Hier findet ihr Berichte zu Naturphänomen. Ein Naturphänomen ist ein natürliches Ereignis oder eine Erscheinung, die in der Natur auftritt, ohne direkten menschlichen Einfluss. Dazu gehören beispielsweise Wettererscheinungen wie Regen, Gewitter oder Schnee, aber auch geologische Prozesse wie Erdbeben, Vulkanausbrüche, Tsunamis oder auch Sonnenfinsternisse.
Rote Blitze über Puerto Rico: Überwachungskamera zeichnet seltene „Red Sprites“ auf
Letzte Nacht gab es am Himmel über Puerto Rico des seltene Phänomen der „Red Sprites“ zu bewundern. Laut Aufnahmen einer Überwachungskamera ereignete sich das Phänomen um 03:49 Uhr Ortszeit und zeigte für wenige Millisekunden gleich 5 der leuchtend roten, senkrecht nach oben gerichteten Strukturen über einem entfernten Gewittersystem nordwestlich der Insel.
Red Sprites
Diese seltenen Erscheinungen gehören zu den sogenannten Transient Luminous Events (TLEs) – kurzlebigen Lichtphänomenen in der oberen Atmosphäre, die oberhalb normaler Gewitter entstehen. Während klassische Blitze zwischen Wolke und Erde oder innerhalb von Wolken auftreten, bewegen sich Red Sprites in die entgegengesetzte Richtung: Sie steigen von der Gewitteroberseite in Höhen von etwa 50 bis 90 Kilometern in die Mesosphäre auf.
Physikalisch entstehen Sprites durch besonders starke positive Wolke-Erde-Blitze. Diese entladen große Mengen elektrischer Energie, wodurch sich das elektrische Feld über dem Gewitter kurzfristig umkehrt. In der dünnen Hochatmosphäre trifft dieses Feld auf Stickstoffmoleküle, die dadurch angeregt werden und in charakteristischem Rotlicht aufleuchten.
Obwohl Sprites heute wissenschaftlich gut verstanden sind, blieb ihre Existenz lange umstritten. Erst im Jahr 1989 gelang die erste fotografische Aufnahme, die die zuvor vereinzelten Augenzeugenberichte bestätigte. Seither konnten Forscher mithilfe empfindlicher Low-Light-Kameras und Satelliten zahlreiche Varianten dokumentieren – darunter „Jellyfish-Sprites“, „Gigantic Jets“ und „Elves“.
Puerto Rico gilt als einer der weltweit besten Beobachtungsorte für solche Phänomene, da es hier ideale Voraussetzungen für die Entstehung und Beobachtung der „Red Sprites“ gibt. Sie besteht aus einer Kombination tropischer Gewittern und feuchter Luft bei geringer Lichtverschmutzung. Besonders der Fotograf Frankie Lucena hat in den vergangenen Jahren mehrfach hochwertige Video- und Bildaufnahmen solcher Ereignisse geliefert und damit zur wissenschaftlichen Dokumentation und Erforschung beigetragen.
Die aktuelle Aufnahme um fügt sich in diese Reihe ein und zeigt erneut, wie dynamisch die obere Atmosphäre über dem Atlantik ist. Obwohl Sprites mit bloßem Auge theoretisch sichtbar sein können, dauern sie meist nur wenige Millisekunden und sind daher fast ausschließlich durch Kameras nachweisbar.
Artemis-2-Astronauten liefern einzigartige Bilder der Mondrückseite – zahlreiche Impaktkrater, aber nur wenige Basaltebenen magmatovulkanischen Ursprungs
Während sich die vier Astronauten der Artemis-2-Mission in ihrer Orion-Kapsel auf die Rückkehr zur Erde vorbereiten, wo sie heute (nach amerikanischer Zeit) wieder landen sollen, bleibt auf der Erde Zeit, die bisherigen Ereignisse Revue passieren zu lassen: Am 6. und 7. April umrundeten die Astronauten den Mond und entfernten sich dabei weiter von der Erde als jemals ein Mensch zuvor. Insbesondere von der Mondrückseite lieferten sie Bilder in bislang unerreichter Qualität – ein Anblick, der die Wissenschaft elektrisiert.
