
Steckbrief
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Santorin Lage: 36.41 N°, 25.43 E, Griechenland Höhe: 550 m Art: Caldera Typ: Subduktionszonen-Vulkan Petrographie: Rhyolith - Dazit Ausbruchsart: Plinianisch, Lavaströme Status: Fumarolisch |
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Gewiss ist, dass diese Katastrophe der Anfang vom Ende der minoischen Kultur war. Legenden wie die biblischen Plagen des alten Testaments und der Untergang des sagenhaften Atlantis könnten ihren Ursprung in dieser Katastrophe haben.
Die Vulkanologen, die den Hergang der Eruption und ihre Folgen rekonstruierten arbeiteten Hand in Hand mit den Archäologen. Zur genauen Datierung des Eruptionszeitpunktes wurden bis vor einigen Jahren hauptsächlich archäologische Fundstücke aus Arkotiri herangezogen. Anhand der Fundstücke wurde der Ausbruch auf einen Zeitraum von 1500 v. Chr. datiert, was ziemlich genau mit dem plötzlichen Verschwinden der minoischen Kultur einhergeht. Bemerkenswert ist, dass bei den Ausgrabungen keine menschlichen Überreste, oder Wertsachen gefunden wurden. Daher geht man davon aus, dass den Menschen Zeit zur Flucht von der Insel blieb.
Die Aschelagen der Eruption, die fast überall in den geologischen Schichten des Mittelmeerraumes zu finden sind, stellen für die Altertumsforscher einen wichtigen, stratigrafischen Marker da. Anhand dieser geologischen Zeitmarke wurde die Herrschaft einiger Pharaonen zu Anfang des neuen Reiches in Ägypten bestimmt. Doch die wissenschaftliche Neugierde ruht nicht. Im Jahr 2004 fand der Vulkanologe Tom Pfeiffer einen sehr gut erhaltenen Ast eines Olivenbaums. Er war in der Basis der Bimsablagerungen eingebettet, die durch den Ausbruch entstanden und überdauerte so die Äonen. Dieser Ast lieferte genug organische Materie für eine genaue Datierung mit Hilfe der Radiokarbonmethode. Anders als bei bisherigen Untersuchungen von Getreidekörnern, die bei den Ausgrabungen gefunden wurden, enthielt der Olivenzweig Kohlenstoff-14 Isotope der über mehrere Jahre im Holz gespeichert wurde und zudem noch in den Wachstumsringen des Holzes verschiedenen Jahren zugeordnet werden konnte. Demnach wurde der Ast des Olivenbaums im Jahr 1624 v. Chr. in den vulkanischen Ablagerungen eingebettet. Als Toleranzwert für diese Messung werden 40 Jahre angegeben.
Auf jeden Fall kämpfen die Wissenschaftler nun mit einer Differenz von mindestens 100 Jahren zwischen den beiden möglichen Daten der minoischen Eruption. Sollte sich der neue Wert, der mit der Radiokarbonmethode ermittelt wurde, durch weitere Untersuchungen bestätigen, dann müssten einige Kapitel der Geschichtsbücher neu geschrieben werden. Die Auswirkungen dieser katastrophalen Eruption wären dann auch nicht direkt für den Untergang einer gesamten Weltkultur verantwortlich. Doch in einem sind sich die meisten Wissenschaftler einig; selbst wenn der Ausbruch die minoische Kultur nicht mit einem Schlag auslöschte, so hat er die Minoer doch soweit geschwächt, dass ihr Untergang eingeleitet wurde. In der Folge kamen die mykenischen, griechischen und makedonischen Könige an der Macht und lieferten somit den Stoff um die Legende von Troja.
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Nicht nur der Zeitpunkt der Eruption wird neu diskutiert. Bisher wurde die Stärke des Ausbruches mit einem VEI 6 klassifiziert. Neue Einschätzungen gehen von einem VEI 7 aus. In Anbetracht der Größe der ersten Calderen müssen frühere Eruptionen noch stärker, als die der Bronzezeit gewesen sein.
Anmerkung: Die Ausgrabungen von Arkotiri sind seit 2004 wegen einer fehlkonstruierten Überdachung geschlossen. Bei meinem Besuch im Mai 2010 waren die Bauarbeiten in vollem Gange. Dort hieß es, dass mit einer Neueröffnung frühestens im Sommer 2011 zu rechnen sei.
Die Ruinen des antiken Thira liegen im Kalkmassiv der Mesa Vouno. Die Ausgrabungen sind sehenswert, aber bei weitem nicht spektakulär.