Tornado überrascht Hochlandgemeinde in Puebla – Hagel- und Sturmschäden in Cuyoaco
Ein ungewöhnlich starkes Unwetter hat die Gemeinde Cuyoaco im mexikanischen Bundesstaat Puebla getroffen. Am Abend des 8. Mai bildete sich innerhalb weniger Minuten ein Tornado, der von zahlreichen Anwohnern gefilmt wurde und zeitweise nahe der Schnellstraße 129D Amozoc–Virreyes sowie der Verbindung nach Teziutlán sichtbar war. Begleitet wurde das Ereignis von schweren Gewittern und ungewöhnlich großem Hagel.

Nach bisherigen Angaben wurden keine Verletzten oder Todesopfer gemeldet. Trotzdem hinterließ das Wetterextrem moderate Schäden: Mehrere Wohnhäuser verloren Teile ihrer Dächer oder Blechabdeckungen, landwirtschaftliche Flächen wurden durch Hagelschlag beschädigt. Besonders Gemüse- und Feldkulturen in den offenen Agrarflächen rund um Cuyoaco litten unter dem starken Hagel, der teilweise die Größe von Tischtennisbällen erreichten. Einsatzkräfte des Katastrophenschutzes kontrollierten betroffene Ortsteile und überprüften mögliche Gefahrenquellen an Straßen und Gebäuden.
Meteorologisch betrachtet entstand der Tornado im Zusammenhang mit kräftigen Gewitterzellen, die sich durch den Zusammenstoß feucht-warmer Luft aus dem Golf von Mexiko mit kühlerer Höhenluft entwickelten. Die Jahreszeit begünstigt solche Entwicklungen: Im späten Frühjahr treten in Zentralmexiko häufig energiereiche Gewitter auf, oft begleitet von Hagel und starken Fallböen. Ob es sich um einen klassischen Tornado oder eher um einen sogenannten „Landspout“ – eine schwächere, bodennahe Tornadoform – handelte, ist bislang nicht offiziell geklärt. Die begrenzten Schäden sprechen eher für ein schwächeres Ereignis.
Die Region um Cuyoaco gilt nicht als klassisches Tornadogebiet, ist aber keineswegs ungeeignet für die Bildung solcher Phänomene. Die Gemeinde liegt auf rund 2.300 Metern Höhe in einer offenen Hochlandebene östlich von Puebla, eingerahmt von vulkanischen Gebirgszügen und weiten landwirtschaftlichen Flächen. Diese Topografie kann lokale Windscherungen und Temperaturgegensätze verstärken. Zwar treten Tornados hier deutlich seltener auf als im Norden Mexikos oder in den Great Plains der USA, doch starke Gewitter mit kurzlebigen Wirbeln sind in der Region keineswegs unbekannt.