Campi Flegrei: Hydrothermale Explosion bei Pisciarelli vermutet

Drohnenpilot vermutet kleine hydrothermale Explosion bei Pisciarelli – starke Entgasungen bestätigt

Das Thermalgebiet von Pisciarelli in den Campi Flegrei steht im Verdacht, eine kleine hydrothermale Explosion erzeugt zu haben. Diesen Verdacht sprach ein Drohnenpilot des YT-Kanals „Solfatara News“ aus, der seine Drohne ganz nahe an die Hauptfumarole des Thermalgebiets auf der Außenseite der Nordostflanke des Solfatarakraters gesteuert hatte. Im Tiefflug entdeckte er dunkles Material auf dem ausgetrockneten Schlamm des Thermalgebiets, von dem der Pilot annimmt, dass es infolge einer Eruption ausgeworfen worden war.



Zudem meint der namentlich nicht genannte Modellflieger, dass die Entgasungen der Hauptfumarole deutlich stärker geworden seien, weil seine Drohne nach dem Flug mit feinem, ausgestoßenen Schlamm bedeckt gewesen war und dass das Reinigen des Fluggeräts Stunden gedauert hätte. Auf seinem Video ist zu erkennen, dass das Schlammbecken um die Fumarole ausgetrocknet ist. Ich vermute, dass sich im Schlot noch Flüssigkeit befindet, die in einem feinen Sprühregen mit dem Gas ausgestoßen wurde, der sonst vom Schlamm im Becken zurückgehalten wird. Durch die fehlende Auflast des Schlamms erscheinen die Entgasungen zudem stärker. Dennoch ist es nicht von der Hand zuweisen, dass sich eine schwache hydrothermale Explosion ereignet haben könnte, die Schlamm einige Meter weit auswarf.

Kohlendioxid

Der aktuelle INGV-Wochenbericht für den Beobachtungszeitraum 27.04. bis 03.05. bestätigt, dass die Entgasungen bzw. der Kohlendioxid-Ausstoß aus Pisciarelli in den letzten Wochen wieder zugenommen hat, nachdem er Anfang des Jahres leicht rückläufig war. Die an der Station FLXOV8 gemessenen CO₂-Werte markierten zeitweise sogar neue Spitzenwerte. Die Gastemperatur lag weiterhin bei 95 Grad.

Die Bocca Grande in der Solfatara setzte den langsamen Erwärmungstrend der Fumarolengase weiter fort, wobei die Schwankungen im Dezimalbereich liegen und sich in den wöchentlichen Statistiken kaum bemerkbar machen.

Obwohl die Messungen den langjährigen Trend der Druckbeaufschlagung des Systems bestätigen, scheinen die geringe Seismizität der letzten Tage und die moderate Hebegeschwindigkeit von 10 mm pro Monat nicht zu diesem Trend zu passen. Sie deuten gegenüber der Hochphase dieser Parameter im letzten Jahr nun eher eine langsame Beruhigung des Systems an, doch wie jüngste Studien ergaben, kann dieser Eindruck täuschen.