Mayon: Status des Vulkanausbruchs am 03.03.2026

Eruption am Mayon hält seit 57 Tagen an – Lavadom, Lavaströme und Aschewolken gesichtet

Auch nach 57 Tagen kontinuierlich anhaltender vulkanischer Aktivität am Mayon gibt es keine Anzeichen, dass sich der Vulkanausbruch abschwächt. Im Gegenteil: Die beobachteten Parameter sind seit Tagen auf hohem Niveau stabil und Webcamaufnahmen zeigen, dass mindestens eine Lavafront fast die Basis des Vulkankegels erreicht hat und immer wieder Vegetation in Brand setzt.

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Mayon

Neben der effusiven Tätigkeit in Form des Lavadoms und den von ihm abgehenden Lavaströmen, deren weiteste Front in der Basud-Schlucht 3,8 Kilometer vom Krater entfernt liegt, gibt es sporadische strombolianische Explosionen und Ascheemissionen, die teils vom Krater ausgehen, aber auch von pyroklastischen Dichteströmen erzeugt werden. Die Aschewolken steigen bis auf FL 090 auf (2700 m über Normalnull) und driften mit einer Geschwindigkeit von 19 km/h nach West-Südwest. In den Orten unter der Eruptionswolke kann es zu Ascheregen kommen.

Darüber hinaus ist der Mayon weiterhin seismisch aktiv. In den letzten 24 Stunden wurden 30 vulkanisch bedingte Erdbeben registriert. Es kam zu 363 Abgängen von Steinschlägen und Schuttlawinen und es wurden 6 pyroklastische Dichteströme festgestellt.

Visuelle Beobachtungen ergaben, dass eine permanente Asche-Dampf-Wolke bis zu 750 m über den Banaag-Krater aufstieg und dort nachts mit bloßem Auge ein Kraterglühen sichtbar ist.

Der Schwefeldioxidausstoß beträgt 1.582 Tonnen pro Tag (Stand: 2. März 2026). Die Eruptionssäule erreicht eine Höhe von etwa 750 Metern über dem Krater, mit schwacher Emission, wobei der Wind die Asche in Richtung West-Südwest, Südwest und Nordwest treibt.

Messungen der Bodenverformung zeigen, dass das Vulkangebäude weiterhin aufgebläht ist. Es bestehen weiterhin diverse Vulkangefahren wie Felsstürze, Erdrutsche oder Lawinenabgänge, die auch pyroklastische Ströme hervorbringen können. Im Falle starker Regenfälle können Lahare entstehen Außerdem gefährden Lavaströme und Lavafontänen sowie ballistische Lavablöcke und Bomben. Daher ist der Eintritt in die permanente Gefahrenzone (PDZ) im Umkreis von 6 Kilometern nicht erlaubt.

Mayon: Weitere Phase strombolianischer Eruptionen

Der Vulkanausbruch am Mayon geht weiter – weitere strombolianische Phase beobachtet

Der Vulkanausbruch am Mayon hält nun seit 56 Tagen an und wird in erster Linie durch effusive Aktivität geprägt: Im Krater sammelt sich ein Lavadom, der an zwei Stellen überfließt und Lavaströme bildet, die durch Schluchten fließen. Von den Lavafronten brechen Lavapakete ab, die entweder Schuttlawinen oder sogar pyroklastische Ströme generieren. In der vergangenen Nacht brachte sich jedoch eine seltene explosive Komponente in die Eruption ein, die in Form strombolianischer Ausbrüche auftrat.

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Mayon

Es war die zweite bestätigte strombolianische Ausbruchsphase innerhalb einer Woche. Hinzu kamen gelegentliche Ascheemissionen. Strombolianische Eruptionen sind auch an dombildenden Vulkanen kein völliges Novum und wurden bereits an anderen Vulkanen wie dem Karangetang auf Siau (Indonesien) beobachtet.

