Island: Schwarmbeben unter Bardarbunga Mitte März

Bardarbunga von Schwarmbeben erschüttert – 24 Beben innerhalb weniger Stunden

Der vom Vatnajökull bedeckte Gletschervulkan Bardarbunga war heute Nacht Schauplatz eines Erdbebenschwarms, der aus 24 Einzelerschütterungen bestand. Die Bebenserie begann am 13. März um 23:33 UTC und dauerte bis heute Mittag um 12:02 UTC. Die meisten Erschütterungen waren sehr schwach, hatten Magnituden kleiner als 1 und lagen in Tiefen zwischen 10 und 15 Kilometern. Sie deuten auf Fluidbewegungen entlang von Störungszonen hin.

Bardarbunga

Das stärkste Beben ereignete sich um 06:58 UTC und hatte eine Magnitude von 2,7 in nur 0,2 Kilometern Tiefe. Das Epizentrum wurde 8,8 Kilometer östlich von Bardarbunga verortet. Dieses Beben deutet auf Gesteinsbruch nahe dem Meeresspiegelniveau hin und unterscheidet sich so stark von den anderen Beben, dass man sich fragen muss, ob es tatsächlich Teil des Schwarms war.

Die wachhabenden Seismologen vom IMO interpretieren das Beben der Magnitude 2,7 allerdings als Auslöser eines Schwarms, der ihren Angaben zufolge aus 45 Einzelerschütterungen bestand. Viele der Beben werden auf der IMO-Shakemap jedoch nicht wiedergegeben. Zudem werden die schwachen Beben vor dem Hauptbeben dort nicht erwähnt.

Nur 14 Beben unter Reykjanes-Halbinsel

Auch im Norden und Südwesten der Insel gab es wieder einige Erschütterungen, wobei die Seismizität auf Reykjanes gering bleibt: In den vergangenen 48 Stunden wurden nur 14 Beben festgestellt. Keines davon ereignete sich im Bodenhebungsgebiet von Svartsengi. Nachdem es im Februar eine leichte Beschleunigung der Hebegeschwindigkeit gegeben hatte, deuten die aktuellen Messungen im März eher auf eine Stagnation hin.

Vergleichbares sahen wir in der Vergangenheit wenige Tage vor einer Eruption, doch ich bin momentan eher skeptisch, dass es sich diesmal wieder so verhält. Im Herbst letzten Jahres hätte ich meine Hand dafür ins Feuer gelegt, dass wir bis zum Jahresende eine weitere Eruption sehen werden. Im Moment bin ich mir da nicht mehr sicher, obgleich sich seit dem Ende der letzten Eruption eine Rekordmenge von gut 23 Millionen Kubikmetern Magma im flachen Speichersystem angesammelt hat.

Der Druckanstieg erfolgte in den letzten Monaten allerdings so langsam, dass man sich fragen muss, ob die bloße Menge an Schmelze ausreicht, um eine Eruption zu triggern. Die nächsten Wochen werden es zeigen.