Südafrika: Starke Buschbrände in der Region Western Cape

Waldbrände im Western Cape bedrohen beliebte Auswandererregion in Südafrika

Die Region Western Cape in Südafrika, insbesondere Kapstadt und seine Umgebung, ist seit Jahren ein beliebtes Ziel für deutsche Auswanderer. Viele schätzen das mediterrane Klima, die landschaftliche Schönheit und die lebendige deutschsprachige Community. Doch aktuell steht diese Traumregion vor einer verheerenden Herausforderung: Die Vegetation auf mehr als 100.000 Hektar Land ist von starken Bränden betroffen, die zahlreiche Häuser zerstört und Massen-Evakuierungen ausgelöst haben. Todesopfer gab es bis jetzt nicht, doch eine junge Frau musste wegen Rauchvergiftung im Krankenhaus behandelt werden.

Die Brände wüten seit mehreren Tagen und haben besonders Gemeinden wie Mossel Bay, Du Noon und Pearly Beach schwer getroffen. Tausende Menschen mussten ihre Häuser verlassen und in Notunterkünften Schutz suchen. Feuerwehrkräfte und Militär sind mit Löschhubschraubern und Bodeneinsätzen vor Ort, doch die Flammen breiten sich aufgrund anhaltender Trockenheit und starker Winde rasch aus.

Die Ursachen der Waldbrände sind vielfältig. Die Region erlebt eine typische Sommerhitze mit mediterranem Klima: heiße, trockene Bedingungen, die die Vegetation – vor allem den für das Western Cape typischen Fynbos – leicht entzündlich machen. Der sogenannte Cape Doctor, ein starker Südostwind, trägt zusätzlich zur schnellen Ausbreitung der Feuer bei.

Menschliches Fehlverhalten spielt ebenfalls eine Rolle: Studien zeigen, dass über die Hälfte der Brände durch Fahrlässigkeit ausgelöst werden, etwa durch unachtsam entsorgte Zigaretten oder außer Kontrolle geratene kontrollierte Feuer. Brandstiftung ist zwar ein Faktor, wird aber nicht als Hauptursache für die aktuellen Großbrände genannt.

Der Klimawandel verstärkt die Situation zusätzlich. Höhere Temperaturen und längere Trockenperioden führen zu einer erhöhten Brandgefahr und intensiveren Feuerperioden, die in den letzten Jahren zugenommen haben.

Die verheerenden Brände im Western Cape treffen eine Region, die nicht nur für Südafrika, sondern auch für viele Deutsche als neues Zuhause gilt. Die kommenden Wochen werden entscheidend sein, ob die Einsatzkräfte die Feuer eindämmen können und wie schnell sich die betroffenen Gemeinden erholen.

Indonesien: Sturzfluten nach Unwettern auf Sulawesi

Heftige Sturzfluten auf Sulawesi: Extreme Regenfälle setzen Gemeinden unter Wasser

Teile der indonesischen Insel Sulawesi sind auch in der zweiten Januarwoche 2026 von schweren Überschwemmungen und Sturzfluten betroffen worden. Auslöser waren außergewöhnlich intensive und anhaltende Regenfälle, die Flüsse rasch anschwellen ließen und das Wasser unkontrolliert durch Siedlungen strömen ließen. Besonders gefährdet sind Regionen mit steilem Relief und unzureichender Entwässerungsinfrastruktur. Nach behördlichen Angaben starben seit Anfang des Jahres mindestens 16 Menschen in den Fluten. Drei Personen gelten als vermisst. Hunderte wurden obdachlos und mussten evakuiert werden.

Sturzflut reißt Auto mit

Auf Zentral-Sulawesi verwandelten sich Straßen innerhalb kurzer Zeit in reißende Wasserläufe. Es wurden nicht nur Schlamm, Geröll und Treibgut von den Fluten erfasst und mitgerissen, sondern auch Fahrzeuge und andere Güter. Es entstanden große Schäden an Häusern, Brücken und Verkehrswegen. In mehreren Ortschaften kam es zu Unterbrechungen der Stromversorgung und zu eingeschränktem Zugang für Rettungskräfte, da wichtige Straßenabschnitte unpassierbar wurden.