Neben den strombolianischen Eruptionen hält die Domaktivität des Mayon weiter an. Es kommt zu einer kontinuierlichen Lavaförderung mit aktiven Lavaströmen, wobei die Lavafronten in den letzten zwei Wochen mehr oder weniger stationär sind: Der Lavastrom in der Basud-Rinne erreicht eine Länge von etwa 3,8 Kilometern, jener in der Bonga-Rinne etwa 2,6 Kilometer und in der Mi-isi-Rinne rund 1,3 Kilometer.

Die seismische Überwachung registrierte in den vergangenen 24 Stunden insgesamt 25 vulkanotektonische Erdbeben. Zusätzlich wurden 392 Steinschlagsignale sowie 18 Signale pyroklastischer Dichteströme aufgezeichnet.

Visuelle Beobachtungen zeigen ein mäßig starkes Kraterglühen, das mit bloßem Auge erkennbar ist. Dampfwolken steigen bis etwa 200 Meter über den Krater auf. Die Emission wird als moderat eingestuft, die Wolke driftet in südwestliche Richtung ab.

Der Schwefeldioxid-Ausstoß wurde gestern mit 2.327 Tonnen pro Tag gemessen, was auf eine anhaltende magmatische Aktivität hinweist. Zudem zeigen die Messdaten zur Bodendeformation, dass das Vulkangebäude weiterhin aufgebläht ist.

Angesichts der aktuellen Aktivität wird dringend darauf hingewiesen, dass das Betreten der permanenten Gefahrenzone im Umkreis von sechs Kilometern strikt untersagt ist. Ebenso dürfen keine Luftfahrzeuge in unmittelbarer Nähe des Vulkans operieren.

Mayon: Vulkanausbruch generiert pyroklastische Ströme

Vulkanausbruch am Mayon erzeugt pyroklastische Dichteströme – 2.500 m Reichweite

Der Mayon auf den Philippinen bleibt auch am 26. Februar aktiv und baut nicht nur an seinem Lavadom, sondern speist auch drei Lavaströme. Zudem generiert er pyroklastische Ströme. Heute wurde bei schönem Wetter ein Dichtestrom dokumentiert, der etwa 2.500 m weit durch die Mi-isi-Schlucht glitt. Im Extremfall können pyroklastische Ströme so große Distanzen zurücklegen, dass sie bewohntes Gebiet erreichen.

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Mayon

Das gute Wetter gab nicht nur vom Boden aus den Blick auf die pyroklastischen Ströme frei, sondern ermöglichte es auch Satelliten, die Aschewolke aufzunehmen, die von den Dichteströmen aufstieg. Zuletzt erreichte die Asche eine Höhe von 2.700 m und driftete mit einer Geschwindigkeit von gut 20 km/h nach Südwesten. Dabei zog sie über mehrere Gemeinden hinweg und verursachte leichten Ascheniederschlag. Das VAAC Tokio veröffentlichte eine VONA-Warnung, nach der die Asche eine Gefahr für tieffliegende Flugzeuge darstellt.

Laut PHIVOLCS entstanden in den letzten 24 Stunden nur drei Dichteströme, dafür aber 340 Schuttlawinen und Felsstürze, die auf den Seismogrammen entsprechende Signale erzeugten. Die Geophone registrierten zudem drei vulkanotektonische Erdbeben. Diese geringe Zahl weist darauf hin, dass die Magmafördersysteme im Untergrund größtenteils frei sind und die Schmelze ohne nennenswerte Blockaden aufsteigen kann.

Das Magma eruptiert als Lava am Dom, der den Krater ausfüllt und über seinen Rand quillt. Hiervon gehen drei Lavaströme aus, die in den Schluchten Basud (3,8 km), Bonga (2,6 km) und Mi-isi (1,3 km) unterwegs sind. Von den Lavafronten kommt es häufig zu Abbrüchen in Form von Steinschlägen und Schuttlawinen. Das Gefährlichste, was man an einem aktiven Vulkan machen kann, ist, durch eine solche Schlucht in Richtung Krater aufzusteigen.

Für den Vulkan Mayon gilt Alarmstufe 3. Das Betreten der 6 km großen permanenten Gefahrenzone ist verboten.