Die Aufnahmen zeigen eine von Impaktkratern übersäte Mondoberfläche: ein zerfurchtes Terrain, das Milliarden Jahre kosmischer Geschichte konserviert hat. Auffällig ist jedoch, dass es dort nur wenige Ebenen vulkanischen Ursprungs gibt – im Gegensatz zur erdzugewandten Seite, wo sich ausgedehnte Lava-Tiefebenen, die sogenannten Maria, befinden. Unter den neu dokumentierten Kratern finden sich Formationen mit ungewöhnlicher Morphologie, die Fragen aufwerfen: Könnten einige dieser Strukturen vulkanischen Ursprungs sein?
Die katastrophale Geburt des Mondes
Maria des Mondes
Der Mond ist das Produkt einer Katastrophe unvorstellbaren Ausmaßes, die sich vor etwa 4,5 Milliarden Jahren ereignete. Die heute gängige Kollisionstheorie besagt, dass ein marsgroßer Protoplanet namens Theia mit der jungen Erde kollidierte. Trümmer dieser gewaltigen Kollision sammelten sich im Orbit und verschmolzen schließlich zum Mond.
In seiner Frühphase war der Trabant ein glühender Magmaball. Während er abkühlte, kristallisierten Mineralien aus, und es bildete sich die helle, stark verkraterte Hochlandkruste, die heute vor allem auf der Mondrückseite zu sehen ist. Auf der Vorderseite hingegen entstanden ausgedehnte Tiefebenen aus dunklerem Gestein. Frühe Beobachter hielten sie für Meere – daher der Name „Maria“ (Singular: Mare, lateinisch für „Meer“). Tatsächlich handelt es sich um weite Flächen aus Basalt.
Vor etwa 3,8 bis 3,1 Milliarden Jahren durchbrachen gewaltige Asteroideneinschläge die Mondkruste. Magma aus dem Inneren konnte aufsteigen und die entstandenen Becken mit Lava füllen. Ein Prozess, der an die irdischen Flutbasaltprovinzen erinnert.
Interessanterweise konzentrieren sich diese Basaltflächen fast ausschließlich auf die erdzugewandte Seite. Die von der Artemis-2-Crew dokumentierten Strukturen auf der Rückseite zeigen hingegen nur kleinere Maria, dafür aber möglicherweise vulkanische Strukturen wie Vulkankrater und Kuppen, bei denen es sich um Lavadome handeln könnte.
Die chinesische Mondsonde „Chang’e 6“ landete vor knapp zwei Jahren auf der Mondrückseite und brachte Gesteinsproben zur Erde. Darunter befand sich eine etwa 2,8 Milliarden Jahre alte Basaltprobe – ein Hinweis darauf, dass der Mond auch lange nach der Bildung der großen Maria noch vulkanisch aktiv war. Dennoch sind auf der Rückseite lediglich etwa 2 bis 3 Prozent der Oberfläche von Lavaströmen bedeckt.
Die Geologie des Mondes ist eng mit der der Erde verknüpft und bewahrt Informationen, die auf unserem Planeten längst verloren gegangen sind. Plattentektonik, Erosion und Vegetation haben frühe geologische Spuren und Einschlagskrater auf der Erdoberfläche weitgehend ausgelöscht. Der Mond hingegen fungiert als kosmisches Archiv. Im Gegensatz zum Mond, wo Milliardenjahre alte Einschlagskrater praktisch unverändert sichtbar geblieben sind, sind die ältesten gut erhaltenen Einschlagskrater auf der Erde gerade einmal wenige 100.000 Jahre alt. Ältere Krater sind meistens nur als erodierte und überdeckte geologische Strukturen nachweisbar.
