Island: 115 Erdbeben innerhalb von 2 Tagen

Zahlreiche Beben auf Island und speziell Reykjanes registriert – stärkstes Beben Mb 3,0

Auf Island hat es innerhalb von 48 Stunden 115 Erschütterungen gegeben. Die meisten davon auf der Reykjaneshalbinsel, wo 72 Erschütterungen registriert wurden – nur 2 der Beben trafen das Svartsengigebiet, wo die Bodenhebung mit ca. 1 mm pro Tag weitergeht und nach wie vor ein Vulkanausbruch jederzeit einsetzen könnte. Das stärkste Beben mit einer Magnitude von 3,0 (EMSC) manifestierte sich vor der Südwestspitze von Reykjanes, nahe der kleinen Insel Eldey.

Island. © EMSC/Leaflet

Viele der Erdbeben gab es bei Krysuvik und anderen Spaltensystemen auf Reykjanes. In den letzten Tagen wurde auch vermehrt die Gegend um Selfoss im Süden der Hauptinsel erschüttert. Obwohl die Hekla nicht fern ist, werden diese Beben tektonischen Ursprungs gewesen sein, denn in der Region gibt es markante Störungszonen.

Einige Erschütterungen wurden im Bereich der Askja detektiert, wo die Bodenhebung wahrscheinlich ebenfalls anhält, wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau als zu Beginn der Hebungsphase in 2021. Auch hier könnte es ohne langes Vorspiel zu einer Eruption kommen.

Ein wenig aus dem Fokus geraten ist die Seismizität im Bereich des Grjotarvatn bei Borganes am Rand der Snæfellsnes-Halbinsel Hier ereigneten sich binnen 2 Tagen 13 Erschütterungen. Seit einiger Zeit vermuten Geoforscher, dass hier das Ljósufjöll-Vulkansystem zu neuem Leben erwachen könnte, da hier neben den Erdbeben auch eine leichte Bodenhebung festgestellt wurde.

Weitere Kandidaten potenzieller Eruptionen auf Island sind Grimsvötn und Bardarbunga – beide liegen unter dem Vatnajökull – sowie Katla unter dem Myrdalsjökull und die westlich davon gelegene Hekla. Doch bei keinem der genannten Vulkane sind die Anzeichen eines bevorstehenden Ausbruchs so ausgeprägt wie bei Svartsengi und der Sundhnukur-Kraterreihe, wo man das 10. Ereignis seit 2023 erwartet. Bis zum Herbst war ich mir sicher, dass zeitnah ein Ausbruch erfolgen wird, doch mit der Abnahme der Bodenhebegeschwindigkeit ist diesbezüglich eine gewisse Unsicherheit eingekehrt. Wenn der Druck im Speichersystem zu langsam ansteigt, besteht die Möglichkeit, dass die nötige Schwelle zum Einsetzen einer Eruption nicht erreicht wird.