Erdbebenserie bei den Liparischen Inseln

Mehrere Erdbeben treffen die Liparischen Inseln vor Sizilien – stärkstes Beben M 3,8

Eine Erdbebenserie hat die vulkanisch geprägten Liparischen Inseln nördlich von Sizilien getroffen. Die INGV-Shakemap zeigt aktuell 9 Erschütterungen an verschiedenen Lokationen an, wobei die jüngste Serie, bestehend aus 3 Beben, noch nicht angezeigt wird. Das stärkste Erdbeben manifestierte sich westlich von Alicudi und hatte eine Magnitude von 3,8. Die Herdtiefe wird mit 9800 m angegeben. Zwei weitere Erschütterungen hatten die Magnituden 3,0 und 2,8.

Liparischen Inseln. © INGV

Einen weiteren Cluster aus 3 Beben gab es bereits am 26. Mai südwestlich von Filicudi. Er hatte Magnituden zwischen 2,3 und 1,8 bei Herdtiefen von rund 12 Kilometern.

Auf der Shakemap sind auch 3 Erdbeben bei Vulcano eingetragen. Das stärkste mit der Magnitude 2,3 manifestierte sich bereits am 22. Mai 11 Kilometer südwestlich von Vulcano Porto und wies eine Herdtiefe von 15 Kilometern auf. Deutlich flacher lagen die beiden Mikrobeben im direkten Inselumfeld, die wahrscheinlich mit Fluidbewegungen im Zusammenhang standen. Zuletzt waren hier die meisten relevanten geophysikalischen Parameter rückläufig und es sah nach einer weiteren Entspannung der Krise aus, die durch Magmenintrusionen in geringerer Tiefe ausgelöst wurde.

Ebenfalls in direktem Zusammenhang mit dem Vulkanismus der Liparen könnte ein Erdbeben M 1,4 stehen, das sich gestern Abend 6,5 km südlich von Ginostra auf Stromboli zutrug. Die Herdtiefe von knapp 7 Kilometern ist typisch für einen tektonischen Erdstoß infolge von Fluidaufstieg entlang einer Störungszone. Für einen aktiven Vulkan kommen am Stromboli selten Erdbeben vor. Werden welche registriert, deuten sie fast immer auf eine Aktivitätssteigerung des Vulkans hin, so wie es aktuell der Fall ist.

Der seit 2 Tagen fließende Lavastrom aus einem Schlot im Nordsektor des Stromboli-Kraters ist immer noch aktiv, doch seine Wärmesignatur verliert an Intensität, so dass er wahrscheinlich im Laufe des Tages versiegen wird. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird die Pause der effusiven Eruption aber nur kurz währen. Die Explosivität war auch in den letzten 24 Stunden überdurchschnittlich hoch.