Viele Krater erzählt von der Zeit des sogenannten „Großen Bombardements“, als das junge Sonnensystem von Asteroiden geprägt wurde. Auch die Erde war diesem Bombardement ausgesetzt. Die Analyse der chemischen Zusammensetzung der Mondbasalte liefert wichtige Hinweise darauf, wie sich Planeten differenzieren und Kerne, Mäntel sowie Krusten entstehen.
Blick in die Zukunft
So wertvoll die Bilder von Artemis 2 auch sind – sie bleiben aus der Ferne betrachtete Momentaufnahmen. Das volle Potenzial der lunaren Geologie wird sich erst erschließen, wenn wieder Menschen den Mond betreten.
Für die kommenden Jahre ist im Rahmen von Artemis 3 eine bemannte Mondlandung geplant. Sie wird es ermöglichen, gezielt Proben aus bislang unerforschten Regionen zu entnehmen.
Jedes Gramm ordinären Mondgestein, das zur Erde zurückkehrt, ist teurer als Gold und hilft, die Entstehung unseres Planetensystems und die vulkanische Entwicklung anderer Himmelskörper besser zu verstehen. Der Vorbeiflug von Artemis 2 war erst der Prolog – die eigentliche geologische Detektivarbeit beginnt mit der Rückkehr des Menschen auf die Mondoberfläche.
So katastrophal und beinahe fatal die Entstehung des Mondes auch war, verdanken wir diesem kosmischen Ereignis vermutlich entscheidende Voraussetzungen für das Leben auf der Erde. Der Mond stabilisiert die Rotationsachse unseres Planeten und beeinflusst maßgeblich die Gezeiten. Zudem verlangsamt er die Erdrotation.
Ohne den Mond wären die Tage deutlich kürzer, das Klima instabiler und die Durchmischung der Ozeane stark eingeschränkt. Das Leben auf der Erde hätte sich unter solchen Bedingungen vermutlich völlig anders – oder womöglich gar nicht – entwickelt.
Feuerkugel eines Boliden über Berlin – gibt es eine Häufung von Meteoren?
Bereits am Abend des 23. März 2026 hat ein Feuerball am Himmel über Rüdersdorf bei Berlin zahlreiche Menschen in Staunen und auch Schrecken versetzt. Gegen 19:27 Uhr zog ein leuchtender, teils grünlich schimmernder Schweif über den Himmel und endete in einem intensiven Aufblitzen. Schnell kursierten Spekulationen über russische Drohnen oder Weltraumschrott, der in der Atmosphäre verglüht. Doch der Planetengeologe Ulrich Köhler vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt gab Entwarnung und bestätigte, dass es sich bei der Leuchterscheinung um einen Meteoroiden, etwa so groß wie ein Fußball, gehandelt habe, der mit enormer Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre eintrat und vollständig verglühte.
Das Ereignis ist eines von vielen, über die in den letzten Wochen weltweit berichtet wurde. Am 8. März sorgte der spektakulärer Feuerball eines Boliden über Westdeutschland für Schlagzeilen, als tatsächlich Meteoriten den Boden erreichten und Schäden verursachten Vergleichbares geschah auch am 21. März in Texas.
Doch nimmt die Zahl solcher Ereignisse tatsächlich zu? Weltraumexperten sind hier vorsichtig. Zwar entsteht aktuell der Eindruck einer Häufung – manche sprechen sogar von einer Verdoppelung der Meldungen –, doch wissenschaftlich ist eine echte Zunahme bis jetzt genauso wenig belegt wie es einen möglichen Grund hierfür gibt. Vielmehr könnten mehrere Faktoren eine Rolle spielen. Zum einen gibt es heutzutage deutlich mehr Überwachungskameras, Dashcams und Smartphones, die solche Ereignisse dokumentieren. Zum anderen verstärken soziale Medien die Wahrnehmung, indem sich die Meldungen über lokale Ereignisse weltweit verbreiten.
Hinzu kommt ein psychologischer Effekt: Nach einem außergewöhnlichen Ereignis wie dem Meteoritenfall Anfang März achten Menschen verstärkt auf den Himmel. Dadurch werden auch gewöhnliche Meteore (Leuchterscheinungen ohne Impakt) häufiger gemeldet.
