Deutschland: Spürbares Erdbeben erschüttert Worms

Erdbeben M 3,4 in Deutschland: Deutlich spürbare Erschütterung trifft Worms und Mannheim

Am Donnerstagnachmittag hat ein deutlich spürbares Erdbeben die Region zwischen Worms, Mannheim und Ludwigshafen erschüttert. Das Beben ereignete sich am 10. September 2026 um 17:27 Uhr MESZ und erreichte nach vorläufigen Daten eine Magnitude von 3,4. Das Hypozentrum lag in 10 Kilometern Tiefe bei 49,600° nördlicher Breite und 8,400° östlicher Länge. Damit befand sich das Epizentrum nur etwa 13 Kilometer nordnordwestlich von Mannheim und 13 Kilometer nord-nordwestlich Kilometer von Worms. Das Epizentrum manifestierte sich zwischen Silbersee und Rhein.

Deutschland © EMSC/Leaflet

Zahlreiche Menschen verspürten das Beben und meldeten ihre Eindrücke beim EMSC. In Worms wurde es als kurzer, aber kräftiger Erdstoß wahrgenommen. Aus Lampertheim wurden drei bis fünf Sekunden starken Rüttelns und ein ungewöhnlich hochfrequentes Geräusch beschrieben. In Frankenthal wackelte nach Angaben eines Beobachters das gesamte Haus. Auch aus Ludwigshafen, Mannheim und Viernheim gingen Meldungen über einen kräftigen Stoß, Vibrationen und klappernde Gegenstände ein. In Mannheim beschrieben Zeugen unter anderem ein tiefes Grummeln und anschließend mehrere Sekunden andauernde Vibrationen. Selbst aus Grünstadt, rund 18 Kilometer westlich des Epizentrums, wurde berichtet, dass das gesamte Haus gewackelt habe. Noch in Wiesbaden und Pforzheim gab es einzelne Wahrnehmungsmeldungen. Schäden wurden in den bisher vorliegenden Berichten nicht gemeldet.

Tektonisch liegt das Beben im Bereich des nördlichen Oberrheingrabens, einer seit dem Tertiär durch Dehnung geprägten Störungszone. Die Erdkruste wurde hier auseinandergezogen und durch zahlreiche Verwerfungen in einzelne Schollen zerlegt. Im nördlichen Abschnitt dominieren unter anderem listrische Abschiebungssysteme; im Untergrund der Rheinebene befinden sich zudem komplexe Störungsstrukturen zwischen dem Wormser und Mannheimer Raum.

Das Beben ist damit ein Ausdruck der weiterhin aktiven tektonischen Spannungen im Oberrheingraben. Vergleichbare, meist deutlich schwächere Erdbeben treten in der Region regelmäßig auf. Beispielsweise registrierte der Landeserdbebendienst erst im August ein schwaches Beben bei Worms und eines bei Mannheim.