Campi Flegrei: Druckbeaufschlagung geht weiter

Druckbeaufschlagung der Campi Flegrei geht weiter – wenige Erdbeben aber steigender CO2-Ausstoß

Der Boden der Campi Flegrei hebt sich weiterhin, obgleich es in den letzten Monaten im Vergleich zum Vorjahr deutlich weniger Erdbeben gegeben hat. Die Bodenhebung beträgt seit 2005 nun 1630 mm, was ausreicht, um massive Probleme zu verursachen. So setzte letzte Woche wieder ein Auto beim ausborden einer Fähre auf dem Anleger auf, weil der Höhenunterschied zwischen den Fähren und der angehobenen Kaimauer zu groß geworden ist. Die anhaltende Bodenhebung lässt auch den kleinen Fischereihafen immer weiter trockenfallen und verlanden, so dass er praktisch nicht mehr genutzt werden kann. Obgleich neben der Seismizität auch die Geschwindigkeit der Bodenhebung Anfang des Jahres nachgelassen hat und nun weiter bei 10 mm pro Monat liegt, bestätigten die INGV-Vulkanologen eine anhaltende Druckbeaufschlagung des Systems.

Campi Flegrei. © INGV

Diese äußert sich nicht nur in vergleichsweise hohen Durchschnittstemperaturen der ausgestoßenen Gase, sondern auch in einem leicht steigenden Trend des Kohlendioxidausstoßes. Entwichen dem Pisciarelli-Thermalgebiet Anfang des Jahres täglich ca. 11.000 g Kohlendioxid pro Quadratmeter, sind es nun wieder fast 16.000 g. Die Temperatur der Gase liegt bei 95 Grad, gemessen in 5 m Abstand zum Hauptgasstrom. Die Gastemperatur der BG-Fumarole der Solfatara liegt durchschnittlich bei 173 Grad.

Interessant ist der Graph zur Bodenhebung an der Messstation RITE, der in den letzten Tagen einen deutlichen Sprung hinlegte. Hierbei kann es sich um Fehlmessungen aufgrund falscher Satelliten-Korrekturdaten handeln, oder aber um eine tatsächliche Beschleunigung der Hebung, was ohne stärkeren Erdbebenschwarm allerdings ungewöhnlich wäre. Neue Bahnkorrekturdaten könnten die Werte in den nächsten beiden Wochen wieder relativieren, daher wird die Geschwindigkeit der Bodenhebung weiterhin mit dem bekannten Wert angezeigt.

Die Daten beschreiben immer nur eine Momentaufnahme, anhand derer keine Prognosen zum weiteren Verlauf der Bodenhebungsphase getroffen werden können. Mit einem plötzlichen Ende der Hebung rechne ich aber nicht, größere Schwankungen sind jederzeit möglich, genauso wie es nach wie vor zu stärkeren Erdbeben kommen kann.