Vogtland: Spürbares Erdbeben Mb 3,3 infolge einen Schwarms

Spürbares Erdbeben Mb 3,3 erschütterte Vogtland – Zahlreiche Wahrnehmungsmeldungen

Datum: 01.01.2026 | Zeit: 16:38:25 UTC | Koordinaten 50.262 ; 12.449 | Tiefe: 8 km | Mb 3,3

Die deutsch-tschechische Grenzregion des Vogtlands wird seit dem Neujahrstag erneut von einem intensiven Erdbebenschwarm erschüttert, dessen stärkstes Einzelbeben von den Anwohnern der Region sogar deutlich gespürt wurde. Die stärkste Erschütterung ereignete sich am 01.01.2026 um 16:38:25 Uhr und erreichte eine Magnitude von 3,3. Das Beben trat in acht Kilometern Tiefe bei den Dezimalkoordinaten 50.262 ; 12.449 auf und wurde vom GFZ rund 11 Kilometer südlich des deutschen Klingenthal lokalisiert. Tatsächlich lag das Epizentrum auf tschechischem Hoheitsgebiet östlich von Luby, in jenem Gebiet, in dem es bereits seit Monaten immer wieder zu Erdbeben kommt.




Beobachtungen zeigen, dass sich die Mehrzahl der Beben erneut in südliche Richtung verlagerte und dort einen Cluster bildete – in jenem Bereich, in dem sich die Aktivität bereits vor der nordwärts gerichteten Wanderung im Dezember konzentriert hatte.

Die Berichte der Bebenzeugen sind teilweise widersprüchlich: Während viele Anwohner von einem lauten Knall oder Grollen berichten, das den spürbaren Erschütterungen unmittelbar vorausging, geben andere an, das Beben habe sich nahezu geräuschlos ereignet. Die Mehrheit der Betroffenen beschreibt einen kräftigen Ruck, der Gebäude erschütterte und Geschirr zum Klirren brachte. Vergleichsweise wenige Menschen sprechen von einem eher „müden“ Erdbeben. Es handelte sich zudem weder um den ersten noch um den letzten spürbaren Erdstoß: Neben dem Beben der Magnitude 3,3 traten mehrere weitere Erschütterungen im Magnitudenbereich um 2 auf, die ebenfalls wahrgenommen wurden. Darüber hinaus ereigneten sich Hunderte schwacher Erdbeben mit Magnituden unter 2,0. Bezieht man auch die extrem schwachen Vibrationen mit negativen Magnituden ein, die nicht exakt lokalisiert werden können, steigt die Gesamtzahl der registrierten Ereignisse auf mehrere Tausend.

Die genaue Ursache der Schwarmbeben, die in dieser Region phasenweise seit Jahrzehnten auftreten, ist weiterhin Gegenstand wissenschaftlicher Forschung. Eine plausible Hypothese geht davon aus, dass magmatische Fluide aufsteigen, den Porendruck erhöhen und dadurch Störungszonen aktivieren oder das Gestein direkt zum Bruch bringen. Die Erdbebensignale sind dabei häufig vulkanotektonischen Ursprungs. In der Region treten zudem ausgeprägte Mofetten auf, aus denen vor allem Kohlendioxid, aber auch Kohlenmonoxid, austritt und denen immer wieder Insekten, Vögel und Kleinsäuger zum Opfer fallen. Solange diese Gase jedoch kalt bleiben, besteht keine unmittelbare Gefahr eines Vulkanausbruchs.