Mehrere Ascheeruptionen vom Popocatepetl – Aschewolken in 6400 m Höhe
Der mexikanische Vulkan Popocatepetl eruptierte gestern Vulkanasche, die bis auf eine Höhe von 6400 m aufstieg und in südliche Richtung verfrachtet wurde. Das VAAC Washington löste eine VONA-Warnung für den Flugverkehr aus, die inzwischen jedoch wieder aufgehoben wurde. In der Region unter der Aschewolke kam es zu leichtem Ascheniederschlag. Zudem registrierte MODIS gestern eine moderate Wärmeanomalie mit einer Leistung von 34 MW. Sie deutet darauf hin, dass Magma hoch im Fördersystem steht und zudem glühende Tephra im Krater niedergegangen sein könnte.

Die Vulkanologen von CENAPRED berichten in ihrem neuesten Bulletin von 22 Asche-Dampf-Exhalationen und einer Minute Tremor, was wahrlich kein hoher Wert ist. In den Vortagen war der Tremor ebenfalls schwach und bewegte sich im einstelligen Minutenbereich. Dafür gab es jedoch relativ lange Ausatmungssequenzen mit einer Dauer von mehr als 330 Minuten. Die Angaben zur Dauer dieser Ausatmungssequenzen sind neu, und ich frage mich, ob sie früher möglicherweise in Form von „nicht-harmonischem Tremor“ in die Gesamtzahl des Tremors eingeflossen sind. Die geringen Tremordaten der letzten Wochen weisen ansonsten auf einen signifikanten Aktivitätsrückgang hin.
Dennoch bleibt der Alarmstatus auf „Gelb-Phase 2“, und es gilt ein striktes Besteigungsverbot des Vulkans. Die Sperrzone beträgt 12 Kilometer um den Krater. Wer das Verbot missachtet und erwischt wird, muss mit öffentlicher Bloßstellung in den lokalen Medien rechnen.
Beim 5462 m hohen Popocatepetl handelt es sich um den höchsten sich in Eruption befindenden Vulkan Mittelamerikas, der sich jedoch genau genommen noch auf dem nordamerikanischen Kontinent befindet. Die Plattengrenze zur Karibischen Platte liegt weiter südlich.
Die aktuelle Eruptionsphase am Popocatepetl begann im Dezember 1994. Seitdem ist der Feuerberg nahe der mexikanischen Hauptstadt fast ununterbrochen tätig.