Ätna: Ein weiterer Tremorpeak am 27.03.2026

Erneut plötzlicher Tremoranstieg am Ätna – keine sichtbaren Anzeichen eines Vulkanausbruchs zu erkennen

Zum fünften Mal seit Ende Februar ist es heute Mittag zu einem erneuten Anstieg der Tremoramplitude am Ätna gekommen, ohne dass es sichtbare Anzeichen einer Eruption gegeben hätte. Allerdings ist der Vulkan ein weiteres Mal in dichte Wolken gehüllt, so dass visuelle Beobachtungen nicht möglich sind.

Wie das Ätna-Observatorium des INGV meldet, begann der Tremor gegen 11:50 Uhr (UTC) abrupt anzusteigen und die Werte kletterten schnell von einem mittleren auf ein hohes Niveau. Seitdem zeigen sie moderate Schwankungen innerhalb dieses erhöhten Bereichs. Die genaue Lokalisierung des Zentrums der Tremorquellen ist momentan aus technischen Gründen unsicher, da eine der wichtigsten Messstationen vermutlich aufgrund des vielen Schnees keine Werte liefert. Dabei handelt es sich um die farbmarkierte ECPN, auf die ich hier immer zurückgreife.

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Tremor am Ätna. © INGV

Zusätzlich beeinträchtigt starker Wind die Sensoren zur Infraschallerkennung, so dass auch hier keine zuverlässigen Daten abzurufen sind. Die Auswertung der spärlichen Daten zeigt laut Aussage der Vulkanologen keine signifikanten Veränderungen in der Infraschallaktivität.

Trotz dieser Einschränkungen gibt es Daten, die neben dem Tremor auf Magmenaufstieg hindeuten: Die Klinometerstation „Cratere del Piano“ sowie des Dehnungsmessers am Monte Ruvolo zeigen seit etwa 12:00 Uhr (UTC) leichte Änderungen in ihren Trends. Solche Signale können auf minimale Verformungen im Vulkangebäude hindeuten. Gleichzeitig weisen die GNSS-Daten des permanenten Messnetzes keine signifikanten Abweichungen auf, was eine große Magmenintrusion eigentlich ausschließt.

Der vulkanische Tremor ist ein zentraler Indikator für die Bewegung von Magma und Gasen im Untergrund. Ein plötzlicher Anstieg – wie aktuell beobachtet – kann auf verstärkte Aktivität im Fördersystem hindeuten und geht häufig eruptiven Phasen voraus, muss jedoch nicht zwingend unmittelbar zu einem Ausbruch führen. Am Ätna gab es während paroxysmaler Phasen gelegentlich ein ähnliches Verhalten, währenddessen es aber bereits strombolianische Eruptionen gegeben hat. Es wurde so interpretiert, dass der Druck nicht ausgereicht hat, um den Paroxysmus zu starten. Wiederholter schneller Tremoranstieg, wie er jetzt vorkommt, ohne jegliche Eruption, ist mir zumindest neu.

In den letzten Tagen gab es einige Satellitenbilder von der Ätna-Gipfelregion, die keinerlei Spuren thermischer Anomalien zeigten. Meine frühere Analyse eines Fotos mit vermeintlichen Thermalspuren bestätigte sich nicht in späteren Bildern. Wahrscheinlich handelte es sich hierbei um Fehlsignale. Möglicherweise sind die Schlote blockiert, so dass größerer Druck nötig ist, damit sie sich freisprengen. Aber das ist spekulativ.

Der Ätna zählt zu den aktivsten Vulkanen Europas und zeigt regelmäßig solche Schwankungen, die Teil seines dynamischen Verhaltens sind. Weitere Aktualisierungen werden zeitnah folgen.