Magmaakkumulation unter Svartsengi auf Island setzt sich langsam fort – 22 Millionen Kubikmeter seit letztem Ausbruch angesammelt
Unter der isländischen Reykjanes-Halbinsel sammelt sich langsam, aber stetig Magma an, was den Boden im Gebiet von Svartsengi weiterhin anhebt. Die Hebungsrate hat sich in den vergangenen Tagen weiter verlangsamt, dennoch steuert man auf einen neuen Rekord zu: Seit dem Ende der letzten Eruption im August 2025 hob sich der Boden um rund 300 mm an, und es akkumulierten sich gut 22 Millionen Kubikmeter Schmelze im Untergrund. Damit liegt man sehr nahe am bisherigen Rekord von 22,6 Millionen Kubikmetern. Bedenkt man, dass bei der Eruption nicht die gesamte zuvor angesammelte Schmelze eruptiert wurde, dürfte der Magmenkörper inzwischen sogar Rekordgröße erreicht haben.

Die Magma-Aufstiegsrate vom tiefen in den flachen Magmakörper hat sich in den letzten Wochen deutlich verlangsamt und liegt nun unter einem Kubikmeter pro Sekunde, genauer bei etwa 0,83 Kubikmetern pro Sekunde. Das ist der niedrigste Zuflusswert seit Beginn der Eruptionen auf Reykjanes im Jahr 2021. Ob dies daran liegt, dass die Magmaansammlung inzwischen so groß ist und zunehmend Widerstand für aufsteigendes Magma bietet, oder ob schlicht weniger Magma verfügbar ist, bleibt Gegenstand von Spekulationen. Klären ließe sich dies erst im Falle einer erneuten Eruption: Wenn sich der Magmenkörper entleert und anschließend neue Schmelze aufsteigt. Bleibt die Aufstiegsrate dann niedrig, wäre das ein Hinweis darauf, dass insgesamt weniger Magma zur Verfügung steht und man davon ausgehen kann, dass die Eruptionsserie bei Sundhnúkur abklingt.
Die Erdbebentätigkeit im Eruptionsgebiet blieb in den vergangenen Tagen gering. Gestern gab es jedoch immerhin zwei Erschütterungen nördlich von Grindavík. Laut Icelandic Meteorological Office gibt es bei Víti, am Nordende einer früheren Intrusion, Schwärme von Mikrobeben, die nicht in den öffentlichen Erdbebenlisten auftauchen. Sie zeugen von wachsenden Spannungen im Untergrund. Die Schwarmbeben der letzten Woche, die sich westlich von Svartsengi manifestierten, übten offenbar keinen Einfluss auf die Aktivität im potenziellen Eruptionsgebiet aus.
Das IMO belässt seine Gefahreneinschätzung in dem gestern veröffentlichten Update unverändert. Als wahrscheinlichstes Szenario gilt weiterhin eine Intrusion oder Eruption bei Sundhnúkur.