Auch in anderen Teilen Sulawesis wurden schwere Folgen gemeldet. Anfang Januar führten Sturzfluten in Nord-Sulawesi zu Todesopfern, zerstörten Wohnhäuser und zwangen zahlreiche Menschen, ihre Unterkünfte zu verlassen. Diese Ereignisse verdeutlichen, wie schnell sich lokale Starkregenereignisse in lebensbedrohliche Naturkatastrophen verwandeln können.

Die indonesische Katastrophenschutzbehörde BNPB beobachtet die Wetterlage weiterhin aufmerksam und warnt vor weiteren Überschwemmungen und möglichen Erdrutschen. Während der aktuellen Regenzeit bleibt das Risiko hoch, insbesondere in Regionen mit bereits gesättigten Böden. Lokale Behörden haben die Bevölkerung dazu aufgerufen, Flussnähe zu meiden und auf offizielle Warnmeldungen zu achten.

Die aktuellen Überschwemmungen sind in erster Linie auf die jährliche Regenzeit zurückzuführen, die in Indonesien meist zwischen November und März ihren Höhepunkt erreicht. In dieser Phase sorgt der nordwestliche Monsun für feuchte Luftmassen vom Indischen Ozean, die sich über den Inseln entladen. Zusätzlich können großräumige klimatische Faktoren wie eine verstärkte Madden-Julian-Oszillation oder regionale Meeresoberflächentemperaturen die Niederschläge intensivieren und zu außergewöhnlich lang anhaltendem Starkregen führen.

Zu den ungünstigen meteorologischen Bedingungen gesellen sich noch geologische und topografische Besonderheiten Sulawesis, die die Region besonders anfällig für Überflutungen machen. Die Insel wird von der Barisan-Gebirgskette durchzogen, die sich nahezu über die gesamte Länge erstreckt. Feuchte Luft wird an diesen Bergen zum Aufsteigen gezwungen, was zu besonders hohen Niederschlagsmengen an den Westhängen führt. Die Flüsse sind meist kurz, steil und reagieren sehr schnell auf Starkregen. Innerhalb weniger Stunden können sie stark anschwellen.

In den Küstenebenen und Beckenlandschaften verlangsamt sich der Abfluss, wodurch es häufiger zu großflächigen Überflutungen kommt. Verstärkend wirken Abholzung, landwirtschaftliche Nutzung und Versiegelung, die die natürliche Wasserspeicherung reduzieren. Sedimente aus den Bergen lagern sich zudem in Flussbetten ab, was deren Aufnahmefähigkeit verringert. Die Kombination aus intensiver Regenzeit, komplexer Gebirgstopografie und menschlichen Eingriffen macht Sumatra besonders anfällig für schwere Hochwasserereignisse.

Meteorologen und Fachleute für Katastrophenschutz betonen, dass neben kurzfristigen Notfallmaßnahmen langfristig auch Frühwarnsysteme, Raumplanung und widerstandsfähige Infrastruktur entscheidend sind, um die Folgen solcher Naturereignisse künftig zu begrenzen.

Zum Glück waren die Vulkane auf Sulawesi in den letzten Jahren vergleichsweise ruhig, ansonsten würden wir jetzt Lahare sehen, wie es im November und Dezember am Semeru auf Java der Fall gewesen war.

Argentinien: Starke Waldbrände in Patagonien

Patagonien in Flammen: Starke Waldbrände zwingen Tausende zur Flucht

In Argentiniens Patagonien kämpfen Einsatzkräfte seit Tagen gegen schwere Waldbrände. Besonders betroffen ist die Provinz Chubut, wo sich die Flammen durch trockene Wälder und Buschlandschaften gefressen haben. Tausende Hektar Vegetation sind bereits verbrannt, mehr als 3 000 Menschen mussten ihre Häuser und Ferienunterkünfte verlassen. Rauchschwaden liegen über beliebten Natur- und Tourismusgebieten, Straßen wurden zeitweise gesperrt und Ortschaften evakuiert.

