75 Tremorphasen am philippinischen Taal-Vulkan

Taal-Vulkan bleibt unruhig – 75 Tremorphasen und anhaltende Inflation der Vulkaninsel

Nachdem der philippinische Taal-Vulkan Ende Juni bereits mehrere phreatomagmatische Eruptionen erzeugte, zeigt er weiterhin Anzeichen erhöhter Unruhe. Nach Angaben des philippinischen Instituts für Vulkanologie und Seismologie (PHILVOLCS) wurden innerhalb der vergangenen 24 Stunden 75 Episoden vulkanischen Tremors registriert. Die Erschütterungen dauerten jeweils zwischen einer und drei Minuten und deuten darauf hin, dass sich weiterhin magmatische Fluide unter dem Vulkan bewegen.

Taal-Archivbild

Der hohe Tremor lässt es als wahrscheinlich erscheinen, dass sich in den nächsten Stunden bzw. Tagen weitere Eruptionen aus dem Kratersee auf Volcano Island ereignen könnten. Es ist nicht auszuschließen, dass diese unter stärkerem magmatischem Einfluss geraten und stärker werden.

Die Schwefeldioxid-Emissionen lagen zuletzt bei 829 Tonnen pro Tag und sind damit gegenüber den Spitzenwerten der vergangenen Tage deutlich zurückgegangen. Diese erreichten am 3. Juli 3.194 Tonnen pro Tag, gestern waren es immerhin noch 1.847 Tonnen pro Tag. Die Spitzenwerte könnten verschiedene Ursachen haben. Dazu zählt, dass ein neuer Schub Magma in das flache Speichersystem unter Volcano Island intrudierte. Der aktuell niedrigere Wert könnte auf eine Teilblockade des entgasenden Fördersystems zurückzuführen sein, was den Druck im System erhöht und den Tremor verstärkt, wodurch die Wahrscheinlichkeit von Explosionen steigt.

Zudem wurde auf Volcano Island weiterhin eine kurzfristige Inflation festgestellt, die sich in Form von Bodenhebung äußerte. Eine solche Aufwölbung des Untergrundes entsteht häufig, wenn sich Magma oder vulkanische Fluide im Untergrund ansammeln und erhöhten Druck aufbauen, was zur oben aufgeführten These passt.

Die Alarmstufe bleibt unverändert auf Stufe 1. Diese bedeutet eine geringe, aber anhaltende vulkanische Unruhe. PHILVOLCS warnt ausdrücklich davor, die gesamte Vulkaninsel zu betreten. Insbesondere der Hauptkrater und die Daang-Kastila-Spalten gelten als Gefahrenbereiche. Auch der Aufenthalt auf dem Taal-See sowie Bootsfahrten sind untersagt. Darüber hinaus sollten Flugzeuge den Bereich des Vulkans meiden.