Mexiko: Erdbeben Mw 6,5 am 02.01.2026

Starkes Erdbeben Mw 6,5 erschüttert Urlaubsregion im Süden Mexikos

Datum: 02.01.2026 | Zeit: 13:58:18 UTC | Koordinaten 16.902 ; -99.303 | Tiefe: 35 km | Mw 6,5

Heute manifestierte sich ein Erdbeben der Magnitude 6,5 im Bundesstaat Guerrero im Süden Mexikos. Der Erdstoß ereignete sich um 13:58 UTC und hatte ein Epizentrum, das vom EMSC 15 km nördlich von San Marcos verortet wurde. Das bekanntere Acapulco liegt 65 km entfernt. Die Herdtiefe betrug 35 km. Schäden sind möglich, wurden bis jetzt aber nicht gemeldet, dafür liegen aber zahlreiche Wahrnehmungsmeldungen vor, die den Erdstoß als stark beschreiben.

Mexiko. © EMSC/Leaflet

Die Region Guerrero liegt an der Pazifikküste Mexikos und wird von der Subduktionszone des Mittelamerikagrabens (Middle America Trench) geprägt. Hier taucht die Kokosplatte mit einer Geschwindigkeit von etwa 6–7 cm pro Jahr unter die Nordamerikanische Platte ab. Dieser Prozess ist die Hauptursache für starke Erdbeben entlang der mexikanischen Südküste.

Das Hypozentrum in 35 km Tiefe spricht für ein sogenanntes interplattiges Subduktionsbeben, also ein Erdbeben, das durch ruckartiges Gleiten an der Kontaktfläche zwischen den beiden Platten ausgelöst wurde. Genau diese Art von Beben ist typisch für Guerrero und verantwortlich für viele der historisch zerstörerischsten Erschütterungen in Mexiko.

Besonders bekannt ist die Region zudem für das sogenannte „Guerrero-Seismische-Gap“ – ein Abschnitt der Subduktionszone, in dem sich über Jahrzehnte hinweg Spannungen aufbauen können. Zwar ereignen sich dort auch langsame, „stille“ Erdbeben (Slow Slip Events), doch starke klassische Beben wie dieses zeigen, dass die Spannungsfreisetzung weiterhin unvollständig ist.

Mit einem Epizentrum rund 65 km ostnordöstlich von Acapulco und in relativer Nähe zu San Marcos war das Beben in weiten Teilen der Pazifikküste deutlich spürbar. Die Tiefe von 35 km begünstigt eine weiträumige Wahrnehmbarkeit, reduziert aber im Vergleich zu sehr flachen Beben das extreme Schadenspotenzial direkt über dem Epizentrum.

Vulkane in der Nähe?

Direkt im Bundesstaat Guerrero gibt es keine aktiven Vulkane. Dennoch steht das Erdbeben indirekt im Zusammenhang mit dem mexikanischen Vulkanismus, denn derselbe Subduktionsprozess speist weiter nördlich den Transmexikanischen Vulkangürtel.

Die nächstgelegenen bekannten aktiven Vulkane sind:

  • Popocatépetl (aktiv, häufig explosive Eruptionen)
  • Colima (Volcán de Fuego), einer der aktivsten Vulkane Mexikos

Diese liegen jedoch mehrere hundert Kilometer nordöstlich bzw. nordwestlich des Epizentrums. Ein direkter Zusammenhang zwischen diesem Erdbeben und akuter vulkanischer Aktivität ist daher nicht gegeben. Solche Subduktionsbeben können langfristig Spannungsänderungen im Plattensystem bewirken, lösen aber in der Regel keine unmittelbaren Eruptionen aus.

Zusammenfassend handelt es sich um ein typisches starkes Subduktionsbeben an der Pazifikküste Mexikos, verursacht durch die fortschreitende Kollision der Kokosplatte mit der Nordamerikanischen Platte. Die Region bleibt aufgrund ihrer tektonischen Lage dauerhaft hochgefährdet – sowohl seismisch als auch langfristig im Zusammenhang mit dem Vulkanismus des Landes.

Update 18:00 Uhr: Inzwischen gibt es erste Schadensmeldungen aus Orten in Nähe des Epizentrums.