Meteorit schlägt in Texas ein und reißt Loch in das Dach eines Wohnhauses.
Am frühen Abend des 21. März 2026 zerriss der Donner einer Detonation die Stille über dem texanischen Houston – dicht gefolgt von einem Schreckmoment für die Bewohnerin eines Hauses, in dessen Decke plötzlich ein Loch klaffte. Ein etwa faustgroßer Stein hatte das Dach durchschlagen. Sie hatte Glück im Unglück und entging nur knapp einer Verletzung. Erst die herbeigerufene Feuerwehr konnte klären, was geschehen war: Das Haus wurde von einem Meteoritenfragment getroffen.
Meteroit
Dieses Fragment stammt von einem ursprünglich etwa 90 Zentimeter großen Meteoroiden mit einem geschätzten Gewicht von rund einer Tonne. Der Himmelskörper trat mit einer Geschwindigkeit von über 56.000 km/h in die Erdatmosphäre ein. Dabei wurde er als heller Meteor – also als Leuchterscheinung am Himmel – sichtbar, bevor er zerbrach und größtenteils verglühte.
Der Zerfall ereignete sich in einer Höhe von etwa 45 Kilometern und führte zu einem sogenannten Airburst. Dabei entstand eine Druckwelle, die Fensterscheiben erzittern ließ und von vielen Anwohnern als explosionsartiger Knall wahrgenommen wurde. Gleichzeitig zog ein heller Feuerball über den Himmel, der von zahlreichen Menschen in Texas beobachtet wurde.
Ein Teil der Bruchstücke erreichte jedoch den Boden. In diesem Fall durchschlug ein Fragment das Dach eines Wohnhauses im Harris County, durchdrang mehrere Stockwerke und kam schließlich im Wohnzimmer zum Liegen. Verletzt wurde dabei niemand. Behörden gehen davon aus, dass es sich tatsächlich um ein Meteoritenfragment handelt, auch wenn eine endgültige wissenschaftliche Bestätigung noch aussteht.
Es war bereits der zweite Vorfall dieser Art innerhalb weniger Wochen: Am 8. März ereignete sich im Westen Deutschlands ein ähnlicher Fall, bei dem ebenfalls ein ähnlich aussehender Meteorit ein Hausdach in Koblenz durchschlug.
Die Berichte sprechen von einem etwa faustgroßen Fundstück, dessen genaue Maße bislang nicht offiziell verifiziert sind. Spekulationen, es könne sich um das größte jemals in Texas gefundene Meteoritenfragment handeln, gelten derzeit als unbelegt. In den sozialen Medien wurden unterschiedlichste Fotos des Vorfalls veröffentlicht, bei denen es sich größtenteils um KI-generierte Bilder handelt. Das hier gezeigte Bild scheint mir das realistischste zu sein.
Der Vorfall zeigt, wie häufig kleinere Himmelskörper in die Erdatmosphäre eintreten – und wie selten es ist, dass Fragmente tatsächlich Gebäude treffen. Umso bemerkenswerter ist es, dass sich gleich zwei solche Ereignisse innerhalb kurzer Zeit ereigneten.
Sandsturm am Rand der Wüste Taklamakan in China legte öffentliches Leben lahm
Mitte März wurde der Süden der chinesischen Region Xinjiang von einem gewaltigen Sandsturm erfasst und sorgte besonders in der Oasenstadt Hotan am Rand der Wüste Taklamakan für gefährliche Bedingungen. Die Sicht sank zeitweise auf nahezu null, während die Luft mit Staubpartikeln gesättigt war. Berichte über extrem hohe Feinstaubwerte von mehr als 5000 µg/m³ P10 verdeutlichen nicht nur die Intensität des Ereignisses, sondern weisen auf eine ernste Gesundheitsgefährdung hin. Offizielle Bestätigungen der Messwerte gibt es aber nicht.
