
Steckbrief: Vesuv
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Lage: 40.82 N 14.43 E, Italien, Kampanien Höhe: 1.281 m Art: Somma-Vulkan Typ: Subduktionszonen-Vulkanismus Petrographie: Basalt, Andesit, Leucit Ausbruchsart: Plinanisch, LF, PF Letzter Ausbruch: 1944 |
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Neue Forschungsergebnisse aus dem Jahr 2008 ergaben, dass die Magmakammer unter den Vesuv über die Jahrtausende hinweg aufstieg. Der Magmenaufstieg bewirkte eine Veränderung der Druck- und Temperaturbedingungen in der Magmakammer und somit auch eine Änderung des Chemismus der Magmen. Untersucht wurden phonolithische Gesteine der 4 stärksten Eruptionen des Vesuvs. Diese waren vor 7800 Jahren die Mercator-Eruption, gefolgt von der Avellino-Eruption vor 5600 Jahren, dem bekannten Ausbruch im Jahre 79 n. Chr. der Pompeji zerstörte und der sogenannten Pollena-Eruption von 472 n. Chr. Demnach stammte das Magma der ersten 3 plininanischen Eruptionen aus Tiefen von 7 - 8 Kilometern und förderte eine gasreiche Schmelze, die starke Explosionen verursachte. Das Magma der subplinianischen Pollena-Eruption soll schon weniger gasreich gewesen sein und aus einer flacher gelegenen Magmakammer stammen. Trotzdem generierte dieser Ausbruch pyroklastische Ströme. Dergleichen geschah bei dem Ausbruch von 1631, der die bisher letzte eruptive Phase des Vesuvs einläutete. Obwohl dieser Ausbruch nicht so stark wie die vorher genannten Eruptionen war, starben mindesten 4000 Menschen. Das Magma dieser letzten eruptiven Phase stammt aus einer Kammer in 3 - 4 Kilometern Tiefe. Dieses Magma soll heißer und weitestgehend entgast gewesen sein und war in seiner Zusammensetzung ehr basaltischen Ursprungs. In der Folge fielen die Eruptionen weniger katastophal aus. In dieser Zeit gab es Perioden strombolianischer Tätigkeit, deren Auswirkungen sich auf den Krater beschränkten und Ausbrüche von Lavaströmen, wie man sie vom Ätna kennt. Diese Lavaströme können zwar Städte zerstören, fordern aber im Allgemeinen relativ wenige Menschenleben.
Stoff für Forschungen und Beobachtungen, rund um das Thema Vulkanismus bietet das Gebiet um den Vesuv immer wieder. So wurde vor einigen Jahren die These aufgestellt, dass die Lava bei dem großen Ausbruch weniger heiß gewesen sei, als ursprünglich angenommen wurde. Mit verschiedenen Methoden (Temperatursonden oder -fühlern, aber auch über die Magnetisierung von Gesteinen, die als Rückstände in den Lawinen erhalten sind) ist es möglich, zumeist auch nach längerer Zeit noch die Temperatur der Lava nach dem Ausbruch zu bestimmen.
Das eigentliche große Forschungsfeld sind aber natürlich die Ausgrabungen in Pompeji. Verschiedene Faktoren, wie beispielsweise der Zweite Weltkrieg und ein schweres Erdbeben 1980 haben dazu geführt, dass einige Teile der Ausgrabungen wieder zerstört wurden. So wird heute auch ein großes Augenmerk auf den Erhalt bzw. die Planung und das Sanieren der Gebäude gelegt, damit versucht man den weiter voran schreitendenden Verfall aufzuhalten und die Modernisierung zu unterstützen.
Damit auch alles mit rechten Dingen zugeht und die Aufträge nicht unter der Hand verschachert oder ganz in der Schublade verschwinden, sind offizielle Ausschreibungen bei dieser wertvollen und empfindlichen Substanz umso wichtiger. Schließlich ziehen die Sehenswürdigkeiten ja auch jedes Jahr zahlreiche Touristen an, die Geld ins Land bringen.
Was bringt die Zukunft? Statistisch gesehen ist ein Ausbruch überfällig und besonders während des sogenannten "Sommerloches" entdecken die Medien den Vesuv. Regelmäßig ist in der Presse zu lesen, der Vulkan würde in nächster Zeit zum Leben erwachen, doch wissenschaftliche Hinweise gibt es dafür meistens nicht. Wir unterhielten uns im März 2001 mit dem Chefvulkanologen des Observatoriums in Neapel und er sagte uns, dass die seismischen Events und die Gastemperaturen seit 1944 rückläufig sind. Also, eher Indizien, die gegen einen baldigen Ausbruch sprechen.
Das gibt Interessierten die nötige Sicherheit, sich den Vesuv und seine wunderbare Umgebung einmal im Urlaub genauer anzusehen und auf den freigelegten Straßen des alten Pompeji zu wandeln. Einen ganz besonderen Eindruck vermittelt die Annäherung vom Meer aus. Touristikunternehmen haben sich bereits darauf eingestellt und bieten beispielsweise Aida Kreuzfahrten mit dem Reiseziel Neapel an.
Trotzdem kann für den Golf von Neapel keine Entwarnung gegeben werden. Ein neuer plinianischer Ausbruch gasreichen Magmas könnte jederzeit mit nur wenig Vorwarnung stattfinden.
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