Neuseeland: Erdbeben Mw 5,8 vor der Nordküste

Erdbebenschwarm vor Neuseelands Nordinsel: Tektonische Spannungen entladen sich am Rand der Taupō Volcanic Zone

Datum: 05.05.2026 | Zeit: 08:00:48 UTC | Koordinaten:  -36.702 ; 177.173 | Tiefe: 35 km | Mw 5,8

Ein Erdbeben der Magnitude 5,8 hat am Morgen des 5. Mai die Gewässer vor der Nordküste der neuseeländischen Nordinsel erschüttert. Das Epizentrum lag 129 Kilometer nordöstlich von Whangamatā, wo etwa 4.400 Menschen leben. Das Hypozentrum befand sich in einer Tiefe von etwa 35 Kilometern. In den Stunden danach folgte ein intensiver Nachbebenschwarm mit Dutzenden Erschütterungen. Laut dem EMSC waren darunter mehrere Ereignisse mit Magnituden im hohen Viererbereich. Das GFZ meldete hingegen sogar zwei weitere Beben mit den Magnituden 5,3 und 5,2. Die Herdtiefen werden von den Potsdamern mit 10 km angegeben.

Neuseeland

Die Beben waren in weiten Teilen der Nordinsel deutlich zu spüren, verursachten jedoch keine signifikanten Schäden.

Die Erdstöße sind Ausdruck der geologischen Lage Neuseelands am Pazifischen Feuerring, der nicht nur wegen seiner Vulkane bekannt ist, sondern auch aufgrund der hohen Erdbebentätigkeit. Die Inseln befinden sich direkt an der Grenze zwischen der Pazifischen Platte und der Australischen Platte. Entlang der östlichen Nordinsel taucht die Pazifische Platte in der Hikurangi-Subduktionszone unter die Australische Platte ab. Dabei bauen sich enorme Spannungen auf, die sich immer wieder in Erdbeben entladen. Westlich der Subduktionszone befindet sich die Dehnungszone des Back-Arc-Bereichs des Lau-Beckens, in der es zur Krustendehnung kommt.

Die Epizentren der Beben liegen in dem Bereich, in dem das auslaufende Lau-Becken in der Bay of Plenty auf die Nordinsel trifft und in die Taupō Volcanic Zone übergeht. Wahrscheinlich wurden die Erdbeben durch die Aktivierung von Störungszonen des Lau-Beckens ausgelöst, sie könnten aber auch mit der Subduktion der abtauchenden Pazifischen Platte zusammenhängen. Eine weitere Möglichkeit sind magmatische Prozesse im oberen Bereich der Asthenosphäre, wobei das Hauptbeben hierfür eigentlich zu stark war.

Fragen nach möglichen Auswirkungen auf den Vulkanismus drängen sich in Neuseeland schnell auf. Schließlich zählt die Taupō Volcanic Zone zu den aktivsten Vulkanregionen der Erde. Die Vulkaninsel White Island mit dem Vulkan Whakaari liegt im Einflussbereich des Erdbebens (Mw 5,8), das sich auf die Aktivität des Vulkans auswirken könnte. In den letzten Wochen war Whakaari vergleichsweise ruhig. Sollte er in den nächsten Tagen aktiver werden, könnte dies mit dem Erdbeben in Zusammenhang stehen.