Die Phase mit dem erhöhten Tremor am Taal – über die ich vorgestern schrieb – ist vorbei, ohne dass es zu einer phreatischen Eruption gekommen wäre.

Vulkanausbruch am Mayon: Aschewolke eruptiert

Aschewolke vom Mayon bis auf 3650 m Höhe aufgestiegen – 20 Pyroklastische Ströme innerhalb von 24 Stunden

Der Mayon auf den Philippinen bleibt aktiv und eruptierte heute um 13:50 Uhr Ortszeit kontinuierlich Vulkanasche aus seinem Krater, der zusätzlich von einem Dom verstopft ist. Die Aktivität wurde mittels Zeitrafferkamera dokumentiert. Die grau- bis bräunlich gefärbte Eruptionswolke stieg rund 1.000 Meter über den Krater auf und driftete in west-südwestliche Richtung ab.

Parallel dazu meldete das Tokyo VAAC (Volcanic Ash Advisory Center) die Eruption um 05:50 UTC. Die Asche erreichte demnach eine Höhe von etwa 3.650 Meter über Meeresspiegel und bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von 25 km/h in die oben angegebene Richtung. Satellitendaten (Himawari-9) konnten die Vulkanasche im weiteren Verlauf nicht mehr eindeutig identifizieren. Weitere Informationen sollen erfolgen, falls Asche erneut im Satellitenbild nachweisbar ist.

Vor einigen Tagen wurden bereits strombolianische Eruptionen gesichtet. Zusammen mit den aktuellen Ascheemissionen könnte das darauf hinweisen, dass sich eine wachsende explosive Komponente der Eruption einschleicht.

Anhaltende Lavaeffusion

Neben der explosiven Aktivität setzt sich die effusive Phase fort. Lavaströme wurden in mehreren Rinnen bzw. Schluchten registriert:

  • Basud-Rinne: ca. 3,8 Kilometer Länge
  • Bonga-Rinne: ca. 2,2 Kilometer
  • Mi-isi-Rinne: ca. 1,3 Kilometer

Die Förderung von Lava am überlaufenden Dom geht somit kontinuierlich weiter und bestätigt die anhaltende magmatische Aktivität im Fördersystem.

Seismizität und weitere Beobachtungen

In den vergangenen 24 Stunden wurden vier vulkanische Erdbeben registriert. Zusätzlich erfassten die Messstationen 305 Steinschlagsignale sowie 20 Signale, die auf pyroklastische Dichteströme hindeuten. Letztere zählen zu den gefährlichsten vulkanischen Phänomenen, da sie aus heißen Gas-, Asche- und Gesteinsgemischen bestehen, die mit hoher Geschwindigkeit talwärts strömen und im Extremfall über die Grenze der evakuierten Sperrzone hinaus fließen können.

Die PHILVOLCS-Vulkanbeobachter teilten in ihrem Datenblatt mit, dass sie bei klarer Sicht abermals nächtliches Kraterleuchten mit bloßem Auge sichten konnten. Die Schwefeldioxid-Emission lag am 23. Februar 2026 bei 3.891 Tonnen pro Tag, was ein deutlich erhöhter Wert darstellt, der durch anhaltende Magmenentgasung zustande kommt.

Messungen zur Bodenverformung zeigen, dass der Vulkankörper immer noch aufgebläht ist. Dies deutet darauf hin, dass sich im Untergrund weiterhin Magma ansammelt oder unter Druck steht. Offenbar steigt aus der Tiefe mehr Magma aus, als am Vulkan austritt, da ansonsten die Inflation nachlassen würde.

Alarmstatus und Gefahreneinschätzung

Für den Mayon gilt weiterhin Alarmstufe 3. Das bedeutet, dass sich der Vulkan in einem Zustand erhöhter Unruhe mit magmatischer Aktivität befindet und gefährliche Eruptionen kurzfristig möglich sind. es gilt ein striktes Betretungsverbot der 6-Kilometer-Permanent Danger Zone (PDZ). Außerdem darf der Mayon nicht überflogen werden.

