Sintflutartige Regenfälle im chinesischen Yongcheng verwandelten Straßen in Flüsse und sorgten für katastrophale Überflutungen
Yongcheng in der zentralchinesischen Provinz Henan wurde in den letzten Tagen von starken Sturzfluten getroffen, durch die sich Straßen binnen kurzer Zeit in reißende Wasserläufe verwandelten. Fahrzeuge blieben im braunen Flutwasser stecken, Menschen kämpften sich mit Motorrollern und E-Bikes oder zu Fuß durch brusttiefe Wassermassen. Die Millionenstadt wurde am Abend des 25. Mai und in der Nacht zum 26. Mai von starken Unwettern getroffen, bei denen innerhalb weniger Stunden mehr als 100 mm Niederschlag fielen. Trotz Unwetterwarnungen wurden viele Menschen von der Naturkatastrophe überrascht.

Die Bilder aus Yongcheng wirken zum Teil dramatisch und zeigen überflutete Kreuzungen, nahezu versunkene Autos und Verkehr, der vollständig zum Erliegen kam. Dass diese Eindrücke nicht übertrieben sind, bestätigen Augenzeugenberichte und zahlreiche Aufnahmen aus sozialen Netzwerken. Vieles deutet darauf hin, dass es sich überwiegend um eine akute lokale Überflutungslage handelte und nicht um ein großflächiges Überflutungsereignis, wie es im Mai anderorts in China auftrat: Wassermassen schossen über versiegelte Flächen, was Entwässerungssysteme kurzzeitig überforderte, ehe sich die Fluten wieder zurückzogen.
Seit Mitte Mai wird ein breiter Gürtel Zentral- und Südchinas von ungewöhnlich intensiven Regenfällen getroffen. Besonders betroffen waren die Provinzen Guizhou, Hunan, Guangxi und Teile von Hubei, wo Überschwemmungen und Erdrutsche Todesopfer forderten und Zehntausende Menschen zeitweise evakuiert werden mussten. In Guangxi stürzte ein Fahrzeug mit Landarbeitern in einen angeschwollenen Fluss; auch in Guizhou und Hunan kamen Menschen infolge der Fluten ums Leben.
Die chinesischen Behörden haben zusätzliche Hilfsgelder bereitgestellt, während Meteorologen vor weiteren Starkregenphasen warnen. Zwar scheint sich die Lage in Teilen Henans bereits zu beruhigen, doch in mehreren südlichen Provinzen bleibt die Gefahr neuer Überschwemmungen bestehen.