Taifun Bavi hält auf Guam zu

Guam rüstet sich für Taifun Bavi – Evakuierungen und höchste Alarmstufe

Die Bewohner von Guam und den Nördlichen Marianen bereiten sich in Windeseile auf die Ankunft des Supertaifuns Bavi vor. Der tropische Wirbelsturm hat sich über dem westlichen Pazifik schnell aufgebaut und verstärkt. Er wird voraussichtlich am Montag (Ortszeit) mit der Intensität eines Hurrikans der stärksten Kategorie 5 nahe an den US-Pazifikgebieten vorbeiziehen. Meteorologen warnen vor einer lebensbedrohlichen Lage mit extremen Windgeschwindigkeiten nebst sintflutartigen Regenfällen und meterhohen Wellen.

Taifun

Nach Angaben des National Weather Service können anhaltende Winde von mehr als 250 km/h auftreten. Böen könnten noch deutlich höhere Geschwindigkeiten erreichen. Besonders gefährdet ist die Insel Rota, nahe der das Zentrum des Sturms vorbeiziehen soll. Sollte sich die Zugbahn nur geringfügig nach Süden verlagern, könnten auch Guam und weitere Inseln direkt vom Wirbel des zerstörerischen Taifuns erfasst werden. Unabhängig vom exakten Verlauf rechnen die Wetterdienste auf allen Inseln mit schweren Auswirkungen.

Die Behörden auf Guam haben die höchste Warnstufe ausgerufen und mehrere Notunterkünfte eröffnet. Bereits am Sonntag war eines der Evakuierungszentren vollständig ausgelastet. Insgesamt stehen fünf Schutzunterkünfte zur Verfügung, die vor allem besonders gefährdete Menschen aufnehmen sollen. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, sämtliche Vorbereitungen abzuschließen und während des Sturms die Häuser nicht mehr zu verlassen. Nach Einschätzung der Meteorologen könnten gefährliche Bedingungen acht bis zehn Stunden anhalten.

Neben den Orkanböen drohen erhebliche Überschwemmungen. Bis zu 50 Zentimeter Regen könnten in den kommenden Tagen niedergehen. Hinzu kommen Sturmfluten und Wellen von bis zu elf Metern Höhe, die vor allem Küstengebiete massiv gefährden. Experten warnen vor schweren Schäden an Gebäuden, lang anhaltenden Stromausfällen sowie Beeinträchtigungen der Trinkwasserversorgung.

Für die Inselbewohner kommt die Bedrohung zu einem schwierigen Zeitpunkt. Erst im April hatte der Supertaifun Sinlaku große Zerstörungen angerichtet und zahlreiche Menschenleben gefordert. Viele Gebäude befinden sich noch immer im Wiederaufbau.

Guam und die Nördlichen Marianen liegen im westlichen Pazifik auf dem vulkanisch geprägten Marianen-Inselbogen – einer Region, die nicht nur durch Taifune, sondern auch durch aktive Vulkane und den nahegelegenen Marianengraben geprägt ist. Unweit von Guam gibt es einige Vulkaninseln, von denen Anathan der zuletzt aktive war. Hier gab es zwischen 2003 und 2008 Eruptionen. Starke Niederschläge könnten hier möglicherweise Lahare auslösen. Schlammlawinen und Erdrutsche sind bekannte Begleitgefahren von Superstürmen, auch in Gegenden ohne aktiven Vulkanismus.

Klimaforscher weisen darauf hin, dass steigende Meerestemperaturen und ein ausgeprägtes El-Niño-Ereignis besonders intensive tropische Wirbelstürme begünstigen. Bavi gilt als weiteres Beispiel dafür, dass extreme Taifune im westlichen Pazifik häufiger und zerstörerischer werden.