Patagonien

Waldbrände sind in Patagonien grundsätzlich kein neues Phänomen. Die Sommermonate zwischen Dezember und Februar sind typischerweise trocken, begleitet von starken Winden, die Feuer rasch verbreiten und außer Kontrolle geraten lassen können. In diesem Sinne sind Brände durchaus jahreszeitlich bedingt. Neu ist jedoch ihre Intensität, Ausdehnung und Häufigkeit.

Meteorologen verweisen auf eine Kombination mehrerer Faktoren: eine langanhaltende Dürre mit außergewöhnlich hohen Temperaturen und kräftige Winde aus den Anden. Ein einzelnes, klar benennbares Klimaphänomen wie El Niño steht diesmal nicht eindeutig im Vordergrund der Katastrophenursache. Stattdessen handelt es sich um eine gefährliche Häufung extremer Wetterbedingungen, die den Boden und die Vegetation stark austrocknen. Hinzu kommt, dass die Behörden in mehreren Fällen Brandstiftung oder fahrlässiges menschliches Handeln nicht ausschließen.

Der Klimawandel wirkt dabei wie ein Brandbeschleuniger. Steigende Durchschnittstemperaturen verlängern die Trockenperioden, Schnee- und Gletscherschmelze setzen früher ein, und die Böden verlieren zunehmend Feuchtigkeit. Studien zeigen, dass Feuer in Südpatagonien heute schneller wachsen und schwerer zu kontrollieren sind als noch vor wenigen Jahrzehnten. Was früher ein lokales Ereignis war, entwickelt sich immer häufiger zu einer regionalen Krise.

Die aktuellen Brände sind daher kein bloßer „normaler Sommerbrand“. Sie stehen exemplarisch für eine neue Realität, in der klimatische Veränderungen bekannte Naturgefahren verschärfen. Für Patagonien bedeutet das nicht nur ökologische Schäden, sondern auch wachsende Risiken für Bevölkerung, Infrastruktur und Tourismus. Die Flammen dieses Sommers sind ein Warnsignal, das weit über Argentinien hinaus gilt. Der Kampf gegen den Klimawandel ist durch wachsende politische Unsicherheit und gezielte Sabotage der US-amerikanischen Politik unter Trump in den Hintergrund getreten. Die Chancen, für zukünftige Generationen das Schlimmste abzuwenden, schwinden täglich.

Deutschland: Wintersturm-Prognose legt Land teilweise lahm

Wintersturm beeinträchtigt in Teilen Deutschlands das öffentliche Leben – Schulschließungen und Unfälle

Sturmtief Elli sorgt in weiten Teilen Deutschlands für winterliche Extrembedingungen und bringt Schnee, Eisregen und kräftigen Wind. Der Deutsche Wetterdienst rechnet regional mit starken Verkehrsbehinderungen, glatten Straßen und Schneeverwehungen. Besonders betroffen sind der Norden sowie die östliche Mitte des Landes, während im Süden verbreitet gefrierender Regen fällt und Blitzeis entstehen könnte. In Küstennähe treten teils schwere Sturmböen auf, die auf den Nordseeinseln Orkanstärke erreichen könnten. In 25 Landkreisen wurde die zweithöchste Wetterwarnstufe „Rot“ ausgerufen: Es besteht Gefahr für Leib und Leben.

