Bosnien-Herzegowina: Erdbeben Mb 4,4

Spürbares Erdbeben erschüttere Livno in Bosnien-Herzegowina

Datum: 17.02.2026 | Zeit: 16:31:25 UTC | Koordinaten; 43.874 ; 16.855 | Tiefe: 7 km | Mb 4,4

Am frühen Abend des 17. Februars manifestierte sich um 17:31 Uhr Ortszeit ein Erdbeben der Magnitude 4,4 in Bosnien-Herzegowina. Der Erdbebenherd lag in nur 7 km Tiefe. Das Epizentrum wurde bei den Koordinaten 43,874° N, 16,855° O verortet, etwa 13 km westnordwestlich von Livno und 53 km nordnordöstlich von Split in Kroatien. In beiden Regionen wurde das Beben deutlich wahrgenommen.

Bosnien-Herzegowina. © EMSC

Wie aus den Wahrnehmungsberichten beim EMSC hervorgeht, beschreiben die Bewohner der Region  das Erdbeben als mehrere Sekunden langes, kräftiges Wackeln. In Livno und nahegelegenen Dörfern berichteten viele von einem starken Rütteln, das kurz intensiv war und anschließend noch schwächer nachhallte. Einige Zeugen beschrieben ein begleitendes Geräusch bzw. Grollen, das das Gefühl des Bebens verstärkte. Auch in kroatischen Städten wie Split, Sinj und Hrvace meldeten Menschen ein kräftiges Zittern, teilweise von einem explosionsähnlichen Geräusch begleitet. Die Dauer der spürbaren Erschütterungen wurde meist auf 10–15 Sekunden geschätzt, wobei das Empfinden je nach Standort variierte. Insgesamt wurde das Beben in einem weiten Umkreis als deutlich spürbar wahrgenommen, ohne dass größere Schäden gemeldet wurden.

Die Region liegt tektonisch an der Grenze zwischen der Adriatischen und der Eurasischen Platte, in einem tektonisch sehr aktiven Gebiet der Dinariden. Die Adria-Platte bewegt sich relativ zur Eurasischen Platte nach Nordosten, wodurch in der Region komplexe Kompressions- und Scherkräfte entstehen. Die geologische Struktur der Dinariden mit kalksteinreichen Massiven und gefalteten Sedimenten begünstigt lokale Verstärkung der Erdbebenwellen.

Das Beben ereignete sich wahrscheinlich entlang der regionalen Livno-Störung, die zum übergeordneten Sarajevo-Fault-System der Süddinariden gehört, einer strike-slip-dominanten Verwerfung, die WNW–ESE verläuft. Diese Störung ist für wiederkehrende flache Beben in der Region bekannt, typischerweise mit Magnituden zwischen 4 und 6. Die flache Tiefe des Hypozentrums von 7 km verstärkt das spürbare Erschütterungsgefühl in den angrenzenden Siedlungen. Historisch ähnliche Beben zeigen, dass diese Zone aktiv bleibt und weiterhin für lokale seismische Ereignisse verantwortlich ist.