Island: Schwarmbeben bei Vikur westlich von Grindavik

Schwarmbeben bei Víkur zwischen Grindavík und Reykjanestá auf Island – stärkstes Beben Mb 2,8

Am Abend des 15. Juni manifestierte sich im Westen der isländischen Halbinsel Reykjanes ein Schwarmbeben, das aus etwa 60 Erschütterungen bestand. Das stärkste Beben erreichte eine Magnitude von 2,8 bei einer Herdtiefe von 5,1 Kilometern. Das Epizentrum, das unweit des „Brimketill Lava Rock Pool“ lag, wurde 6,2 Kilometer ostnordöstlich von Reykjanestá mit seinem markanten Leuchtturm lokalisiert. Das bekannte Grindavík liegt etwa 7,5 Kilometer östlich des Epizentrums.

Vikur

Das Beben der Magnitude 2,8 ereignete sich um 18:02 UTC. Es war zwar nicht der Auslöser des Schwarms, jedoch mit Abstand das stärkste Ereignis. Die übrigen Beben lagen überwiegend im Bereich der Mikroseismizität. Da viele Signale nur eine Qualität von rund 50 Prozent aufwiesen, besteht hinsichtlich ihrer Lokalisierung eine gewisse Unsicherheit. Zudem wurden nicht alle Ereignisse in den Darstellungen verschiedener Shakemaps berücksichtigt.

Die meisten Hypozentren lagen in einer Tiefe von etwa 5 Kilometern. Wahrscheinlich waren die Erschütterungen tektonischen Ursprungs. Aufgrund der Nähe zur Magmaansammlung bei Svartsengi könnten die Beben jedoch auch durch Spannungsumlagerungen ausgelöst worden sein, die mit der dort anhaltenden Bodenhebung zusammenhängen.

Die Messdaten der vergangenen Wochen deuten darauf hin, dass sich die Bodenhebung verlangsamt hat, auch wenn sie noch nicht zum Stillstand gekommen ist. Die Vulkanologen des IMO halten eine weitere Eruption dennoch weiterhin für ein wahrscheinliches Szenario.

Im Svartsengi-Gebiet wurden in den vergangenen 48 Stunden fünf Mikrobeben registriert. Im benachbarten Fagradalsfjall-Areal ereigneten sich sechs weitere Beben, ohne dass dort neue Bodenverformungen festgestellt wurden.

In den letzten Stunden wurden zudem neue Erdbeben im Langjökull-System registriert, und zwar genau an jener Stelle westlich des Þórisjökull, an der bereits seit gut drei Wochen eine erhöhte Seismizität beobachtet wird. Innerhalb von 48 Stunden wurden dort 58 Erschütterungen registriert; das stärkste Beben erreichte eine Magnitude von 2,4. Die Ursache der Beben ist wahrscheinlich tektonischer Natur. Dennoch kann derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass die Spannungen entlang der Störungszone mit einer tiefen Magmenakkumulation in Zusammenhang stehen. Bodendeformationen an den GNSS-Messstationen in relativer Nähe zum Erdbebengebiet wurden bislang nicht festgestellt.