Geografisch liegt die Region am Rand der Taklamakan-Wüste, einer der größten Sandwüsten der Erde. Sie ist von mächtigen Gebirgen umgeben: dem Kunlun-Gebirge im Süden und dem Tian-Shan im Norden. Diese Beckenlage begünstigt die Ansammlung großer Mengen lockerer Sedimente, die über Jahrtausende durch Verwitterung entstanden und vom Wind und Flüssen transportiert und abgelagert wurden. Das extrem trockene Klima sorgt dafür, dass kaum Vegetation vorhanden ist, die den Boden stabilisieren könnte.
Der aktuelle Sandsturm wurde vermutlich durch das Zusammenspiel mehrerer meteorologischer Faktoren ausgelöst. Ein Kaltluftausbruch aus nördlichen Breiten traf auf die aufgeheizte Wüstenluft und erzeugte starke Druckunterschiede. Die daraus resultierenden Winde konnten große Mengen Sand und Staub mobilisieren und über weite Strecken transportieren. Solche Prozesse sind typisch für aride Regionen, treten jedoch in dieser Intensität eher selten auf.
Neben natürlichen Ursachen werden auch menschliche Einflüsse diskutiert. In Teilen Xinjiangs hat die Ausweitung von Landwirtschaft mit künstlicher Bewässerung zu einer Veränderung der Bodenverhältnisse geführt. Übernutzung von Wasserressourcen kann zur Austrocknung von Böden beitragen, wodurch diese anfälliger für Erosion werden. Auch die Reduktion natürlicher Vegetation durch Landnutzung verstärkt die Mobilität von Sedimenten.
Dennoch bleibt festzuhalten, dass Sandstürme in dieser Region grundsätzlich ein natürliches Phänomen sind. Menschliche Aktivitäten können ihre Häufigkeit oder Intensität lokal beeinflussen, doch die grundlegenden Voraussetzungen liefert die einzigartige Kombination aus Geografie, Geologie und Klima der Region.
Leuchterscheinung und lauter Knall über Westdeutschland – Meteorit schlägt in Haus ein
Gestern Abend schreckte eine Leuchterscheinung am Himmel – die von einem lauten Knall begleitet wurde – zahlreiche Menschen im Westen Deutschlands auf. Bei Polizei und Feuerwehr gingen Hunderte Anrufe besorgter Bürger ein, die sich das unheimliche Himmelsphänomen nicht erklären konnten und Sorgen weckten, es könnte sich um eine Rakete aus dem Iran handeln. Doch schnell wurde klar, dass es sich um einen Meteor bzw. Boliden gehandelt hat, als ein kosmischer Himmelskörper in die Erdatmosphäre eindrang, einen Überschallknall verursachte und zum größten Teil verglühte. Als ob dieses Himmelschauspiel nicht genug wäre, verglühte der Meteorid nicht vollständig, sondern ein Bruchstück durchschlug das Dach eines Hauses in Koblenz und wurde somit zum Meteoriten. Verletzt wurde bei dem Vorfall aber niemand.
Meteor
Die extrem helle Sternschnuppe über dem westdeutschen Himmel wurde u.a. im Ruhrgebiet gesichtet, wo es zahlreiche Meldungen aus Essen, Duisburg, Dortmund und umliegenden Städten gab. Aus der Flugbahn ergibt sich, dass der Meteorit auch über meine Heimatstadt Oberhausen hinweg zog, doch ich selbst habe ihn leider nicht gesehen. Die Augenzeugen berichten von einer leuchtenden Spur, die rasch über den Himmel zog und teilweise sogar Schatten warf. Viele hielten das Ereignis zunächst für ein Flugzeug, eine Rakete oder einen Absturz – tatsächlich handelte es sich jedoch um eine sogenannte Feuerkugel, also einen besonders hellen Meteor.
Der Begriff Meteor beschreibt das Leuchterscheinungs-Phänomen, das entsteht, wenn ein kleiner kosmischer Körper – der Meteorid genannt wird – mit hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre eindringt und durch Reibung stark erhitzt wird. Übersteht ein Fragment den Flug durch die Atmosphäre und erreicht den Boden, spricht man von einem Meteoriten.
