Der Vulkan Mayon liegt auf der philippinischen Insel Luzon, nur etwa 200 km von der Hauptstadt Manila entfernt. An seinem Fuß liegen zahlreiche Dörfer und Gemeinden. Größte Stadt ist Legazpi City mit gut 180.000 Einwohnern.
Der Mayon weist die klassische Form eines symmetrischen Stratovulkans auf und ist 2462 Meter hoch. Der Krater an seinem Gipfel ist mit einem Durchmesser von gut 200 m vergleichsweise klein. Typisch für das Ausbruchsverhalten des Mayons sind das Wachstum eines Lavadomes und die Generierung von pyroklastischen Strömen. Eine weitere Gefahr geht von Lahare aus, die besonders in der Regenzeit nach vulcanischen Eruptionen entstehen, bei denen sich viel Asche auf den Flanken ablagerte. Teilweise kommen auch strombolianische Eruptionen und effusive Eruptionen mit zähflüssigen Aa-Lavaströmen vor.
Der Mayon ist ein Subduktionszonen-Vulkan und liegt nahe an der Grenze zwischen der Philippinischen Platte und der des Eurasischen Kontinents. Überwiegend fördern die Vulkanausbrüche des Mayons andesitischen Basalt und kaliumreiche Andesite, es sind aber auch wenig differenzierte Basalte gefördert worden. Welche Magma-Art gerade im Fördersystem des Mayon aufsteigt ist endscheidend für das Ausbruchsverhalten des Vulkans. Besonders explosive Eruptionen entstehen in dem Fall, dass sich 2 verschiedene Magma-Arten mischen.
Seit Landnahme der Philippinen durch die Spanier vor gut 400 Jahren wurden über 50 Eruptionen am Mayon registriert. Die meisten Todesopfer waren im Anschluss der Eruptionen von 1814 und 1875 zu beklagen. Monsunregen mobilisierte die Ascheablagerungen an den Flanken des Vulkans und ließ Lahare entstehen. Die Schlammströme töteten insgesamt 3200 Menschen.
Im Jahr 1897 starben 350 Menschen infolge von Pyroklastischen Strömen.
Während des 20. Jahrhundert ereigneten sich starke Eruptionen in den Jahren 1928, 1968, 1984 und 1993. Bei letztgenanntem Ausbruch starben 75 Menschen in Pyroklastischen Strömen und mehr als 100 Personen wurden verletzt.
Die jüngsten Vulkanausbrüche manifestierten sich am Mayon in den Jahren 2006 und 2009. Im August 2006 wurden mehr als 30.000 Menschen in Sicherheit gebracht, aber erst nachdem Entwarnung gegeben wurde und die meisten Menschen wieder in ihre Dörfer zurückgekehrt waren kam es zur Katastrophe. Am 30. November zog der Tropensturm Durian über die Philippinen und starke Regenfälle lösten abermals Lahare aus. Sie verschütteten mehrere Dörfer, wobei fast 1000 Menschen starben.
Bei der Eruption im Dezember 2009 kamen keinen Menschen zu Schaden, allerdings wurden wiederum zahlreiche Personen in Sicherheit gebracht. Nach einer initialen Phase mit leichten Ascheeruptionen ergoss sich ein Lavastrom über die Vulkanflanke. Über 470 vulkanische Beben innerhalb von 24 Stunden und ein Schwefeldioxid-Ausstoß von 8993 t am 25. Dezember veranlassten zur Evakuierung von über 40.000 Menschen, doch der befürchtete große Ausbruch blieb aus. Mitte Januar beruhigte sich der Mayon wieder.

Der Mayon liegt in Nachbarschaft zur Großstadt Legazpi ©NASA
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