Dukono: Das Ende des Vulkantourismus

Suche nach Vermissten am Mount Dukono durch anhaltende vulkanische Aktivität erschwert – Regierung setzt Besteigungsverbot durch

Nach dem katastrophalen Ausbruch des Mount Dukono auf Halmahera, der sich am Freitag, dem 8. Mai, ereignete, dauert die Suche nach drei vermissten Wanderern weiter an. Bei den Betroffenen handelt es sich um jene Personen, die bereits für tot erklärt wurden. Da ihre Leichen bislang jedoch weder gefunden noch geborgen werden konnten, gelten sie offiziell weiterhin als vermisst. Die Rettungsarbeiten werden durch die anhaltende vulkanische Aktivität erheblich erschwert. Sicherheitsbedenken zwingen die Einsatzkräfte immer wieder dazu, ihre Suchmaßnahmen zu unterbrechen und sich aus gefährdeten Bereichen zurückzuziehen. Darüber hinaus ordnete die Bezirksregierung die konsequente Durchsetzung des bereits seit 2024 bestehenden Besteigungsverbots an.

Der Vulkan auf der Insel Halmahera war am Freitagmorgen um 07:41 Uhr Ortszeit ausgebrochen. Nach Angaben des indonesischen Zentrums für Vulkanologie und geologische Gefahrenminderung (PVMBG) erreichte die Eruptionssäule eine Höhe von mehr als zehn Kilometern über dem Krater. Dichte Aschewolken breiteten sich in nördlicher Richtung aus. Zudem wurde der Ausbruch von teils lautem Donnergrollen begleitet. Seismische Messungen registrierten eine maximale Amplitude von 34 Millimetern sowie eine Eruptionsdauer von über 16 Minuten. Darüber hinaus wurden vier Phasen harmonischen Tremors aufgezeichnet, die mit der Eruption einhergingen. Ob diese bereits vor dem Ausbruch eingesetzt hatten, wurde bislang nicht kommuniziert. Sollte dies der Fall gewesen sein, könnte dies künftig eine Möglichkeit bieten, größere Explosionen kurzfristig vorherzusagen.

Zum Zeitpunkt des Ausbruchs befanden sich insgesamt 20 Wanderer und Träger in der Region des Vulkans. Nachdem ein SOS-Signal eines Garmin-Notfallgeräts eingegangen war, wurde umgehend eine großangelegte Rettungsaktion eingeleitet. Einsatzkräfte der Nationalen Such- und Rettungsbehörde (Basarnas), der regionalen Katastrophenschutzbehörde (BPBD), der Polizei sowie örtliche Helfer wurden mobilisiert, um die eingeschlossenen Personen zu erreichen.

15 Menschen konnten lebend aus dem Gefahrengebiet evakuiert werden. Viele von ihnen erlitten lediglich leichte Verletzungen und wurden nach dem Abstieg medizinisch versorgt. Mindestens fünf Personen wurden offiziell als verletzt registriert.

Gleichzeitig bestätigten die Behörden den Tod von drei Wanderern infolge des Ausbruchs. Unter den Opfern befinden sich zwei ausländische Staatsangehörige aus Singapur sowie eine Person aus Indonesien. Weitere Angaben zur Identität der Opfer wurden bislang nur eingeschränkt veröffentlicht.

Am Samstag, dem 9. Mai, wurde die Suchaktion erneut aufgenommen. Laut dem Leiter des SAR-Büros in Ternate stellt die anhaltende vulkanische Aktivität das größte Hindernis dar. Sobald es zu erneuten Eruptionen kommt, müssen sich die Teams aus Sicherheitsgründen zurückziehen. Dies erschwert die Suche erheblich, da jede Unterbrechung wertvolle Zeit kostet.

Die Rettungsmission wurde in vier Such- und Rettungseinheiten unterteilt. Mehr als 100 Einsatzkräfte durchsuchen das Gebiet sowohl am Boden als auch aus der Luft mithilfe von Drohnen. Die Warnstufe des Vulkans wurde bislang nicht angehoben und verbleibt weiterhin auf Stufe 2.

Der Umstand, dass 15 Personen lebend geborgen werden konnten, zeigt, dass nicht alle Menschen, die sich zum Zeitpunkt der Eruption am Kraterrand aufhielten, unmittelbar zu Schaden kamen. Möglicherweise befanden sich weitere Wanderer am Krater, die sich eigenständig evakuierten und nicht registriert wurden. In sozialen Medien kursieren inzwischen Aufnahmen des Ausbruchs, die direkt am Kraterrand entstanden. Den dort befindlichen Personen kam vermutlich zugute, dass sie sich auf der windabgewandten Seite befanden. Die Opfer hielten sich hingegen wahrscheinlich in jener Richtung auf, in die die Aschewolke driftete und teilweise kollabierte wodurch sich möglicherweise kurze pyroklastische Dichteströme bildeten.

Der Vulkanausbruch dauerte rund 16 Minuten und war zwar deutlich stärker als die alltägliche Aktivität des Dukono, erreichte jedoch vermutlich nicht die Größenordnung einer außergewöhnlich starken Eruption. Zur Katastrophe wurde das Ereignis vor allem deshalb, weil sich mehrere Menschen unmittelbar am Kraterrand aufhielten. Offizielle Angaben zum Vulkanexplosivitätsindex (VEI) liegen bislang nicht vor. Einige Katastrophenportale stufen den Ausbruch auf VEI 4 ein. Angesichts der bekannten Daten erscheint mir jedoch eher eine Einordnung im Bereich VEI 2 bis 3 plausibel.

Besteigungsverbot am Dukono soll nun durchgesetzt werden – das Ende des Vulkantourismus auf Halmahera

Besteigungsverbot

Verschärft wurde hingegen die Durchsetzung des bereits bestehenden Besteigungsverbots am Dukono. Seit 2024 gilt eine permanente Sperrzone mit einem Radius von vier Kilometern um den aktiven Krater. In der Praxis wurde diese Regelung aber nicht durchgesetzt und Aufstiege toleriert – nicht zuletzt, weil der Vulkantourismus eine wichtige Einnahmequelle für die strukturschwache Region darstellt.

Nach dem aktuellen Unglück reagierte die Bezirksregierung von Nordhalmahera nun mit einem Dekret, das sämtliche Zugänge zum Dukono sperrt und das Besteigen des Vulkans vollständig untersagt. Verstöße sollen künftig sanktioniert werden, insbesondere bei lokalen Führern und Reiseveranstaltern, die weiterhin Touren auf den Dukono anbieten.

Ob auch Touristen direkt mit Bußgeldern rechnen müssen, bleibt bislang unklar. Angekündigt wurde, dass Behörden eine Blacklist führen wollen, auf der Personen erfasst werden, die trotzdem einen Aufstieg versuchen.

Offen bleibt zudem, ob sich die verschärften Maßnahmen künftig auch auf andere Vulkane der Molukken ausweiten werden. Als möglicher Kandidat gilt der Ibu, der ebenfalls ein beliebtes Ziel von Vulkanbeobachtern ist, bislang jedoch deutlich weniger besucht wird als der Dukono.