Eruptionsserie am Dukono reißt nicht ab – 104 Explosionen an einem Tag
Der äußerst aktive Vulkan Dukono liegt im Norden der indonesischen Insel Halmahera und befindet sich seit Ende März/Anfang April in einer Phase erhöhter Aktivität. Gestern erzeugte er 104 explosive Eruptionen, bei denen Asche mehrere Hundert Meter hoch aufstieg. Die stärkste Eruption der letzten Stunden manifestierte sich um 7:28 Uhr WIT und generierte eine Aschewolke, die bis zu 1000 m über Kraterhöhe aufstieg und eine VONA-Warnung beim VAAC-Darwin auslöste. Demnach stieg die Aschewolke bis auf FL 080 (8000 Fuß entsprechen ca. 2400 m) und driftete mit einer Geschwindigkeit von 18 km/h nach Nordosten. Unter der Aschewolke kam es zu Tephrafallout.

Die Emission war in Form einer dichten Aschewolke deutlich sichtbar und dauerte zum Zeitpunkt der Meldung des Observatoriums beim VSI weiterhin an, was auf eine fortgesetzte Förderung von Material aus dem Fördersystem hinweist.
Die 104 Eruptionen gestern wurden überwiegend seismisch registriert und erzeugten auf dem Seismogramm Amplituden zwischen 6 und 34 mm und dauerten zwischen 22,5 und knapp 56 Sekunden. Diese Werte deuten auf wiederholte explosionsartige Druckentlastungen im oberflächennahen Magmensystem hin. Zusätzlich wurde ein entferntes tektonisches Erdbeben aufgezeichnet, mit einer Amplitude von 20 mm und einer Dauer von rund 61 Sekunden. Dieses Ereignis steht vermutlich in keinem direkten Zusammenhang mit der Eruption, zeigt aber die generelle tektonische Aktivität der Region.
Die Seismizität wurde von einem anhaltenden vulkanischen Tremor-Signal begleitet, das eine Durchschnittsamplitude von etwa 2 mm hatte und auf anhaltende Fluidbewegungen im Fördersystem hindeutet.
Die Behörden halten Warnungen vor diversen Vulkangefahren aufrecht, ebenso das Annäherungsverbot an den Malupang-Warirang-Krater innerhalb eines Radius von 4 km. Zudem wird der Bevölkerung geraten, jederzeit Schutzmasken bereitzuhalten, da selbst geringere Aschekonzentrationen gesundheitliche Risiken für die Atemwege darstellen können.
Dukono zählt zu den am kontinuierlichsten aktiven Vulkanen Indonesiens. Im Gegensatz zu Vulkanen mit langen Ruhephasen zeigt er seit vielen Jahrzehnten eine nahezu dauerhafte Aktivität. Diese äußert sich vor allem in regelmäßigen Ascheemissionen, die aus dem Hauptkrater aufsteigen und vom Wind über große Entfernungen verfrachtet werden können.