Meteorit
Genau das geschah bei diesem Ereignis. Ein Fragment des ursprünglichen Meteoroiden erreichte den Boden in der Stadt Koblenz. Dort durchschlug ein kieselsteingroßes Stück ein Hausdach im Stadtteil Güls und landete im Schlafzimmer eines Wohnhauses. Das Dach wurde beschädigt, doch glücklicherweise wurde niemand verletzt. Einschläge in Gebäude sind weltweit extrem selten, weshalb der Vorfall für Wissenschaftler besonders interessant ist. Für sie ist der unscheinbare Stein goldwert.
Nach bisherigen Einschätzungen handelte es sich wahrscheinlich um einen kleinen steinigen Meteoroiten – einen sogenannten Chondriten. Solche Körper stammen meist aus dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter und sind Überreste aus der Frühzeit des Sonnensystems. Beim Eintritt in die Atmosphäre zerbrechen sie häufig in mehrere Fragmente, von denen nur wenige den Boden erreichen, was zudem vergleichsweise selten vorkommt.
Helle Leuchterscheinungen treten weltweit regelmäßig auf und werden mehrmals pro Woche beobachtet. Über einem einzelnen Land wie Deutschland treten sie aber deutlich seltener auf und Sichtungen gibt es nur einige Male pro Jahr. Dass dabei tatsächlich Meteoriten den Boden erreichen, kommt noch viel seltener vor. In Deutschland wird nur alle paar Jahre ein ein Meteoritenfall betätigt.
Das aktuelle Ereignis steht nicht mit einem großen Sternschnuppenstrom im Zusammenhang. Größere Meteorströme entstehen, wenn die Erde durch eine Staubspur eines Kometen fliegt und dann viele Sternschnuppen pro Stunde sichtbar werden, was derzeit aber nicht der Fall ist.
Starke Explosion erschütterte Himmel über La Réunion – Meteoroid als Ursache vermutet
La Réunion, die bekannte Vulkaninsel im Indischen Ozean, steht bei Vnet überwiegend aufgrund der Ausbrüche des Vulkans Piton de la Fournaise in den Schlagzeilen, doch was da am Freitagabend geschah, hatte keinen unterirdischen Ursprung, sondern einen überirdischen Gegen 17:53 Uhr Ortszeit registrierte das seismologische Netzwerk des OVPF-IPGP ein ungewöhnliches Signal. Fast zeitgleich berichteten zahlreiche Einwohner von einem lauten Knall, der von einem grellen Licht am Himmel begleitet wurde, das sich offenbar in mehrere Teile zerlegte und rasch verschwand.
Nach Auswertung der Messdaten gehen die Seismologen davon aus, dass es sich um einen explodierenden Boliden handelte, eine besonders helle Leuchterscheinung, die vermutlich durch einen Meteoroiden entstand. Beim Eintritt eines kleinen kosmischen Körpers in die Erdatmosphäre entstehen extreme physikalische Bedingungen: Mit Geschwindigkeiten von mehreren Kilometern pro Sekunde wird die Luft vor dem Objekt stark komprimiert und auf mehrere tausend Grad erhitzt. Das führt zum intensiven Leuchten und häufig zur Fragmentierung des Körpers.
Entscheidend ist jedoch die dabei entstehende Stoßwelle. Ähnlich wie bei einem Überschallflug breitet sich eine Druckwelle in der Atmosphäre aus. Explodiert der Meteoroid in größerer Höhe, verstärkt sich dieser Effekt signifikant. Die resultierende Schallwelle kann den Boden erreichen und dort als detonationsartiger Knall wahrgenommen werden. Genau diese atmosphärische Druckwelle wurde von den empfindlichen Seismometern des OVPF aufgezeichnet und von den Anwohnern gehört.