Winter in Deutschland

In der Nacht kam es bereits zu ersten Glätteunfällen, unter anderem rutschte in Baden-Württemberg ein Bus einen Hang hinunter, mehrere Menschen wurden leicht verletzt. Insgesamt meldeten die Lagezentren der Bundesländer zunächst einen vergleichsweise ruhigen Verlauf. Dennoch wurde der Verkehr vorsorglich eingeschränkt. Zahlreiche Bahnverbindungen fallen aus oder sind verspätet. Im Regional- und S-Bahn-Verkehr Norddeutschlands wurde der Betrieb teilweise ganz eingestellt. Auch viele Buslinien fahren nicht mehr, insbesondere in Niedersachsen und angrenzenden Regionen.

Der Wintereinbruch wirkt sich zudem auf den Alltag aus. In mehreren Bundesländern fällt der Präsenzunterricht aus, Schulen wechseln auf Distanzunterricht oder bieten Notbetreuung an. Kommunen warnen vor Problemen bei der Müllabfuhr und bitten Bürger, Wege freizuhalten und Tonnen zugänglich zu platzieren. Krankenhäuser bereiten sich auf eine erhöhte Zahl an Unfallverletzten vor und verschieben planbare Eingriffe. Gleichzeitig wird in einigen Städten die Winternothilfe für Obdachlose ausgeweitet, da die Kälte ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellt.

Flughäfen wie der in Frankfurt haben sich gut auf den Schnee vorbereitet und haben zahlreiche Spezialfahrzeuge im Einsatz um den Flugbetrieb aufrecht zu halten. Probleme gab es bis jetzt in erster Linie bei der Anfahrt zum Flughafen mit der Bahn.

Parallel zur Wetterlage sorgt die öffentliche Bewertung des Sturmtiefs für Diskussionen. Während einige Meteorologen die Warnungen angesichts der komplexen Wetterkonstellation für notwendig halten, warnen andere vor einer Überdramatisierung, die langfristig die Akzeptanz ernsthafter Unwetterwarnungen schwächen könnte. Unstrittig ist jedoch, dass Elli vielerorts zu signifikanten Einschränkungen führt und erhöhte Vorsicht erforderlich macht.

Das Problem liegt meiner Meinung nach auch darin begründet, dass einige Medienvertreter aus Gründen des Clickbaits frühe Wettermodelle aufschnappen und von diesen die „Worst-Case-Szenarien“ als offizielle Prognosen verbreiten. In einigen Berichten wurde so überdramatisiert, dass sogar von Temperaturen jenseits der -20 Grad die Rede war. Tatsächlich waren es heute Nacht in den betroffenen Gebieten -7 Grad. Bei mir in Oberhausen blieb die letzte Nacht frostfrei und der Schnee vergangener Tage ist geschmolzen.

Ich erinnere mich noch gut an die Zeiten meiner Jugend, als so ein Winterwetter typisch war und wegen Blitzeis und Schnee oft die Schule ausfiel. Damals sprach man noch von einer bevorstehenden kleinen Eiszeit, das war, bevor der Klimawandel die Erde verbrennen ließ. Nun ist zu lesen, dass sogar Geheimdienste einen Zusammenbruch des Atlantischen Golfstroms propagandieren: In der Folge befürchtet man, dass die Durchschnittstemperaturen in Mitteleuropa um 10 Grad fallen könnten. Na dann, viel Spaß mit der Wärmepumpe!

Berlin: Stromausfall durch Brandstiftung

Großer Stromausfall legt Teile Berlins lahm – Wiederherstellung der Stromversorgung dauert lange

Am 3. Januar 2026 kam es in Berlin zu einem massiven Stromausfall, der weite Teile des Südwestens der Hauptstadt lahmlegte. Betroffen waren vor allem die Bezirke Steglitz-Zehlendorf, darunter Stadtteile wie Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde. Insgesamt waren rund 45.000 Haushalte und mehr als 2.000 Unternehmen ohne Strom. Die Wiederherstellung der Stromversorgung geht nur langsam voran, und die Arbeiten sollen bis Donnerstagnachmittag andauern. Nach Schätzungen des Netzbetreibers „Stromnetz Berlin“ verloren etwa 100.000 Menschen die Versorgung.

