Größerer pyroklastischer Strom verursachte hoch aufsteigende Aschewolke am Mayon
Heute Morgen (13. Mai) hat der philippinische Vulkan Mayon einen pyroklastischen Strom erzeugt, der größer als die meisten seiner Vorgänger war und etwa Dreiviertel des Weges vom Dom bis zur Basis des Vulkankegels zurücklegte, der am Mayon ausgesprochen symmetrisch angelegt ist. Nach Angaben des VAAC Tokio setzte das Ereignis um 03:22 UTC – entsprechend 11:22 Uhr Ortszeit – ein, das eine Aschewolke bis in 4,3 Kilometer Höhe über dem Meeresspiegel aufsteigen ließ. Satellitendaten von Himawari-9 registrierten die Vulkanasche zunächst südwestlich des Gipfels, während die Emissionen auch Stunden später noch anhielten und Hinweise auf weitere Abgänge pyroklastischer Dichteströme lieferten.

Der VONA-Meldung ist nicht zu entnehmen, was der Auslöser der Aschewolke war, doch im Abgleich mit Livestreamaufnahmen von Afar-TV ist als Quelle der Ascheemission ein pyroklastischer Strom auszumachen. Ein pyroklastischer Dichtestrom ist eine extrem heiße Mischung aus Gas, Asche und Gesteinsfragmenten, die entweder durch Kollaps-Ereignisse am Lavadom oder den Fronten zäher Lavaströme entstehen oder durch Kollaps von Eruptionssäulen, so wie es jüngst am Dukono der Fall gewesen war.
Seit Anfang des Jahres erzeugt der Mayon täglich oft mehrere Dutzend Abgänge pyroklastischer Ströme, wobei Anzahl und Größe der Dichteströme stark variieren. Ein Grund, weshalb diese vulkanischen Phänomene so gefährlich sind, ist ihre Unberechenbarkeit. Weder Anzahl noch Größe pyroklastischer Ströme lassen sich vorhersagen, noch der genaue Zeitpunkt ihres Auftretens. Darüber hinaus können größere Exemplare mehrere Hundert Stundenkilometer schnell werden und Entfernungen von 20 Kilometern und mehr zurücklegen. Sie überfließen dabei auch größere Hindernisse wie Bergrücken.
Der Mayon befindet sich weiterhin auf Alarmstufe 3, die auf eine Phase verstärkter magmatischer Unruhe hinweist. Nach Angaben des philippinischen Vulkaninstituts PHIVOLCS fördert der Mayon derzeit kontinuierlich Lavaströme in mehrere Schluchten: Die längsten Lavaströme reichen bis zu 3,8 Kilometer weit in die Basud-Rinne. Neben episodischen strombolianischen Explosionen wurden in den vergangenen 24 Stunden sieben Signale registriert, die mit pyroklastischen Dichteströmen in Verbindung stehen.








