Island: Bodenhebung setzt sich Ende April fort

Anhaltende Bodenhebung bei Svartsengi: Magma sammelt sich weiter – Ausbruch bleibt wahrscheinlich

Unter dem Geothermiegebiet von Svartsengi auf der isländischen Reykjanes-Halbinsel bleibt die Lage weiter angespannt. Neue Messdaten und ein Update von IMO bestätigen, dass sich die Magmaansammlung im Untergrund langsam aber stetig fortsetzt. Nach Einschätzung der Geoforscher und Gefahrenanalysten bleibt eine Magmaintrusion in Richtung der Sundhnúkur-Kraterreihe und ein daraus resultierender Vulkanausbruch das derzeit wahrscheinlichste Szenario.

Svartsengi. © IMO

Seit dem letzten Ausbruch im Juli/August 2025 haben sich modellrechnungen zufolge inzwischen fast 25 Millionen Kubikmeter Magma unter Svartsengi angesammelt. Die Erdoberfläche hebt sich dabei um etwa zwei Zentimeter pro Monat, was als ein deutliches Zeichen für zunehmenden Druck im magmatischen System interpretiert wird.

Eine neue satellitengestützte InSAR-Analyse bestätigt diese Entwicklung. Die jüngsten Auswertungen, die Veränderungen der Erdoberfläche durch den Vergleich mehrerer Aufnahmen sichtbar machen, zeigen eine anhaltende Hebung im Bereich Svartsengi. Andere Teile der Reykjanes-Halbinsel weisen hingegen keine vergleichbaren Deformationen auf. Ein InSAR-Satellitenbild, das die Veränderungen der Bodenhebung zwischen Mitte März und Mitte April dokumentiert, zeigt die fortschreitende Hebung in Form von Farbringen. Diese sind aber bei weitem nicht so prägnant, wie es auf früheren Bildern der Fall war, als Dutzende eng beieinander liegende Farbringe auftraten.

Trotz der wachsenden Magmamengen im Untergrund bleibt die seismische Aktivität weiter auf niedrigem Niveau. Die meisten registrierten Erdbeben haben Magnituden im Bereich der Mikroseismizität, wenngleich in den vergangenen zwei Wochen ein leichter Anstieg der Seismik beobachtet wurde. Die geringe Seismizität muss in diesem Stadium der Bodenhebung aber nicht im Widerspruch zu einem erwarteten Ausbruch stehen, sondern spiegelt wieder, dass der Boden mehrfach gespannt und entspannt wurde und nun nicht mehr empfänglich für Spannungsaufbau und Erdbeben ist, ähnlich wie ein ausgeleiertes Gummiband im Hosenbund.

Weiterhin gilt, dass die Vorwarnzeit einer Eruption sehr kurz ausfallen könnte. Sollte sich eine Intrusion in Richtung der Kraterreihe bewegen, könnte ein Ausbruch mit nur kurzer Vorlaufzeit einsetzen. Prognosen gehen derzeit von einem Zeitfenster von weniger als einer Stunde aus – eine Herausforderung für den Katastrophenschutz.