Ursache des Ausfalls war ein Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal, der mehrere Hochspannungskabel beschädigte. Die Berliner Polizei geht von einem gezielten Brandanschlag aus, der politisch motiviert sein könnte. Die linksextremistische Vulkangruppe (mit der wir hier bestimmt nichts zu tun haben) hat sich bereits zu der Tat bekannt, was den Generalbundesanwalt veranlasste, die Ermittlungen wegen des Verdachts auf Terrorismus und Sabotage zu übernehmen.

Die Folgen des Ausfalls waren schwerwiegend. Viele Haushalte konnten ohne Heizung, Internet und funktionierende Notrufsysteme nicht auskommen und bedurften der Unterstützung durch Einsatz- und Rettungsdienste. Besonders betroffen waren ältere und gesundheitlich angeschlagene Menschen. Kritische Einrichtungen wie Krankenhäuser wurden über Notstromaggregate versorgt, Pflegeheime erhielten Priorität bei der Wiederanbindung. Auch der öffentliche Nahverkehr war beeinträchtigt, mehrere S-Bahn-Stationen konnten zeitweise nicht bedient werden. Supermärkte, Geldautomaten und Tankstellen waren ebenfalls außer Betrieb.

Die Wiederherstellung der Stromversorgung gestaltete sich schwierig und langwierig. Wegen der komplexen Schäden an der Hochspannungskabel-Infrastruktur wird mit einer vollständigen Reparatur erst bis zum 8. Januar gerechnet.

Der Berliner Stromausfall zeigt, wie verletzlich moderne Infrastruktur gegenüber Sabotageakten ist. Zugleich wirft der Vorfall Fragen nach der Sicherheit und dem Schutz kritischer Netze auf, die auch auf nationaler Ebene diskutiert werden. Das ist der Grund, warum ich das Thema auf Vnet aufgreife. Unsere kritische Infrastruktur liegt blank und ungeschützt offen, wie auch mehrere Anschläge auf die Bundesbahn zeigten.

Darüber hinaus ist die Energieversorgungs-Infrastruktur in weiten Teilen des Landes marode. So gab es heute einen weiteren Stromausfall in Leutkirch, wo es zu einem Brand in einem Verteilerkasten kam. Meine Heimatstadt Oberhausen war in den letzten Monaten mehrfach von Stromausfällen betroffen. Und das unter dem Zeichen einer politisch befohlenen Elektrifizierung von Heizungen und Verkehr. Völlig klar, dass es ohne massive Investitionen ins Stromnetz nicht geht und dass eine Absicherung gegen Anschlägen und den Folgen möglicher Naturkatastrophen erfolgen muss. Hinzu kommt die Eigenvorsorge für den Katastrophenfall: Jeder Haushalt sollte für mindestens zehn Tage Vorräte parat halten und über eine unabhängige Kochmöglichkeit verfügen. Beim Thema Heizen kann sich jener glücklich schätzen, der weder von Gas- noch von Strom abhängig ist und über Alternativen verfügt.

Update: Die Stromversorgung läuft heute bereits wieder an, einen Tag früher als vorhergesagt!

USA: Boote kentern in Alaska unter Schneelast

Extreme Winterlage in den USA durch Blizzard: Schneelast lässt Boote in Alaska kentern

Im US-Bundesstaat Alaska zeigt sich der Winter derzeit von seiner extremsten Seite. In der Hafenstadt Juneau haben außergewöhnlich starke Schneefälle zu starken Schäden an der Infrastruktur geführt und Hausdächer zum Einsturz gebracht und den Verkehr ausgebremst, so dass das öffentliche Leben zum Stillstand kam. Zudem sanken innerhalb weniger Tage mehrere Boote im Hafen, nachdem schwere, nasse Schneemassen ihre Stabilität überforderten. Mit Schneehöhen von teils über einem Meter und Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt erlebte die Region einen der schneereichsten Jahreswechsel seit Beginn der Aufzeichnungen. Mehrere atmosphärische Flüsse in Kombination mit arktischer Kaltluft sorgten dafür, dass ungewöhnlich viel Niederschlag als Schnee fiel.

