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Der Yellowstone-Nationalpark ist der älteste Nationalpark der Welt. Er wurde 1872 gegründet und schützt eine idyllische Landschaft mit dichten Nadelwäldern, Seen und Flüssen vor der Ausbeutung durch den Menschen. Der Park, der zugleich der größte Nationalpark der USA ist, bietet vielen bedrohten Tierarten Zuflucht: Bären, Elche, Pumas, Luchse, Wölfe und natürlich die Bisons fühlen sich auf dem Hochplateau in den Rocky Mountains wohl. Lange Zeit war die entlegene Gegend vor den weißen Siedlern sicher; erst 1807 wurde das Gebiet durch den Trapper John Colter entdeckt. Seine Berichte fanden damals aber wenig Gehör. 1859 organisierte der Geologe Ferdinand V. Hayden eine Expedition in das Gebiet, scheiterte aber kurz vor dem Yellowstone aufgrund eines frühen Wintereinbruchs. Erst die Folsom-Expedition 1869 lieferte wissenschaftliche Berichte und Fotografien, die Hayden zu einer zweiten Forschungsreise ermutigten. Seine Berichte über die unzerstörte Natur, die reichhaltige Tierwelt und viele andere, noch weitaus erstaunlichere Naturwunder veranlassten den Senat, das Gebiet unter Schutz zu stellen. Viele der im Yellowstone-Gebiet lebenden Tierarten waren bereits zur damaligen Zeit bedroht; der Goldrausch hatte zudem ganze Landstriche verwüstet.
Die Naturphänomene, von denen der Geologe zu berichten wusste, erwiesen sich als die weltweit größte Ansammlung von heißen Quellen, farbenprächtigen Wasserbecken, Schlammlöchern und Geysiren. Früh vermutete man einen Vulkan hinter diesen Phänomenen, konnte ihn aber lange Zeit nicht entdecken. Erst Satellitenbilder enthüllten das Geheimnis des Yellowstone-Nationalparks: Die gut 10.000 heißen Quellen und Geysire sind in eine riesige Caldera eingebettet, die so groß ist, dass ihre Struktur vom Boden aus nicht zu erkennen ist; sie misst 40 x 25 Kilometer und zeichnet sich nur durch eine relativ flache Senke aus. Sie ist zum größten Teil mit Lavaströmen aus kleineren Eruptionen und mit Sedimenten der umliegenden Berge aufgefüllt.
Erste Eruptionen im Bereich des Yellowstone-Nationalparks fanden bereits vor 2,1 Millionen Jahren statt. 200.000 Jahre später erreichte diese Aktivitätsphase ihren Höhepunkt in einer Supervulkan-Eruption, bei der eine erste Caldera entstand. Vor 1,2 Millionen Jahren trat der Vulkan in eine neue Tätigkeitsperiode ein. In einer weiteren Supervulkan-Eruption wurden die Mesa-Fall-Tuffe gefördert, die eine Fläche von 280 Quadratkilometern bedecken. Danach ruhte der Yellowstone-Vulkan lange Zeit.
Die jüngste Supervulkan-Eruption ereignete sich vor ungefähr 600.000 Jahren. Sie förderte 1000 Kubikkilometer Material und lagerte die Lava-Creek-Tuffe ab; diese Rhyolithe bedecken eine Fläche von 340 Quadratkilometern. Wie schon bei den früheren großen Ausbrüchen erfolgten die finalen Eruptionen auch diesmal nicht mit einem Schlag; sie kündigten sich lange vorher mit einer Serie kleinerer Ausbrüche an. Nach der Supervulkan-Eruption vergingen wiederum Jahrtausende mit nur geringer Aktivität. Lavaströme füllten in dieser Zeit die Calderen auf.
Der Vulkanismus wird hier, inmitten eines Kontinents, durch einen Hot Spot verursacht. Die Calderen liegen alle in einer Reihe, an der sich ablesen lässt, dass der nordamerikanische Kontinent über eine stationäre Magmablase hinweg gewandert ist. Die drei Calderen überlappen einander, und die größte von ihnen, die bei dem ersten Ausbruch entstanden ist, misst 80 x 55 Kilometer. Zwischen den drei Aktivitäts-Zyklen liegen im Schnitt jeweils 600.000 Jahre - dies entspricht in etwa der Zeitspanne, die seit der letzten Eruption vergangen ist. Daher tauchen gegenwärtig in den Medien verstärkt Spekulationen über einen bevorstehenden Supervulkan-Ausbruch auf; diese Spekulationen werden durch starke Bewegungen des Calderabodens genährt. In der Tat scheint in den vergangenen Jahren viel Magma in das Magmenreservoir unter dem Yellowstone geströmt zu sein, wodurch sich nun der Boden aufwölbt. Besonders stark sind diese Bodendeformationen am Grund des Yellowstone Lake sowie im Norris Geyser Basin; dort ist auch eine Reihe neuer heißer Quellen mit enorm hohen Temperaturen entstanden. Der hintere Teil des Norris Geyser Basin wurde inzwischen für Besucher gesperrt. Im Norris Geyser Basin befindet sich auch der Geysir, der die weltweit höchste Wasserfontäne produziert: Die Fontäne des Steamboat Geyser schießt bis zu 130 Meter hoch. Dafür pausiert dieser Geysir zwischen seinen einzelnen Ausbrüchen auch schon einmal mehrere Jahre lang.
Der bekannteste Geysir im Yellowstone-Nationalpark ist der "Old Faithful". Lange Zeit galt er als der zuverlässigste Geysir, da er in einem Intervall von 91 Minuten ausbrach. Dieses Intervall hat sich bis heute verkürzt; allerdings konnte die tatsächliche Zeitspanne zwischen zwei Eruptionen auch in der Vergangenheit schon stark variieren. Bei einer Eruption fördert der Old Faithful bis zu 32.000 Liter Wasser, und seine Fontäne kann bis zu 55 Meter hoch aufsteigen.
Ein weiterer bekannter Geysir ist der Castle-Geysir, wie "Old Faithful" im Upper Geyser Basin gelegen. Der schöne Travertin-Kegel, der wie eine Burg aussieht, soll rund 5000 Jahre alt sein. Er eruptiert in Intervallen von 10 bis 12 Stunden und produziert eine Wasserfontäne, die bis zu 27 Meter Höhe erreichen kann. Der Wasserausstoß dauert jeweils ca. 20 Minuten, und dann folgt stets eine ungefähr ebenso lange Eruptionsphase, in der hauptsächlich Dampf ausgestoßen wird.
Weitere bekannte und zudem auch besonders schöne Geysire sind der Grand Geyser, der die höchste regelmäßig eruptierende Wassersäule produziert, und der Riverside-Geysir am Ufer des Firehole River.
Von den bunt schillernden Wasserbecken ist die Grand Prismatic Spring die beeindruckendste Quelle im gesamten Park. Das 91 Meter breite "blaue Auge" ist an seinem Ufer von einem orangefarbenen Ring aus Algen umgeben.
Die Heißwasserphänomene sind überwiegend in den Geyser Basins anzutreffen. Sie verdanken ihre Existenz nicht nur dem heißen Untergrund des Yellowstone-Nationalparks, sondern auch eiszeitlichen Ablagerungen, die sich in den Mulden der Basins ansammelten. Gletschermoränen schufen hier eine wasserspeichernde Schicht; die aus der Magmakammer unter dem Yellowstone aufsteigende Erdwärme erhitzt das Wasser, und der Dampfdruck treibt es an die Oberfläche zurück.
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