Kohlendioxidausstoß der Campi Flegrei hat im September leicht zugenommen – Bodenhebung konstant
Trotz der momentan eher geringen Erdbebentätigkeit kann in der süditalienischen Caldera nicht von einer nachhaltigen Entspannung der Situation ausgegangen werden, da mehrere geophysikalische und geochemische Parameter unverändert von einer weiteren Druck- und Temperaturbeaufschlagung des von magmatischen Prozessen gesteuerten Hydrothermalsystems zeugen. Von besonderer Bedeutung ist eine erneute Zunahme der Kohlendioxid-Emissionen.

Im gestern erschienenen INGV-Wochenbericht zum Status des Vulkans wurden die Beobachtungsdaten für den Zeitraum 7. bis 13. September dargelegt. In dieser Periode wurden 31 schwache Erdbeben detektiert, von denen 17 positive Magnituden hatten. In der aktuellen Woche ist die Erdbebentätigkeit bisher noch geringer und es gibt vereinzelt Tage mit keinem oder nur 1 bis 2 Beben. Dass man aus der relativ schwachen Seismizität nicht auf eine generelle Beruhigung der Aktivität schließen kann, war bereits mehrfach Diskussionsgegenstand. Tatsächlich hält die Bodenhebung laut INGV-Einschätzung unverändert an und hat eine Geschwindigkeit von 10 mm pro Monat, wobei immer ein Toleranzbereich von ±3 mm berücksichtigt wird. Betrachtet man den Graphen allerdings genau, so erkennt man, dass die tatsächliche Bodenhebung unter Einberechnung der nicht korrigierten, blau markierten Daten der letzten Woche eher eine doppelt so schnelle Bodenhebung ergibt. Möglicherweise wird die Einschätzung der Vulkanologen in Bälde angepasst.
Ebenfalls leicht gestiegen ist der Kohlendioxidausstoß an der Messstation V07 in Pisciarelli, wo es seit Februar 2025 einen leichten Rückgang der CO₂-Werte gegeben hatte. Generell sind die Kohlendioxidemissionen mit durchschnittlich 1000 Tonnen pro Tag viel zu hoch für einen nicht eruptierenden Vulkan.

Die Gastemperaturen lagen bei Pisciarelli weiterhin bei ca. 95 Grad und an der Bocca Grande in der Solfatara bei 173. Diese Werte werden seit Monaten angegeben, dennoch sprechen die Vulkanologen von einem langfristig steigenden Trend, der sich fortsetzt. Entscheidend sind hier wohl die Nachkommastellen der Messungen.
Die Daten zeigen, dass trotz geringerer Seismizität keine Entwarnung gegeben wurde. Meiner Meinung nach steigt momentan das Risiko für stärkere Erdbeben im Vierer-Magnituden-Bereich oder sogar darüber an, je weniger schwache Erdbeben die Spannungen abbauen, die unweigerlich infolge der Bodenhebung entstehen. Das Erdbebenrisiko ist weiterhin hoch, während das Risiko eines Vulkanausbruchs zumindest größer als Null und somit vorhanden ist.