Doch Alaska ist kein Einzelfall. Auch in weiten Teilen der übrigen USA kam es in den vergangenen Wochen zu massiven Wintereinbrüchen. Im Westen brachten kräftige Schneestürme der Sierra Nevada große Neuschneemengen, insbesondere in höheren Lagen Kaliforniens. Straßenverbindungen wurden zeitweise gesperrt, Skigebiete meldeten Rekordschneefälle, während Lawinengefahr und Stromausfälle zunahmen.

Im Mittleren Westen und in den nördlichen Plains sorgten arktische Luftmassen für Blizzards mit starkem Schneefall, eisigen Winden und extrem niedrigen Temperaturen. In einigen Regionen kam es zu Whiteout-Bedingungen, die den Verkehr nahezu zum Erliegen brachten. Auch der Nordosten der USA war betroffen: Schneeschauer, Eisregen und stürmische Böen beeinträchtigten den Flug- und Bahnverkehr, während Städte mit glatten Straßen und Frost zu kämpfen hatten. So erlebte ich den Central Park in New York im Schnee und das Sylvester-Feuerwerk fiel aus.

Meteorologisch betrachtet sind diese Ereignisse Teil einer großräumigen Winterzirkulation. Ein stark mäandrierender Jetstream und Störungen im Polarwirbel ermöglichen es kalter Polarluft, weit nach Süden vorzudringen. Gleichzeitig beeinflussen diese Prozesse den Nordatlantikraum. Die Folge können blockierende Hochdruckgebiete und veränderte Strömungsmuster sein, die nicht nur Nordamerika, sondern auch Europa betreffen.

So steht das extreme Winterwetter in den USA nicht isoliert da. Die gleichen atmosphärischen Mechanismen können dazu beitragen, dass auch in Europa und Deutschland vermehrt kalte Luftmassen, Schneefälle und winterliche Bedingungen auftreten. Der Winter auf beiden Seiten des Atlantiks ist damit Ausdruck eines eng vernetzten globalen Wettergeschehens.

Großflächiger Stromausfall nach Brandanschlag in Berlin

Unter diesen winterlichen Bedingungen – die man bei uns noch nicht als extrem bezeichnen kann – fiel im Berliner Südwesten nach einem Brandanschlag auf Leitungen der Strom für ca. 45.000 Haushalte aus. Die Reparatur dauert voraussichtlich bis Donnerstag. Für die Betroffenen eine Notlage, denn mit dem Strom fielen selbst Gasheizungen aus. Banken, Geldautomaten, Tankstellen und Geschäfte bleiben geschlossen. Das THW ist im Einsatz. Gut, wer für den Krisenfall vorgesorgt hat!

USA: Massive Überflutungen in San Diego

Starke Überflutungen an der Küste von San Diego – Atmosphärischer Fluss verursachte Starkregen

Heftige Regenfälle haben am Neujahrstag in San Diego zu großflächigen Überschwemmungen geführt, die enorme Schäden verursachten. Besonders stark betroffen war das tiefliegende Mission Valley, wo Straßen, Parkplätze und Unterführungen innerhalb kurzer Zeit unter Wasser standen. Die Kanalisation konnte die Wassermassen nicht aufnehmen, so dass sie wie Geysire aus den Gullies schossen und sich das Hochwasser rasch ausbreitete. Zahlreiche Fahrzeuge wurden von den Fluten eingeschlossen oder beschädigt, der Straßenbahnverkehr in der Innenstadt musste zeitweise eingestellt werden. Auch Einkaufsbereiche wie das Fashion Valley standen stellenweise knietief unter Wasser. 

