Mann von Bison im Yellowstone attackiert und in die Luft geschleudert – Video geht viral
Der Yellowstone-Nationalpark ist am 10. Juli Schauplatz eines schweren Wildtierunfalls geworden. Ein 65-jähriger Besucher wurde auf dem Campingplatz Bridge Bay von einem Bison angegriffen und schwer verletzt. Augenzeugen zufolge jagte das Tier den Mann mehrmals um eine Baumgruppe herum, bevor es ihn mit Stirn und Hörnern erfasste und mehrere Meter durch die Luft schleuderte. Rettungskräfte des Parks versorgten den Verletzten noch am Unfallort und brachten ihn anschließend in ein nahegelegenes Krankenhaus. Berichten zufolge erlitt er mehrere Knochenbrüche, befand sich aber nicht in Lebensgefahr.
Der Vorfall verdeutlicht die Gefahren, die von Bisons ausgehen können. Die mächtigen Huftiere erreichen ein Gewicht von weit über 900 Kilogramm und können trotz ihres massigen Körperbaus Geschwindigkeiten von mehr als 50 Kilometern pro Stunde erzielen. Fühlen sie sich bedrängt, überrascht oder sehen sie ihren Nachwuchs bedroht, reagieren sie mitunter äußerst aggressiv. Ihre Hörner und ihre enorme Körperkraft machen sie neben Bären zu den gefährlichsten Großsäugern des Parks; tatsächlich verletzen Bisons in Yellowstone mehr Menschen als jedes andere Wildtier.
Dass es immer wieder zu Zwischenfällen kommt, liegt nicht allein am Verhalten der Tiere. Yellowstone zieht jedes Jahr Millionen Besucher an, die den Tieren oft näherkommen, als es die Sicherheitsregeln erlauben. Hinzu kommt, dass sich Wildtiere nicht an Wege oder Campingplätze halten und sich die Grenzen zwischen menschlichen Aufenthaltsbereichen und ihrem natürlichen Lebensraum überschneiden. Viele Besucher unterschätzen zudem die Geschwindigkeit und Unberechenbarkeit der Tiere oder versuchen, Fotos aus zu geringer Distanz aufzunehmen.
Augenzeugen filmten den Vorfall und das Video geht in den sozialen Medien viral. Ein Fehlverhalten des Attackierten kann ich nicht erkennen. Der Bisonbulle war aber äußerst aggressiv und ließ einen Teil seiner Wut vor der Attacke an einem jungen Baum aus. Der Fotograf Mike MacLeod berichtete, dass das Tier sehr aggressiv wirkte und zunächst andere Besucher attackierte, bevor es den 65-jährigen Mann verfolgte.
Die Parkverwaltung mahnt, mindestens 23 Meter Abstand zu Bisons einzuhalten und sich sofort zurückzuziehen, wenn ein Tier Anzeichen von Unruhe zeigt. Der jüngste Angriff erinnert daran, dass Yellowstone zwar ein einzigartiges Naturerlebnis bietet, seine Bewohner jedoch wilde Tiere bleiben, deren Verhalten sich nicht vollständig vorhersagen lässt. Respekt vor den Tieren und die Einhaltung der Sicherheitsregeln sind daher die wirksamsten Mittel, um weitere Unfälle zu verhindern.
Die Yellowstone-Caldera bleibt nicht nur in Hinsicht auf Wildtiere ein Hotspot: im Juni registrierte das seismische Netzwerk 118 schwache Erdbeben. Das stärkste hatte eine Magnitude von 2,4. Im Vormonat wurden nur 45 Erschütterungen registriert. Am 13. Juni manifestierte sich im Biscuit Basin nördlich des Black Diamond Pool eine kleine hydrothermale Explosion. Dabei wurden Gesteinsbrocken einige Meter weit ausgeworfen und heißes, sedimentreiches Wasser in den Firehole River gespült. Insgesamt gibt es laut USGS keine Hinweise auf ungewöhnliche magmatische Unruhe oder einen bevorstehenden Vulkanausbruch.