Auf den Seismogrammen zeigt sich kein typisches Erdbebenmuster, sondern ein impulsartiges, breitbandiges Signal mit nahezu gleichzeitiger Registrierung an mehreren Messstationen. Solche Signaturen sind charakteristisch für von oben eintreffende Schockwellen und unterscheiden sich deutlich von tektonischen oder vulkanischen Beben, die sich im Untergrund ausbreiten.
Das Observatorium stellte klar, dass das Ereignis weder mit dem aktuell anhaltenden Vulkanausbruch des Piton de la Fournaise noch mit einer seismischen Krise zusammenhing. Stattdessen handelt es sich um ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie selbst astronomische Ereignisse ihre Spuren in den Instrumenten der Vulkanüberwachung hinterlassen können.
Ungewöhnlicher Eisvulkan bildete sich im Letchworth State Park – eisige Temperaturen ließen Gebilde um Wasserfontäne wachsen
In den USA kam es durch das Zusammentreffen außergewöhnlich niedriger Temperaturen mit einer historischen Wasserfontäne im Letchworth State Park im Westen des Bundesstaates New York zur Bildung eines 9 Meter hohen „Eisvulkans“. Hierbei handelt es sich um einen steilen Eiskegel, der im Prinzip wie ein umgekehrter Eiszapfen aufgebaut ist und mich persönlich sehr an einen Hornito erinnert: Um den Wasserstrahl der Fontäne bildet sich aus dem gefrierenden Spritzwasser ein Eiskegel. Das spektakuläre Phänomen entwickelte sich aus der Glen-Iris-Fountain, die seit den 1860er Jahren in Betrieb ist und nach dem Prinzip eines artesischen Brunnens funktioniert.
Viele Tage mit konstanten Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt haben das ungewöhnliche Eisbauwerk in den letzten Wochen rapide wachsen lassen. Beobachter berichten, dass Windchill-Werte (gefühlte Temperaturen) teils bis zu −38 °C erreicht wurden, während offizielle Messstationen ähnlich extreme Minusgrade registrierten. Diese Bedingungen gehören zu den heftigsten arktischen Kälteeinbrüchen der vergangenen Jahre in der Region und trugen dazu bei, dass die Eisschichten um den Brunnen sich Schicht für Schicht auftürmten.
Die Glen Iris Fountain ist eine rein durch natürlichen Wasserdruck gespeiste Quelle und arbeitet ohne Pumpensysteme. Das Wasser steht in einem unterirdischen Aquifer unter Druck, der angebohrt wurde. Seitdem steigt das Wasser von selbst an die Oberfläche, wie es für einen artesischen Brunnen typisch ist.
Der Eisvulkan ist kein komplett neues Phänomen, sondern die Eisstruktur wuchs auch schon bei früheren langanhaltenden Frostperioden, doch in diesem Jahr ist sie besonders groß.
Die Ursache für diese ungewöhnlich strengen Wintertemperaturen liegt in großen arktischen Luftmassen, die bis weit in den Osten der USA hineindrängen. Meteorologen führen dies unter anderem auf eine Störung des Polarwirbels zurück, einem riesigen Wirbel kalter Luft über der Arktis, der durch atmosphärische Effekte weiter nach Süden ausgedehnt wurde als üblich. Sehr wahrscheinlich ein Effekt des Klimawandels, wobei ich auch nochmal auf die Hunga-Tonga-Ha’apai-Eruption verweisen möchte, die gerade in den oberen Atmosphärenschichten einen deutlichen Temperaturanstieg bedingte und zur Störung des Polarwirbels beitragen könnte.
Für die kommenden Tage zeigen Wettermodelle eine allmähliche Milderung der Temperaturen, besonders in tieferen Lagen. Während tagsüber langsam wieder Werte um den Gefrierpunkt möglich sind, dürfte die Kälte nächtlich noch anhalten, sodass der Eisaufbau am „Vulkan“ vorerst weitergeht – zumindest bis ein markanter Wärmeeinbruch einsetzt.
Das Phänomen zieht Besucher aus nah und fern an, dient aber auch als eindringliches Beispiel dafür, wie extreme Wetterlagen dramatische und überraschende Spuren in der Natur hinterlassen können.
