Heftige Unwetter auf den Kanaren: Erdrutsche und Schlammlawinen schneiden Orte ab
Die Auswirkungen der schweren Atlantik-Borrasca (Sturmtief) „Therese“ haben auf den Kanarischen Inseln eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Besonders betroffen sind die bergigen Regionen von Gran Canaria und La Palma, wo extreme Regenfälle zu Erdrutschen, Straßenunterspülungen und Schlammlawinen geführt haben, die massive Schäden an der Infrastruktur verursacht haben. Dabei kann es zeitverzögert noch Tage nach Abklingen der Niederschläge zu den genannten Phänomenen kommen, weil die Böden mit Wasser gesättigt und instabil geworden sind.
Die extremen Niederschläge dauerten gut 7 Tage an, klingen aber langsam ab. Innerhalb weniger Tage fielen lokal außergewöhnlich hohe Niederschlagsmengen, die in einigen Gebieten das übliche Monats- oder sogar Jahresmittel deutlich überschritten. Medienberichten zufolge sollen es lokal bis zu 700 l/m² Niederschlag gewesen sein. Auf Gran Canaria bestätigten Meteorologen einen Rekordniederschlag von bis zu 400 l/m². Im bergigen Inselinneren kam es zu mehreren Erdrutschen und Straßenunterspülungen, so dass 20 Straßen unpassierbar und gesperrt wurden. Tausende sind von der Umwelt und der Versorgung abgeschnitten. Besonders betroffen ist Culata de Tejeda. Einsatzkräfte meldeten unterspülte Fahrbahnen, weggebrochene Straßenränder und verschüttete Zufahrten. Wanderwege und Pfade wurden stellenweise vollständig ausgelöscht und müssen komplett neu angelegt werden; ein Rückschlag für den Tourismus. Zudem gerieten die Wasserspeicher der Insel an ihre Grenzen: Mehrere Stauseen liefen über, wodurch zusätzliche Wassermassen in die Täler gedrückt wurden. Dies verstärkte die ohnehin kritische Lage in den tiefer gelegenen Gebieten weiter.
Auch auf anderen Inseln wie La Palma und Teneriffa verwandelten sich sonst trockene Barrancos in reißende Ströme, die Geröll, Schlamm und Vegetation mit sich rissen. Hier kam es ebenfalls zu zahlreichen Erdrutschen und Steinschlägen. Straßenverbindungen wurden unterbrochen und einige Orte waren nur noch eingeschränkt erreichbar. Die steilen vulkanischen Hänge der Insel erwiesen sich erneut als besonders anfällig für solche Extremereignisse. Die Geologie der Inseln verschärfte die Situation, da die vulkanischen Böden besonders an Stabilität verlieren, wenn sie völlig durchnässt werden.
Das Sturmtief zieht nun langsam ab und könnte über Nordafrika auf den Mittelmeerraum zusteuern, wo dann ebenfalls erneute Starkregenereignisse drohen. In den letzten Jahren wurden besonders die Mittelmeerküste um Valencia, aber auch die Balearen von mehreren Flutereignissen heimgesucht.