Die Einsatzkräfte waren den ganzen Tag über gefordert. Feuerwehr, Polizei und Rettungsschwimmer führten zahlreiche Wasserrettungen durch. In Mission Valley wurden unter anderem ein Erwachsener und ein Kind aus einem von den Fluten eingeschlossenen Fahrzeug gerettet. In einem weiteren Einsatz saß ein Mann unter einer Brücke nahe der State Route 163 im hüfthohen Wasser fest und musste mit einem Rettungsboot in Sicherheit gebracht werden. Auch außerhalb der Stadt kam es zu gefährlichen Situationen: Am Lake Hodges wurde eine Frau von der starken Strömung eines Bachs mitgerissen, konnte jedoch von Rettungskräften gefunden und ins Krankenhaus gebracht werden. Alle Geretteten befinden sich nach Behördenangaben in stabilem Zustand.

Ursache der Unwetter war eine ausgeprägte Wetterlage über dem Pazifik. Meteorologen sprechen von einer feuchten Luftströmung, die große Mengen Wasserdampf nach Südkalifornien transportierte. Dieses Phänomen wird als sogenannter „atmosphärischer Fluss“ bezeichnet. Trifft diese feuchte Luft auf kühlere Luftmassen, kommt es zu intensiven und anhaltenden Niederschlägen. In San Diego führte dies dazu, dass innerhalb kurzer Zeit ungewöhnlich viel Regen fiel und die Infrastruktur überfordert war.

Für die kommenden Tage erwarten Wetterdienste zwar weitere Schauer, diese sollen jedoch deutlich schwächer ausfallen. Die Behörden mahnen dennoch zur Vorsicht und rufen dazu auf, überflutete Straßen und Wege konsequent zu meiden.

Türkei: Bildung von Dolinen hat deutlich zugenommen

Mitten in der Kornkammer der Türkei tut sich der Boden auf – Zunahme der Dolinenbildung hat sich signifikant verstärkt

In der weiten Ebene Zentralanatoliens, dort wo Weizenfelder und Zuckerrübenplantagen das Bild prägen, wächst eine stille Gefahr. Immer häufiger reißt der Boden plötzlich auf, kreisrunde Löcher entstehen, teils dutzende Meter tief und breit genug um Landwirtschaftsgeräte und sogar Häuser zu verschlingen. Was lange als seltene geologische Kuriosität galt, hat sich in den vergangenen Jahren zu einem ernsten Problem entwickelt: Sinklöcher, sogenannte Dolinen, breiten sich in alarmierendem Tempo aus.

Eine neue Untersuchung der türkischen Katastrophenschutzbehörde AFAD zeigt das Ausmaß der Entwicklung. Insgesamt 684 Erdabsenkungen wurden im Konya-Becken kartiert, dem landwirtschaftlichen Herzstück des Landes. Besonders betroffen ist der Bezirk Karapınar, wo sich die Dolinen wie Narben durch die Felder ziehen. Allein im vergangenen Jahr dokumentierten Forschende der Technischen Universität Konya 42 neue Einsturzstellen – eine Zahl, die den drastischen Wandel verdeutlicht. Noch vor wenigen Jahrzehnten trat ein solches Phänomen nur alle paar Jahre auf.

Die Ursachen sind vielschichtig, doch die Richtung ist klar. Anhaltende Dürren und steigende Temperaturen, verstärkt durch den Klimawandel, haben die Wasserreserven der Region stark geschwächt. Gleichzeitig wird Grundwasser in großem Stil für die Bewässerung abgepumpt. Der Grundwasserspiegel ist in manchen Gebieten seit den 1970er-Jahren um mehrere Zehnermeter gefallen. Mit dem Wasser verschwindet auch der Druck, der unterirdische Hohlräume in den kalk- und gipshaltigen Gesteinen stabilisiert. Das Ergebnis: Der Untergrund kollabiert, die Oberfläche bricht ein.

