Hawaii mit Erdbeben M 4,1 am 24.12.23

Ein weiteres spürbares Erdbeben erschütterte Big Island Hawaii

Datum 24.12.2023 | Zeit: 02:27:47 UTC | Lokation: 19.352 ; -155.326 | Tiefe: 28 km | Mb 4,2

Die Serie an moderaten Erdbeben, die in diesem Monat Big Island Hawaii erschütterten, reißt nicht ab, denn heute Nacht (gestern Nachmittag um 16:27 Uhr Ortszeit) ereignete sich ein weiterer Erdstoß, der von den Bewohnern der Insel gespürt werden konnte: Das Beben hatte eine Magnitude von 4,1 und ein Hypozentrum in 28 km Tiefe. Das Epizentrum wurde 12 km südsüdwestlich des Ortes Volcano lokalisiert. Er befindet sich am Haupteingang zum Kilauea-Nationalpark. Ein kleineres Nachbeben der Magnitude 3,4 ereignete sich in derselben Region und Tiefe.

Die Beben zeigten keine Auswirkungen auf die beiden Vulkane Mauna Loa und Kilauea und blieben auch sonst folgenlos. Der Grund für die Beben ist nicht hundertprozentig klar, doch die Geowissenschaftler vom HVO gehen davon aus, dass die Erdstöße mit der Biegung der Lithosphäre durch die Auflast der Inseln im Zusammenhang standen.

In diesem Zusammenhang veröffentlichte das HVO einen Bericht über die Häufung der Erdbeben in diesem Monat und man verglich die Erdbeben verschiedensten Ursprungs mit einer traditionellen hawaiianischen Vorspeisenplatte gemischten Inhalts mit dem Namen Pūpū. Demnach waren die Erdbeben auf eine Vielzahl unterschiedlicher geologischer Prozesse zurückzuführen gewesen.

Zu diesen Prozessen gehörten vulkanische Erdbeben. Sie sind mit der Bewegung von Magma in aktiven Vulkanen und dem Ausbruch aus diesen verbunden. Tektonische Erdbeben sind mit Abrutschen entlang von Verwerfungen innerhalb der Vulkane und entlang des Dekolletés verbunden, das die Vulkane von der darunter liegenden ozeanischen Kruste trennt. Erdmantelbeben gehen mit einer Biegung der Erdkruste und des oberen Erdmantels aufgrund des Gewichts der darüber liegenden Inseln einher.

Das erste und stärkste Erdbeben in der Pūpū-Platte war ein Ereignis der Magnitude 5,1 und ereignete sich am Montag, 4. Dezember 2023, um 17:54 Uhr. HST. Dabei handelte es sich um ein tektonisches Erdbeben im Zusammenhang mit flachen Bewegungen im Palisystem der Südflanke des Vulkans Kīlauea.

In dem Bericht wurde eine Reihe weiterer Beben aufgezählt, die zum Teil auch in den Newsmeldungen bei Vnet erwähnt wurden. Allerdings blieb die vulkanisch bedingte Seismizität des Kilaueas in dem Bericht weitestgehend außen vor. Vielleicht, weil sich die Bebentätigkeit der letzten Tage auf ein moderates Niveau eingependelt hat. Täglich werden ca. 40 schwache Erschütterungen detektiert. Die Bodenhebung nimmt weiter zu, aber nicht mehr so schnell wie wir es in den letzten Monaten gewohnt waren. Das kann zwei Gründe haben: Zum einen kann einfach weniger Schmelze aufsteigen, zum anderen kann der Gegendruck im Magmenkörper so groß sein, dass es der Schmelze immer schwerer fällt aufzusteigen.