Island: 13 Erdbeben unter Fagradalsfjall

Magma-Ansammlung unter Svartsengi bei 25 Millionen Kubikmetern – 13 Erdbeben unter Fagradalsfjall auf Island registriert

Obwohl es im Bereich von Svartsengi täglich nur ein bis zwei schwache Erdbeben gibt, die zudem so geringe Magnituden haben, dass sie auf der Shakemap des Icelandic Meteorological Office nicht angezeigt werden, hat die Magmaansammlung im flachen Magmakörper inzwischen die Marke von 25 Millionen Kubikmetern erreicht. Dies ist eine Folge der langsamen, aber stetigen Akkumulation von Schmelze, die aus größerer Tiefe aufsteigt. Seit Beginn der Eruption an der Sundhnúkur-Spalte hat sich noch nie so viel Magma im Untergrund befunden. Umso erstaunlicher ist es, dass der erwartete Ausbruch weiterhin auf sich warten lässt.

Island. © IMO

Nicht weniger bemerkenswert ist, dass am 13. April unter dem Fagradalsfjall genau 13 schwache Erdbeben registriert wurden, die ebenfalls nicht auf den Erdbebenkarten erscheinen. Die Hypozentren wurden in etwa 10 Kilometern Tiefe lokalisiert.

Die Daten zur Seismizität wurden in der jüngsten Gefahrenanalyse des IMO zur Situation bei Svartsengi und Grindavík erwähnt, verbunden mit der Feststellung, dass es in diesem Areal, das von 2021 bis 2023 eruptiv aktiv war, seit Längerem keine derart hohe Anzahl an Erdbeben mehr gegeben hat. Das normale Tagesmaximum liegt bei 3 Beben.

Wir erinnern uns: Unter Svartsengi befindet sich in mehr als acht Kilometern Tiefe eine Magmadomäne, die das flache Reservoir in 4-5 Kilometern Tiefe unter Svartsengi mit Schmelze versorgt. Eine Magmadomäne ist eine großvolumige Ansammlung von Magma, das sich – ähnlich den Poren eines Schwamms – in zahlreichen kleinen Magmataschen im Gestein verteilt, was den Nachweis der Schmelze im Untergrund erschwert. Somit ist es jederzeit möglich, dass sich das Magma einen neuen Weg an die Oberfläche sucht und sich das Eruptionszentrum erneut verlagert.

Bislang betrachten Vulkanologen weiterhin Sundhnúkur als wahrscheinlichsten Ausbruchsort der nächsten Eruption, die nach Einschätzung des IMO theoretisch jederzeit beginnen könnte. Die Vorwarnzeit könnte mit etwa 20 Minuten extrem kurz ausfallen, weshalb dazu aufgerufen wird, das Gebiet um Sundhnúkur zu meiden.