Aso-san: Erhöhung der Alarmstufe des Vulkans in Japan

Warnstufe 3 nach deutlicher Zunahme der Aktivität am Aso – Zusammenhang mit Kumamoto-Erdbeben denkbar

Am Aso auf Kyushu hat sich die vulkanische Aktivität innerhalb weniger Tage deutlich verstärkt. Die japanische Meteorologische Agentur JMA hob am 14. August um 15:45 Uhr die Vulkanwarnstufe von 2 auf 3 an. Damit gilt rund um den bei Touristen beliebten ersten Krater des Nakadake eine Sperrzone von etwa zwei Kilometern. Dort besteht im Falle einer Eruption Gefahr durch große vulkanische Bomben und pyroklastische Ströme.

Aso-san

Auslöser der Hochstufung war vor allem eine signifikante Zunahme des vulkanischen Tremors, dessen Amplitude seit dem Abend des 12. August anstieg. Am Nachmittag des 14. August überschritt der gleitende Ein-Minuten-Mittelwert an einer Messstation 4 Mikrometer pro Sekunde. Gleichzeitig nahm die Freisetzung von Schwefeldioxid massiv zu: Bei der Messung vom 14. August wurden 2.700 Tonnen SO₂ pro Tag registriert, nachdem am 6. August noch 1.200 Tonnen gemessen worden waren.

Die Entwicklung ist allerdings nicht völlig neu. Bereits am 21. Juni war der Aso wegen zunehmenden Tremors und einer erhöhten SO₂-Freisetzung auf Warnstufe 2 gesetzt worden. Damals wurden 1.700 Tonnen SO₂ täglich gemessen.

Von besonderem Interesse ist der zeitliche Zusammenhang der Aktivitätssteigerung des Aso mit dem jüngsten starken Erdbeben Mw 6,8 vom 28. Juli in der Region Kumamoto. Ob das Beben die Aktivitätszunahme am Vulkan beeinflusst hat, ist derzeit nicht geklärt. Die JMA erklärte am 14. August, es gebe keine eindeutigen Daten für einen Zusammenhang, gleichzeitig könne ein Einfluss nicht vollständig ausgeschlossen werden.

Grundsätzlich wäre ein solches Wirken des Erdbebens auf den Vulkan denkbar. Starke Erdbeben können Spannungen in der Erdkruste verändern, vorhandene Störungen reaktivieren und Fluid- oder Magmawege beeinflussen. Gerade am Aso ist eine solche Wechselwirkung von besonderem Interesse, da das Vulkansystem von einem komplexen Störungsnetz durchzogen wird.

Allerdings sprechen die über Wochen und Monate beobachteten Veränderungen auch für eine eigenständige Entwicklung des Vulkansystems. Der aktuelle Tremoranstieg und die extreme Zunahme der Gasemissionen sind deshalb kein Beleg dafür, dass das Erdbeben die vulkanische Aktivität ausgelöst hat. Möglich bleibt vielmehr, dass ein Erdbeben als zusätzlicher Trigger auf ein bereits angespanntes magmatisches System gewirkt haben könnte. Ein solcher Zusammenhang müsste durch die weitere Entwicklung der seismischen, geodätischen und vulkanischen Messdaten erst nachgewiesen werden, was sich grundsätzlich schwierig gestaltet.