Ein direkter Zusammenhang mit aktiver Tektonik gilt unter Geologen als unwahrscheinlich. Erdbebenserien oder großräumige Bruchbewegungen fehlen hier, inmitten der Anatolischen Platte. Dennoch spielt die geologische Struktur eine indirekte Rolle. Alte Störungszonen und Klüfte wirken wie natürliche Schwächezonen und lenken Grundwasserströme und genau in diesen Bereichen entstehen bevorzugt die unterirdischen Hohlräume, die später einstürzen.

Noch treffen die meisten Dolinen landwirtschaftliche Flächen, doch das Risiko wächst. Straßen, Bewässerungsanlagen und langfristig auch Siedlungen könnten betroffen sein. AFAD arbeitet inzwischen an detaillierten Risikokarten und Frühwarnsystemen. Klar ist jedoch: Ohne eine nachhaltigere Wasserbewirtschaftung droht Zentralanatolien, seine fruchtbaren Böden buchstäblich zu verlieren – Loch für Loch.

Blizzard in den USA verursacht Verkehrschaos

Bombenzyklon über den USA: Blizzard im Norden, Tornado im Süden – ein Sturm mit vielen Gesichtern

Ein außergewöhnlich starkes Wintersturmsystem hat in den letzen Tagen weite Teile der USA erfasst und dabei eindrucksvoll gezeigt, wie unterschiedlich die Auswirkungen ein und desselben Wetterereignisses sein können. Während ein sogenannter Bombenzyklon über den Großen Seen und Michigan zu Blizzard-Bedingungen führte, kam es im Süden des Systems – unter anderem in Illinois – zu schweren Gewittern und sogar zu einem Tornado.

Der Bombenzyklon, meteorologisch als „rapide Zyklogenese“ bezeichnet, entwickelte sich, als der Luftdruck im Kern des Tiefdruckgebiets innerhalb von 24 Stunden extrem schnell fiel. Diese rasche Intensivierung sorgte für Orkanböen, dichte Schneefälle und teils lebensgefährliche Bedingungen in Regionen rund um die Großen Seen. In Michigan, Wisconsin und Teilen von New York meldeten Behörden Stromausfälle für zehntausende Haushalte, gesperrte Autobahnen und massive Einschränkungen im Flugverkehr. In einigen Gebieten sank die Sicht durch Schneeverwehungen zeitweise auf nahezu null.

Gleichzeitig spielte sich weiter südlich ein völlig anderes, aber eng verbundenes Wetterdrama ab. Im Bundesstaat Illinois, insbesondere im Macon County zwischen Decatur und Mount Zion, setzte ein Tornado auf, der über mehr als 35 km am Boden blieb und mindestens neun Wohnhäuser beschädigte. Mehrere Dächer wurden abgedeckt, ganze Straßenzüge verwüstet. Glücklicherweise wurden keine Verletzten gemeldet; evakuierte Anwohner fanden in Notunterkünften Schutz.

Der Zusammenhang zwischen Blizzard und Tornado mag auf den ersten Blick überraschend wirken, ist meteorologisch jedoch erklärbar. Beide Phänomene waren Teil desselben großräumigen Sturmkomplexes. Während auf der Nord- und Westseite des Tiefs eisige Luftmassen für Schnee und Sturm sorgten, traf auf der Süd- und Südostseite warme, feuchte Luft auf kalte Höhenluft. Diese Konstellation erzeugte eine starke Windscherung – eine der wichtigsten Voraussetzungen für die Entstehung von Tornados.

Solche Kombinationen aus winterlichen Extrembedingungen und schwerem Unwetter sind selten, treten aber bei besonders kräftigen Tiefdrucksystemen immer wieder auf. Meteorologen warnen, dass der Klimawandel die Intensität solcher Stürme erhöhen könnte, da stärkere Temperaturgegensätze und ein dynamischerer Jetstream extreme Wetterlagen begünstigen.

Für Millionen Menschen in den betroffenen Regionen bleibt die Erkenntnis, dass Wetterextreme nicht isoliert betrachtet werden können, sondern oft Teil eines komplexen, miteinander verknüpften Systems sind.