruptionen aus, zu der auch einige phreatomagmatische Explosionen zählen. Im Zeitraum 1945 ‐ 1952 gab es eine Serie von Ascheeruptionen, ein weiterer Ausbruch ereignete sich 1960.
Die jüngsten Ausbrüche des Mutnovsky
In den Jahren 2000, 2013 und 2026 ereigneten sich phreatische bis Phreatomagmatische Explosionen.Ob es Zufall oder ein Muster ist, dass alle 13 Jahre eine Explosion erfolgte ist unklar. Zwischen den Ausbrüchen zeigte der Mutnovsky weiterhin ausgeprägte hydrothermale Aktivität. Die Zeit ist auch auf Kamtschatka nicht stehengeblieben und der Vulkan wird seit einigen Jahren genau beobachtet. So wurde nach der lettzen Eruption vom 2. Juli 2026 bekannt, dass bereits 2 Jahre zuvor eine erhöhte Seismizität festgestellt wurde. Der Ausbruch vom Am 2. Juli 2026 dauerte etwa 3 Minuten und förderte eine Aschewolke bis auf 4 Kilometer Höhe.
Der Mutnovsky gehört zu den touristisch am besten erschlossenen Vulkanen Kamtschatkas und wird auch häufig von Besuchern frequentiert. Trotzdem ist das finale Pistenstück im schlechten Zustand und nur mit Allradantrieb befahrbar. Vom Endpunkt der Piste läuft man ca. 45 Minuten bis in den Krater. Der Pfad ist sehr rutschig und führt stellenweise durch Schlamm und über Eisreste. Wanderstöcke können eine sinnvolle Hilfe sein. Am Fuße des Vulkans liegen 2 Eisfelder, in denen es wunderbare Eishöhlen gibt.
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