Aktivität am Kanlaon erhöht – 130 Erdbeben innerhalb von 48 Stunden
Am Kanlaon auf den Philippinen ist die eruptive und seismische Aktivität weiterhin erhöht. In den letzten 48 Stunden wurden 130 Erdbebensignale unterschiedlichen Typs registriert. Das VAAC Tokio veröffentlichte acht VONA-Warnungen, laut denen Aschewolken bis auf eine Höhe von 3000 m aufstiegen und nach Südwesten drifteten. Die PHILVOLCS-Vulkanologen berichten seit dem 23. März von 16 Phasen intensiver Ascheexhalationen.

Die Ascheexhalationen dauerten bis zu 426 Minuten an, und der Vulkan befindet sich quasi in einem Stadium permanenten Ascheausstoßes. In mehreren Orten in Windrichtung kam es zu Ascheniederschlag, von dem auf Dauer eine gesundheitliche Gefährdung ausgeht, da insbesondere die Feinstaubbelastung hoch ist. Zum Schutz wird empfohlen, sich in geschlossenen Räumen aufzuhalten und im Freien Staubschutzmasken zu tragen.
Bei den Erdbeben handelt es sich größtenteils um vulkanotektonische Erschütterungen, die vor allem unter der Nordflanke des Kanlaon auftraten. Es wurden zudem 28 Tremorphasen detektiert, die bis zu 258 Minuten andauerten und häufig zusammen mit den Ascheexhalationen auftraten.
Mit dem Anstieg der Seismizität verringerte sich der Schwefeldioxidausstoß von 1851 Tonnen pro Tag (22. März) auf 593 Tonnen am 23. März, um anschließend wieder auf 1232 Tonnen anzusteigen. Möglicherweise kam es am 23. März zu einer Verstopfung des Fördersystems mit anschließender Freisprengung. Die weiterhin erhöhte Seismizität deutet jedoch darauf hin, dass frisches Magma unter dem Vulkan aufsteigt und auch in den kommenden Tagen für erhöhte Aktivität am Kanlaon sorgen könnte.
PHILVOLCS warnt weiterhin davor, die 6-Kilometer-Sperrzone um den Krater zu betreten oder zu überfliegen. Es könnten jederzeit stärkere explosive Eruptionen sowie pyroklastische Ströme auftreten. Der Alarmstatus bleibt auf „2“.
Der Stratovulkan Kanlaon liegt auf der Insel Negros. Mit etwa 2.435 Metern ist er der höchste Vulkan der zentralen Inselgruppe Visayas. Das Gebiet um den Vulkan ist als Nationalpark geschützt und bekannt für seine dichten Wälder und vielfältige Tier- und Pflanzenwelt. Zudem gibt es heiße Quellen.