Mayon: Vulkanausbruch hält am 21. Februar weiter an

Mayon bleibt aktiv: Aschewolken, Steinschläge und pyroklastische Ströme gemeldet

Der philippinische Vulkan Mayon bleibt auch am 21. Februar aktiv und eruptiert Aschewolken, die beim VAAC Tokio heute vier VONA-Warnungen auslösten. Nur die beiden ersten Meldungen aus der Nacht beinhalteten Höhenangaben zu den Aschewolken, da Wolken in der übrigen Zeit die Sicht der Satelliten auf das Geschehen beeinträchtigten.

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Um 04:18 Uhr UTC erreichte die Asche FL090 und driftete mit einer Geschwindigkeit von 7 Knoten in Richtung West-Südwesten. Für uns Europäer, die im metrischen System verhaftet sind, bedeuten diese Daten, dass sich die Aschewolke in einer Höhe von etwa 2.700 m mit einer Geschwindigkeit von gut 13 km/h bewegte. Die Aschewolken dürften von pyroklastischen Strömen ausgegangen sein, von denen innerhalb von 24 Stunden vier auftraten.

Die Anzahl der pyroklastischen Ströme hat in den letzten Tagen abgenommen. Gestern wurden neun gemeldet. Möglicherweise werden aufgrund des schlechten Wetters nicht alle Abgänge registriert, da man keine freie Sicht auf den Vulkan hat und Seismografen gestört sein könnten. Allerdings wurden 407 Abgänge von Schuttlawinen registriert, was zeigt, dass das seismische Netzwerk arbeitet.

Darüber hinaus stieß der Mayon auch große Mengen Schwefeldioxid aus. Gestern waren es mehr als 3.700 Tonnen. Die erhöhte SO₂-Rate deutet weiterhin auf aktiven Magmanachschub hin. Das Gas entströmt unter anderem den drei Lavaströmen, die durch Schluchten am Vulkanhang fließen. Der längste Lavastrom fließt durch die Basud-Schlucht und ist 3,8 Kilometer lang. Die Ströme in den Schluchten Bonga und Mi-isi erreichen Längen von 1,6 Kilometern beziehungsweise 1,3 Kilometern.

Messungen zur Bodenverformung zeigen zudem eine Aufblähung des Vulkangebäudes, was auf anhaltenden Druckaufbau im Inneren schließen lässt.

Im Gipfelbereich war deutliches Kraterglühen zu beobachten, das mit bloßem Auge sichtbar war und zeigt, dass es auch am Dom sehr heiß hergeht.

Das Betreten der permanenten Gefahrenzone im Umkreis von sechs Kilometern bleibt strikt untersagt, ebenso der Flugverkehr in unmittelbarer Nähe des Vulkans. Zu den möglichen Gefahren zählen Felsstürze, Erdrutsche oder Lawinen, ballistische Auswürfe, Lavaströme und Lavafontänen, pyroklastische Ströme sowie mittelstarke Explosionen. Bei starken und anhaltenden Regenfällen besteht zudem Lahargefahr.

Mayon generiert kleine strombolianische Eruptionen

Kleine strombolianische Eruptionen aus dem Mayon-Lavadom – mögliche Vorzeichen für Paroxysmen

Der philippinische Mayon ist seit gut 50 Tagen aktiv und baut an seinem Lavadom, der beschleunigt wächst. Wie PHIVOLCS meldete, wurden letzte Nacht kleine strombolianische Eruptionen aus dem Lavadom beobachtet, die für rot illuminierte und wabernde Wolken im Gipfelbereich sorgten. Außerdem sind mindestens drei Lavaströme in Schluchten am Vulkanhang unterwegs. Von den Lavafronten gehen glühende Schuttlawinen und pyroklastische Dichteströme ab.

