Erdbeben Md 3,5 löst Erdbebenschwarm unter Calderavulkan Campi Flegrei aus – im großen Umkreis zu spüren gewesen
Datum: 28.02.2026 | Zeit: 10:19:07 UTC | Koordinaten: 40.8352 ; 14.1398 | Tiefe: 2,7 km | Md 3,5
Am Vormittag des 28. Februars ereignete sich in den Campi Flegrei bei Neapel ein Erdbeben der Magnitude 2,5. Der Erdstoß, der eine Herdtiefe von 2700 m hatte, war im gesamten Stadtgebiet von Pozzuoli und in Teilen des angrenzenden Neapel deutlich zu spüren gewesen. Das Epizentrum lag nördlich der Solfatara, direkt auf der Straße „Galeria Solfatara“ die in die Tangentiale nach Neapel übergeht. Ein weiterer Erdstoß nahe der ersten Lokation hatte eine Magnitude von 2,3. Es gab einen Nachbebenschwarm von 12 weiteren Erschütterungen.

Das Beben Md 3,5 war in diesem Jahr bislang der stärkste Erdstoß in der Caldera und löste u.a. beim EMSC mehrere Wahrnehmungsmeldungen aus. Der Erdstoß verursachte wellenförmige Bodenbewegungen und war in 11 Kilometer Entfernung noch deutlich zu spüren gewesen.
Das Bürgermeisteramt von Pozzuoli gab eine entsprechende Meldung heraus und warnte vor der Möglichkeit weiterer Erdbeben. Zudem wurden Notfallrufnummern veröffentlicht, an die sich besorgte Bürger wenden können, um ggf. entstandene Schäden zu melden. Berichte hierüber liegen bis jetzt nicht vor.
Was vorliegt, ist eine INGV-Meldung, nach der das Institut eine Absichtserklärung mit einem ortsansässigen Glasfasernetzwerkbetreiber unterzeichnet hat, das Glasfasernetzwerk als erweiterte Sensorenphalanx zu benutzen, so wie es u.a. auf der isländischen Reykjanes-Halbinsel bereits praktiziert wird: minimalste Längenänderungen der Glasfaser können Laufzeitunterschiede der Signale bewirken, was auf eine Dehnung der Kabel hindeutet, die durch Bodendeformationen verursacht werden können. Somit erhält man ein flächendeckendes Sensornetzwerk für die Bodenhebung. Wann das Projekt umgesetzt wird, ist nicht bekannt.
Seit einigen Monaten hat die Hebegeschwindigkeit des Bodens nachgelassen und reduzierte sich von 30 mm auf 10 mm. Damit liegt die Bodenhebung aber immer noch im Bereich des langjährigen Durchschnitts. Es bleibt abzuwarten, ob die Erdbeben heute nur eine Ausnahme waren oder ob sie eine erneute Phase signifikant erhöhter Aktivität einleiten.