Fuerteventura von spürbarem Erdbeben erschüttert

Erdbeben Ml 3,2 erschüttert Fuerteventura – 40 Beben auf Teneriffa innerhalb einer Woche

Auf den Kanarischen Inseln hat sich am Freitagmorgen ein Erdbeben der Magnitude 3,2 ereignet, das von der Bevölkerung auf Fuerteventura deutlich wahrgenommen wurde. Das Beben trat um 05:06 Uhr Ortszeit südwestlich von Pájara auf. Das Instituto Geográfico Nacional (IGN) gibt die Herdtiefe mit fünf Kilometern an. Die maximale Intensität erreichte III auf der Europäischen Makroseismischen Skala (EMS). Medienberichten zufolge wurde das Beben in gut 20 Ortschaften im Süden und Westen der Urlaubsinsel registriert. Schäden wurden nicht gemeldet.



Das Ereignis manifestierte sich unmittelbar nach dem Zeitraum des aktuellen kanarischen Wochenberichts GUAYOTA, der die seismische Aktivität vom 25. September bis zum 2. Oktober um 00:00 Uhr zusammenfasst, weshalb diese Beben erst in den Statistiken der nächsten Woche auftauchen werden.

Für die vergangene Woche registrierte das kanarische seismische Netzwerk insgesamt 52 Erdbeben geringer Magnitude. Das stärkste Ereignis erreichte Magnitude 2,4 und ereignete sich am 26. September im Bereich zwischen Teneriffa und Gran Canaria. Einen Bebenschwerpunkt bildeten erneut Teneriffa und der Vulkan Teide. Dort wurden innerhalb des Wochenzeitraums rund 40 Erdbeben registriert. Die Aktivität blieb damit auf niedrigerem Niveau als in der ersten Jahreshälfte, aber deutlich über dem langjährigen Mittel. Weitere Erdbeben wurden insbesondere auf Gran Canaria, El Hierro und La Palma lokalisiert. Die gesamte während der Woche freigesetzte seismische Energie wird mit 0,02 Gigajoule angegeben.

Auf Teneriffa konzentriert sich die Seismizität weiterhin auf das vulkanische System der Insel. Die kanarischen Behörden weisen darauf hin, dass schwache vulkanisch bedingte Erdbeben im Rahmen der natürlichen Aktivität des Archipels auftreten. Zusätzlich besteht eine moderate tektonische Aktivität. Ein Teil der Erdbeben steht mit aktiven Störungszonen in Zusammenhang, darunter der Bereich zwischen Teneriffa und Gran Canaria.

Auch bei den übrigen Überwachungsparametern zeigen sich derzeit keine deutlichen Veränderungen. In der vergangenen Woche wurden auf keiner der Inseln relevante Bodenverformungen festgestellt. Auffällige diffuse CO₂-Emissionen bestehen dagegen weiterhin. Die vergleichsweise höchsten Werte werden auf Teneriffa gemessen. Dort wird seit 2016 eine Druckzunahme im vulkanisch-hydrothermalen System beobachtet. INVOLCAN bezeichnet diesen Prozess auf kurzen bis mittleren Zeitskalen als normal für vulkanische Systeme.

Die vulkanischen Warnstufen stehen auf Teneriffa, Gran Canaria, El Hierro und Lanzarote weiterhin auf Grün. Auf La Palma gilt dagegen weiterhin Gelb. Mehr als vier Jahre nach dem Ende der Eruption von 2021 sind die geophysikalischen und geochemischen Messwerte dort noch nicht vollständig auf das frühere Niveau zurückgekehrt. Die aktuelle Seismizität bleibt allerdings weit unter jener während des Ausbruchs von 2021.