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Mayo

Heute um 12:00 Uhr mittags meldeten die Vulkanologen, dass in den vorherigen 24 Stunden 19 pyroklastische Dichteströme und 375 Schuttlawinen seismisch registriert wurden. Dazu gesellten sich 20 vulkanisch bedingte Erdbebensignale. Die pyroklastischen Ströme ließen Aschewolken aufsteigen, die beim VAAC Tokio VONA-Warnungen für den Flugverkehr auslösten. Aufgrund der Bewölkung am Mayon ließ sich die Höhe der Aschewolken nicht bestimmen. Typischerweise erreichen sie Höhen von etwa 2.700 m.

Aus dem gleichen Grund war es gestern auch schwierig, die strombolianischen Eruptionen per Livecam zu beobachten. Ich selbst sah immer nur wabernde Wolken, aber keine typischen Glutspuren explosiv ausgeworfener Tephra. Die Vulkanbeobachter vor Ort verfügen aber sicherlich über Teleskope und Telekameras, mit denen sie entsprechende Beobachtungen machen konnten. In dem fortgeschrittenen Eruptionsstadium, in dem sich der Mayon aktuell befindet, könnte bereits eine schwache explosive Komponente der ansonsten effusiven Eruption ein frühes Warnzeichen für Paroxysmen sein, wie sie sich bei den beiden vorangegangenen Eruptionsphasen am Mayon nach einigen Wochen Domaktivität eingestellt hatten.

Bei Paroxysmen entstehen mehrere Hundert Meter hohe Lavafontänen, Aschewolken, die Höhen von mehr als 10 Kilometern erreichen können, sowie ein beschleunigter Ausfluss von Lavaströmen. Typischerweise können besonders während Paroxysmen größere Kollapsereignisse am Lavadom stattfinden, die entsprechend kraftvolle pyroklastische Ströme generieren, welche auch das Sperrgebiet verlassen können. Dieses soll ja bekanntlich Menschen aussperren und nicht die pyroklastischen Ströme einsperren.

Am ehesten ließen sich noch die Lavaströme „einsperren“. Freiwillig machen sie im Moment allerdings keine Anstalten zu stoppen. Sie haben derzeit folgende Längen:

  • Basud: 3,8 km
  • Bonga: 1,6 km
  • Mi-isi: 1,3 km

Darüber hinaus entweicht dem Mayon eine große Menge Schwefeldioxid. Sie betrug am 13. Februar 3.788 Tonnen pro Tag.

Mayon: Gefahrenpotenzial des Vulkanausbruchs bleibt hoch

Hohes Aktivitätsniveau des Mayon bestätigt – pyroklastische Ströme glitten bis zu 4 Kilometer weit

Der Vulkan Mayon auf den Philippinen bleibt laut Einschätzung der zuständigen Vulkanologen von PHILVOLCS weiterhin hochaktiv. Die überwiegend effusive Eruption des Lavadoms und die damit einhergehenden Abgänge von pyroklastischen Strömen und die hohe Lahar-Gefahr stellen für die umliegenden Gemeinden weiterhin eine ernste Gefahr dar.

Die Eruption hat seit dem 6. Januar deutlich an Fahrt aufgenommen: Vom Dom ausgehend fließen Lavaströme an den Süd- und Osthängen. Diese Aktivität wird begleitet von häufigen Felsstürzen, glühenden Schuttlawinenabgängen und pyroklastischen Dichteströmen (PDCs). Diese fließen besonders durch die Schluchten Mi-isi, Bonga und Basud und bewegen sich noch innerhalb der permanenten Gefahrenzone von sechs Kilometern.

Laut der aktuellen Tätigkeitszusammenfassung der Vulkanologen kam es am 8. und 9. Februar zu einer markanten Intensivierung der Aktivität. Die Zahl der Felsstürze erreichte einen neuen Höchstwert. Am Folgetag wurden die bislang größten PDC-Ereignisse registriert. Mehrere Abgangsserien erzeugten kilometerhohe Aschewolken, die westwärts verfrachtet wurden und in Teilen von Camalig und Guinobatan teils kräftigen Ascheregen verursachten. Als besonders alarmierend werden die Abgänge von bis zu 4 Kilometer langen PDCs gewertet, die sich in der Mi-isi-Schlucht bewegten. Es waren die längsten Dichteströme seit Beginn der Eruption. Sie sind auf Einstürze instabiler Lavafronten nahe dem Krater zurückzuführen, die große Mengen Materials mobilisierten.