Eisvulkane gibt es etwas auch am Mount Erebus in der Antarktis. An diesem Vulkan entstehen hornitoähnliche Schornsteine um Fumarolen herum, die den Wasserdampf gefrieren lassen. Mächtige Kryovulkane finden sich auf den Jupitermonden Io und Europa und auf dem Saturnmond Enceladus. Allerdings ist es hier nicht unbedingt Wasser dass gefriert.
Ein Riss im Eis des Eriesees – Spannende Satellitenbild-Animation zeigt Rissbildung
Ein gewaltiger Riss zieht sich durch die Eisdecke des 388 Kilometer langen Lake Erie im Norden der USA. In einer Animation aktueller Satellitenaufnahmen wirkt er wie eine sich öffnende Narbe in einer ansonsten weißen Fläche. Was spektakulär aussieht, ist ein sichtbares Zeichen eines außergewöhnlich strengen Winters an den Großen Seen Nordamerikas – und ein Lehrbeispiel dafür, wie dynamisch Eislandschaften auf riesigen Binnengewässern sein können.
Der Winter 2025/26 brachte wiederholt arktische Kaltluft weit nach Süden. Über Wochen lagen die Temperaturen deutlich unter dem langjährigen Mittel. Besonders der Lake Erie, der flachste der fünf Großen Seen, reagierte darauf schnell: Nahezu seine gesamte Oberfläche fror zu. Starke Winde und abrupte Temperaturwechsel setzten die Eisdecke jedoch unter große Spannung, ähnlich wie wir es aktuell am Mittelatlantischen Rücken auf Island sehen, nur dass dort kein Eis, sondern Gestein zerreißt Das Eis dehnt sich bei Erwärmung aus, zieht sich bei Kälte zusammen – auf einer Fläche von mehreren tausend Quadratkilometern genügt das, um massive Risse entstehen zu lassen, die selbst aus dem All sichtbar sind.
Auch an den übrigen Großen Seen ist der Winter harte Wirklichkeit. Teile von Lake Huron und Lake Michigan zeigen ausgedehnte Eisfelder, während selbst am tiefen Lake Superior große Buchten zufroren. Die starke Vereisung wirkt sich spürbar auf das regionale Wetter aus: Weniger offenes Wasser bedeutet weniger Verdunstung – und damit in manchen Regionen weniger lake-effect-Schnee, während andere Küstenabschnitte durch Windverfrachtung von Eis und Schnee stärker betroffen sind.
Besonders eindrucksvoll zeigt sich die Kälte an den nahen Niagarafällen. Zwar frieren sie nie vollständig zu, doch dicke Eisschichten, gefrorene Gischt und haushohe Eiszapfen lassen die Wasserfälle fast erstarrt wirken – ein Anblick, der nur in besonders kalten Wintern möglich ist.
Mit der ausgedehnten Eisdecke wächst auch die Gefahr eines wenig bekannten Phänomens: sogenannter „Eis-Tsunamis“. Dabei schieben anhaltende starke Winde große Eisplatten an die Ufer, wo sie sich auftürmen und innerhalb kurzer Zeit Straßen, Parks oder Uferbebauung erreichen können. Es handelt sich nicht um Tsunamis im klassischen Sinn, sondern um mechanische Eisbewegungen – dennoch können sie beträchtliche Schäden verursachen.
Deutsche Ostsee im Uferbereich zugefroren
Wer zugefrorene Wasserflächen sehen will, der muss nicht bis in die ferne USA reisen: Deutschland durchlebt eine außergewöhnlich strenge Frostperiode, von der vor allem der Nordosten betroffen ist, weswegen der Uferbereich der Ostsee vielerorts zugefroren ist Die Eisflächen liefern ähnliche Bilder wie von den Großen Seen der USA. Und selbst fließende Gewässer wie die Elbe, die bei Hamburg in die Nordsee mündet, zeigen treibende Eisschollen.