Zahlreiche explosive Eruptionen am Lewotolok-Vulkan in 1800 m Höhe
Am Ili Lewotolok auf der indonesischen Insel Lembata bewegte sich die explosive Eruption auch am 16. September weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Das Vulkanobservatorium registrierte innerhalb von 24 Stunden 216 Eruptionen, deren seismische Amplituden zwischen 11,1 und 40 mm lagen und die 23 bis 127 Sekunden dauerten. Hinzu kamen 178 Entgasungsereignisse, 16 nichtharmonische Tremorphasen sowie einzelne vulkanische und hybride Erdbeben.

Die Eruptionen folgen relativ schnell aufeinander und pro Stunde ereignen sich zwischen 9 und 10 Eruptionen. Doch nicht jede Eruption erzeugt Aschewolken, die deutlich sichtbar aufsteigen. Die stärkeren Explosionen generieren Aschewolken, die mehrere hundert Meter über Kraterhöhe aufsteigen und auch glühende Tephra auf ballistischen Flugbahnen auswerfen, die auf nächtlichen Langzeitbelichtungen die typischen roten Leuchtspuren strombolianischer Eruptionen hinterlassen.
Im Tagesupdate des VSI wurden 5 Aschewolken erzeugende Eruptionen besonders hervorgehoben: Um 08:19 Uhr Ortszeit stieg eine graue Aschewolke etwa 200 m über den Gipfel auf. Um 13:14 Uhr erreichte die Eruptionssäule bereits 500 m über dem Krater, entsprechend etwa 1.923 m über dem Meeresspiegel. Die Asche wurde dabei mit mittlerer bis starker Intensität nach Westen verfrachtet. Weitere Eruptionen um 16:31, 19:04 und 22:59 Uhr erzeugten Säulen von etwa 300, 200 beziehungsweise 100 m Höhe.
Das VAAC Darwin veröffentlichte eine VONA-Warnung über Vulkanasche, die bis FL060 (gut 1.800 m) über dem Meeresspiegel aufgestiegen war. Die Asche wurde mit einer Geschwindigkeit von 18 km/h nach Nordwesten verfrachtet. Auf aktuellen Satellitenbildern war die Wolke allerdings wegen dichter Bewölkung nicht eindeutig zu erkennen. Höhe und Ausbreitung wurden deshalb zusätzlich anhand von Bodenbeobachtungen und Modellberechnungen abgeschätzt.
Die Aktivität konzentrierte sich damit weiterhin auf häufige, überwiegend kurz andauernde Explosionen mit vergleichsweise niedrigen Aschesäulen. Das Observatorium warnt zudem vor möglichen Lavaabbrüchen und pyroklastischen Strömen, insbesondere an den Süd- und Südosthängen sowie im Westen und Nordosten.
Für den Gipfelbereich gelten weiterhin Sperrzonen von 2 km um den Krater sowie 3 km in den Sektoren Süd und Südost.