Die geophysikalischen Überwachungsdaten belegen – abseits der sichtbaren Aktivität – die anhaltende Unruhe: häufige niederfrequente Erdbeben als Hinweis auf Gasbewegungen im flachen Untergrund, hohe Schwefeldioxid-Emissionen sowie messbare Bodenaufblähung durch Magmaintrusionen. Trotz der jüngsten PDC-Serie bewerten Vulkanologen die Ereignisse als kurzzeitige Zuspitzung innerhalb eines insgesamt stabil hohen Aktivitätsniveaus.

Die Alarmstufe bleibt bei 3. Das bedeutet: Eine weitere Aktivitätssteigerung bis hin zu einem Vulkanausbruch mit deutlich höherem Gefahrenpotenzial ist jederzeit und ohne weitere Vorwarnung möglich. Die Situation könnte eskalieren und pyroklastische Dichteströme hervorbringen, die die Grenzen der Sperrzone überschreiten Zudem sind Paroxysmen möglich. Behörden mahnen, die Sechs-Kilometer-Sperrzone strikt zu meiden und auch im Umkreis bis acht Kilometer wachsam zu bleiben.

Mayon: größerer pyroklastischer Dichtestrom angegangen

Größerer pyroklastischer Strom am Mayon – Anzahl der Steinschläge auf Rekordniveau

Nachdem am Samstag deutlich weniger pyroklastische Dichteströme abgegangen sind, als es in den Vortagen der Fall gewesen war, steigerte sich die Tätigkeit bereits gestern wieder Heute wurde dann ein Dichtestrom gesichtet, der größer als die meisten anderen war und bis fast zum Fuß des Vulkans glitt. Das Ereignis wurde von der Afar-Livecam gefilmt und manifestierte sich während eines Unwetters. Daher ist nur der untere Teil des Dichtestroms zu sehen gewesen.

Tatsächlich handelte es sich nicht um einen einzigen Dichtestrom, sondern um eine kontinuierlich anhaltende Aktivität, die mindestens eine Dreiviertelstunde andauerte und gegen 10:45 Uhr Lokalzeit begann. Ein längeres Anhalten ist möglich, doch dichte Wolken blockierten später die Sicht.

Die seismischen Messstationen registrierten in den letzten 24 Stunden 43 pyroklastische Dichteströme sowie 469 Steinschlagereignisse, was einen neuen Rekord der aktuellen Tätigkeitsphase darstellt. Die Schwefeldioxid-Emissionen betrugen am 7. Februar 2026 etwa 1.799 Tonnen pro Tag. Die Asche- und Gasfahne stieg gut 1.000 Meter über dem Krater auf. Die von den pyroklastischen Strömen verursachten Ascheemissionen lösten beim VAAC Tokio zahlreiche VONA-Warnungen aus, allerdings ohne Höhenangaben. Von daher ist anzunehmen, dass die Asche nur niedrig fliegende Flugzeuge gefährdete.

PHILVOLCS-Vulkanbeobachter meldeten darüber hinaus rot illuminierte Wolken über dem Dom, die mit bloßem Auge sichtbar waren. Messungen der Bodenverformung zeigen eine Aufblähung des Vulkangebäudes, was auf Magmazufuhr im Untergrund hindeutet.

Aufgrund dieser Aktivität wird dringend davon abgeraten, den permanenten Gefahrenbereich im Umkreis von sechs Kilometern zu betreten oder sich ohne besondere Vorsicht in der erweiterten Gefahrenzone aufzuhalten. Ebenso sollte das Überfliegen des Vulkans mit Fluggeräten strikt unterlassen werden. Mögliche Gefahren umfassen Steinschläge, Erdrutsche oder Lawinen, ballistische Auswurfprodukte, Lavaströme und Lavafontänen, pyroklastische Dichteströme, mittelgroße Explosionen sowie Lahare, insbesondere bei starkem und anhaltendem Regen.

