Griechenland: Erdbeben Mb 4,8 vor Kefalonia

Erdbeben Mb 4,8 vor griechischer Insel Kefalonia löste Nachbebenschwarm aus

Vor der griechischen Insel Kefalonia hat sich am 12. und 13. September 2026 ein Nachbebenschwarm entwickelt, dem am 12. September um 17:51 UTC ein stärkstes Erdbeben vorangegangen war. Nach Angaben des EMSC hatte dieses Beben eine Magnitude von 4,8. Das Hypozentrum lag in 10 Kilometern, gut 23 Kilometer westlich von Argostoli.

Kefalonia. © EMSC/Leaflet

In den folgenden Stunden registrierten die Seismometer zahlreiche weitere Erschütterungen. Darunter waren Beben der Magnituden 2,5 bis 2,8 in unmittelbarer Umgebung des Hauptbebens. Am 13. September folgten unter anderem Beben mit M3,0 um 05:34 UTC sowie ein M2,7 um 04:18 UTC. Die Aktivität konzentriert sich dabei auf einen Bereich westlich und südwestlich von Kefalonia.

Das Hauptbeben wurde auf der gesamten Insel deutlich wahrgenommen. Besonders zahlreiche Meldungen gingen aus Lixouri und Argostoli ein. Bewohner beschrieben kurze, teilweise kräftige Erschütterungen, Möbelbewegungen und ein Schwanken von Gebäuden. In Lixouri berichteten Augenzeugen sogar von einem dumpfen Geräusch unmittelbar vor dem Beben. In Argostoli wurden unter anderem schwankende Möbel und Vibrationen von mehreren Sekunden Dauer beobachtet. Erschütterungen wurden außerdem auf Zakynthos, Lefkada und bis in die Regionen von Agrinio und Patras registriert. Schäden wurden in den bisher vorliegenden Meldungen nicht angegeben.

Die Region gehört zu den aktivsten Erdbebengebieten Griechenlands. Tektonisch betrachtet liegt Kefalonia an der gleichnamigen Transformstörung, einem bedeutenden Blattverschiebungssystem am westlichen Ende der Hellenischen Subduktionszone. Die Störung nimmt die Bewegungen zwischen der Ionischen Platte im Westen und der Ägäis auf. Entlang der Störungszone treten überwiegend dextrale Seitenverschiebungen auf.

Bemerkenswert ist, dass die Region auch in jüngerer Vergangenheit wiederholt Schwarmbebenaktivität zeigte. Besonders gut untersucht ist ein Erdbebenschwarm nördlich von Kefalonia im Februar 2024. Dabei wurden innerhalb von etwa zwei Monaten rund 2495 schwache bis moderate Erdbeben registriert. Studien deuteten unter anderem auf eine mögliche Beteiligung von magmatischen Fluiden im Untergrund hin.

Noch wesentlich stärker war die Erdbebenserie von 2014 mit zwei schweren Beben der Magnituden 6,1 und 6,0. Auch 2015 erschütterte ein M6,4 die benachbarte Region von Lefkada.

Der aktuelle Schwarm ist damit zunächst als tektonische Aktivität an einem ohnehin hochaktiven Störungssystem einzuordnen. Ob sich das Schwarmbeben weiter intensiviert, bleibt abzuwarten.