Anhaltender Starkregen nebst Überflutungen in Zentraljava – erhöhte Lahar-Gefahr am Merapi und anderen Vulkanen
In den letzten Tagen haben langanhaltend intensive Regenfälle in mehreren Regionen von Zentraljava in Indonesien zu schweren Überschwemmungen geführt, die weitreichende Schäden und Evakuierungen verursachten. Vor allem im Grobogan-Regierungsbezirk stiegen mehrere Flusspegel nach Starkregen in kurzer Zeit stark an, sodass Dämme und Uferbefestigungen brachen und große Gebiete bis zu einen halben Meter unter Wasser standen. In dem Überflutungsgebiet liegen 42 Dörfer. Tausende Familien waren von den Überflutungen betroffen, Straßen und Verkehrswege wurden beschädigt. Mehr als 1 800 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche, auf denen überwiegend Reis angebaut wird, wurden überschwemmt. Zahlreiche Schulen und Häuser wurden beschädigt oder sogar zerstört.

Die National Disaster Mitigation Agency (BNPB) meldete, dass viele Bewohner vorübergehend in öffentlichen Einrichtungen wie Moscheen oder Notunterkünften Schutz suchten, während die örtlichen Behörden Nahrungsmittel, Kleidung und medizinische Versorgung bereitstellten. Nachdem das Wasser inzwischen vielerorts zurückgegangen ist, setzen die Gemeinden den Aufräum- und Wiederaufbauprozess fort, wobei die Gefahr von durch stagnierendes Wasser übertragenen Krankheiten weiterhin besteht.
Diese extremen Niederschläge fallen in die Hauptphase der indonesischen Regenzeit, die zwischen November und April ihren Höhepunkt erreicht und traditionell wiederkehrend zu hydrometeorologischen Katastrophen wie Überschwemmungen und Erdrutschen beiträgt.
Der Starkregen verlagerte sich heute in Richtung Küste, wo aus Yogyakarta überflutete Straßen und geflutete Erdgeschosse gemeldet werden. Betroffen ist auch der aktive Vulkan Merapi, der unmittelbar nördlich von Yogyakarta liegt. Bei ihm handelt es sich mu einen der aktivsten Vulkane Indonesiens. Durch die Regenfälle steigt dort die Lahar-Gefahr deutlich an, denn wenn starke Niederschläge mit frischem vulkanischem Material im oberen Einzugsgebiet des Vulkans zusammentreffen, können schnell Schlammlawinen (Lahare) entstehen, die Talbereiche entlang von Flussläufen gefährden. Diese Schlammströme fließen mit hoher Geschwindigkeit und können Infrastruktur zerstören. Sie gelten als besonders gefährlich für Anwohner an den Flanken des Merapi.
Insgesamt zeigt die Kombination aus starken Regenfällen, gesättigten Böden und der topografischen Lage Zentraljavas, wie stark hydrometeorologische und vulkanische Risiken dort miteinander verknüpft sind.