Von einem weiteren Vulkan der Philippinen gibt es Anzeichen der Entspannung: Der Alarmcode am Bulusan wurde auf „Grün“ reduziert, da seit längerem keine Erdbeben oder Gasemissionen beobachtet wurden. Die Sperrzone gilt aber weiterhin.

Update: Laut PHILVOLCS hatte der pyroklastische Strom eine Reichweite von 4 Kilometern.

Mayon: Hohe Steinschlagaktivität hält an

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Hohe Steinschlagaktivität geht weiter – Anzahl der pyroklastischen Ströme rückläufig

Am Mayon auf Luzon (Philippinen) geht die Aktivität auf hohem, aber leicht rückläufigem Niveau weiter. Nach dem vorläufigen Höhepunkt der Tätigkeit am 5. Februar reduzierten sich die Abgänge pyroklastischer Ströme auf 8. Tags zuvor waren es noch 33. Dafür wurde aber eine anhaltend hohe Zahl an Steinschlägen und Schuttlawinen registriert. Laut PHILVOLS waren es 335 innerhalb von 24 Stunden. Aufnahmen dokumentierten das Geschehen während der Abenddämmerung. Zu sehen sind die typischen Glutspuren der Steinschläge und Schuttlawinen, die auf lange belichteten Aufnahmen oft wie Lavaströme aussehen. Vom Dom gehen mehrere Lavazungen aus, deren Stabilität entscheidend für die Anzahl der Abgänge sind. Die geringere Anzahl der pyroklastischen Ströme bedeutet in erster Linie, dass weniger große Lavapakete abbrechen als zuvor.

Neben diesen Phänomenen beobachteten die Vulkanologen noch eine Reihe anderer vulkanischer Erscheinungen. Hierzu zählen rot illuminierte Dampfwolken, die vom Lavadom ausgehen und gestern über den Tag hinweg 1800 Tonnen Schwefeldioxid ausgestoßen haben. Außerdem registrierten die Seismometer 2 vulkanotektonische Erdbeben, die darauf hinweisen, dass weiterhin Magma aufsteigt. Der Vulkan gilt als aufgebläht und es gibt trotz des Rückgangs an Abgängen pyroklastischer Ströme keine Hinweise auf ein baldiges Ende der Eruption.

Taal mit langer Tremorphase

Neben dem Mayon ist auf Luzon auch der Taal aktiv. Heute wurde wieder eine lang anhaltende Tremorperiode mit einer Dauer von 840 Minuten registriert. Hinzu kamen 4 vulkanotektonische Erdbeben. Gegenüber den letzten Jahren hat sich der Schwefeldioxid-Ausstoß drastisch reduziert und beläuft sich nur noch auf 100 bis 200 Tonnen am Tag. Zu Spitzenzeiten vor 2 Jahren wurde das 100-fache dieses Wertes gemessen, was extreme Werte für einen Vulkan mit offen liegender Lava waren Tatsächlich gab es zu dieser Zeit aber deutlich weniger phreatische Eruptionen, als es im letzten Jahr der Fall gewesen war, als sich der Gasausstoß deutlich reduziert hatte.

Kanlaon stößt Gas aus

Der dritte aktive Vulkan der Philippinen ist der Kanlaon auf Negros, der ebenfalls weiterhin als aufgebläht gilt. Gestern gab es hier 5 vulkanotektonische Erdbeben und einen Schwefeldioxid-Ausstoß von gut 1700 Tonnen am Tag. Obwohl in den letzten Tagen keine Ascheemissionen gemeldet wurden, könnte es jederzeit wieder zu welchen kommen.

Von den drei erwähnten Vulkanen weist der Mayon aktuell die größte Aktivität auf und es ist der einzige Feuerberg der Philippinen, der aktiv Lava eruptiert. Die Tätigkeit ist unberechenbar und kann sich ohne weitere Warnung steigern. Der Alarmstatus steht auf „3“ und es gilt eine 6-Kilometer-Sperrzone.