
Starkes Schwarmbeben trifft erneut Campi Flegrei – stärkste Einzelerschütterungen Md 3,3
Seit heute Nachmittag wird die süditalienische Caldera Campi Flegrei erneut von einem intensiven Erdbebenschwarm erschüttert, der bis jetzt aus fast 30 Einzelerschütterungen besteht. Die Beben setzten gegen 14:09 UTC ein. Die beiden stärksten Beben hatten eine Magnitude von 3,3 und eine Herdtiefe von nur 1800 m und 700 m. Für spürbare Erdbeben, die für gewöhnlich mit Gesteinsbruch einhergehen, ist das ungewöhnlich flach. Risse breiten sich immer weiter in Richtung Oberfläche aus.
Die Epizentren beider Beben lagen an der Küstenstraße Via Napoli, kurz vor dem Ortseingang von Pozzuoli. Hier gibt es nicht nur Fischrestaurants, sondern auch eine bröcklige Steilklippe, die auf stärkere Erdbeben mit Steinschlägen und Erdrutschen reagieren könnte. Die Beben manifestierten sich zudem unweit der Solfatara und dem Areal von Rione Terra, wo das Zentrum der Bodenhebung liegt. Die meisten der schwächeren Erschütterungen streuten um die beiden Epizentren der stärkeren Beben.
Die Kommune Pozzuoli reagierte prompt und gab eine Warnung vor dem Erdbebenschwarm heraus und forderte die Bevölkerung auf, Wohnungen und Häuser auf Schäden zu untersuchen und diese umgehend zu melden. Für gewöhnlich rücken auch immer Einsatzkräfte zu Inspektionen der Infrastruktur aus.
In den letzten Tagen gibt es eine deutliche Zunahme der Seismizität und die Gefahr ist hoch, dass sich in den nächsten Tagen noch stärkere Erdbeben ereignen werden: Die Seismizität nimmt phasenweise zu, wobei die Intervalle zwischen den stärkeren Erdbeben immer kürzer werden. In den ruhigeren Phasen werden immer sofort Stimmen laut, die meinen (oder hoffen), dass der Höhepunkt der Aktivität überschritten sei – ich glaube nicht, dass das so schnell eintritt. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass der Hebungsprozess weitergehen wird, bis es zum Ausbruch kommt. Allerdings könnten noch Jahrzehnte vergehen, bis es schließlich so weit ist. 20 Jahre Hebungsphase sind bereits um. Die Hebungsphase vor der Monte-Nuovo-Eruption soll 70 Jahre gedauert haben, was allerdings nicht heißt, dass es diesmal genauso lang dauern muss.