Unwetter auf Sizilien: Agrigent von Starkregen überflutet
Ein außergewöhnliches Unwetter hat am Samstag Teile Siziliens heimgesucht und lokale Überflutungen verursacht. Besonders schwer betroffen war Agrigent das an der Südküste der Insel liegt und von steilen Berghängen umgeben ist. Dort fielen innerhalb von nur drei Stunden mehr als 140 Millimeter Regen. Insgesamt wurden innerhalb von 24 Stunden etwa 150 Millimeter Niederschlag registriert. Damit fiel innerhalb kürzester Zeit mehr als das Fünffache der durchschnittlichen September-Niederschlagsmenge, was nicht ohne Folgen bieb: Straßen verwandelten sich in reißende Bäche, Fahrzeuge blieben in überfluteten Bereichen und Unterführungen stecken und die Feuerwehr war pausenlos im Einsatz.
Die Topografie Agrigents kann die Auswirkungen solcher Starkregenereignisse zusätzlich verstärken. Die Stadt liegt auf einem ausgeprägten Höhenrücken mit steilen Hängen. Im Umfeld gibt es zahlreiche kleinere Täler und natürliche Abflussrinnen, über die Niederschlagswasser bei extremen Regenfällen rasch hangabwärts abfließen kann. Untersuchungen zur Geomorphologie beschreiben zudem ein komplexes Zusammenspiel aus Kalk- und Kalkarenitgesteinen sowie weniger durchlässigen tonigen Schichten. Das Gebiet ist seit langem für Erosions- und Hanginstabilitäten bekannt.
Allerdings war Agrigent keineswegs der einzige Ort mit extremen Niederschlägen. In Gela führten die Wassermassen zu großflächigen Überflutungen; auch Palermo und Messina waren betroffen. In Palermo liefen mehrere Unterführungen voll und im Bereich der Monti Peloritani in Messina fielen innerhalb einer Stunde bis zu 55 Millimeter Regen. Eine Station in Zafferia registrierte zeitweise sogar eine Niederschlagsintensität von 442 Millimetern pro Stunde. Auch im Catanese und Ragusano wurden starke Regenfälle gemeldet.
Die Unwetter sind Teil einer größeren Wetterlage über Mittel- und Süditalien. Bereits am Freitag hatte ein heftiges Gewitter Rom getroffen. Dort registrierte die Autorità di Bacino del Tevere 54,7 Millimeter Niederschlag, davon mindestens 48 Millimeter innerhalb von nur 30 Minuten. Besonders im Norden der Hauptstadt kam es zu Überschwemmungen und Verkehrsbehinderungen.
Für Sizilien blieb die Unwettergefahr auch am Sonntag bestehen. Die regionale Zivilschutzbehörde gab eine gelbe Warnung für die gesamte Insel aus.