Kanaren wurden von starken Unwettern heimgesucht

Sturm „Therese“ wütete auf den Kanaren: Überschwemmungen und Erdrutsche verursachten Schäden

Am Wochenende wurden die Kanarischen Inseln vom Sturmtief „Therese“ heimgesucht, das neben extremen Regenfällen und Überschwemmungen starke Winde und hohe Atlantikwellen verursachte. Besonders betroffen waren die Inseln Teneriffa, Gran Canaria, La Palma und Lanzarote. Meteorologen berichten von Niederschlagsmengen, die in manchen Regionen das Vielfache des durchschnittlichen Monatswertes erreichten, sowie von Orkanböen mit Geschwindigkeiten mehr als 110 km/h.

Schon bevor die eigentlichen Unwetter die Inseln trafen, brandeten auf Lanzarote 5 m hohe Riesenwellen gegen die Lavaklippen von Los Hervideros und gefährdeten Touristen, die die Gefahrenlage offenbar unterschätzten. Erst im Januar wurden hier 2 Männer von Wellen erfasst und ins Meer gerissen. Einer der beiden starb.

Lanzarote

Als die Unwetter dann losgingen, fielen innerhalb kurzer Zeit mehr als 50 Liter Niederschlag auf den Quadratmeter. Böden und Kanalisationen konnten die unerwarteten Wassermassen nicht schnell genug aufnehmen bzw. ableiten, so dass es zu starken Überflutungen in mehreren Ortschaften kam, die Straßen in reißende Flüsse verwandelten. In der Folge entstanden Erdrutsche und Steinschläge, die u.a. die Küstenstraße auf Teneriffa unpassierbar machten. Zugänge zu Küstendörfern wie Taganana waren gesperrt. Auf Gran Canaria verursachten Überschwemmungen in Barrancos die Evakuierungen mehrerer Tausend Menschen. Lanzarote meldete überflutete Straßen und beschädigte Küsteninfrastruktur, vor allem in Arrecife. Auch La Palma und El Hierro meldeten Schäden an Straßen und Stromleitungen, teilweise kam es zu Stromausfällen.

Die Ursachen für die Unwetter liegen in einer ungewöhnlich starken Tiefdruckzone über dem Nordatlantik, die feuchte Luft vom Meer auf die Inseln transportierte. Durch die hohe Feuchtigkeit kam es zu extremen Starkregenfällen, während der Wind die Wellen an den Küstenpegeln auf bis zu fünf Meter Höhe trieb. Die Kombination aus Starkregen und starkem Wellengang führte zu Überflutungen, Küstenschäden und Erdrutschen.

Die Topografie der Kanaren verstärkt solche Wetterlagen zusätzlich. Insbesondere die gebirgigen Inseln Teneriffa, La Palma und Gran Canaria besitzen steile Vulkanmassive und enge Barrancos, die als natürliche Wasserableitungen wirken. Bei Starkregen füllen sich diese Täler extrem schnell, wodurch Sturzfluten entstehen können. Die steilen Hänge begünstigen zudem Erdrutsche und Steinschläge, die Straßen blockieren und Häuser gefährden. Auf den flacheren Inseln wie Lanzarote oder Fuerteventura sind die Auswirkungen stärker an der Küste spürbar: Hier führten die hohen Wellen zu Überflutungen von Promenaden, Hafenanlagen und Straßen, während das Inland nur lokal von Starkregen betroffen war.

Die starken Unwetter könnten sich negativ auf die empfindlichen Messinstrumente zur Überwachung von Erdbeben und Vulkanen der Kanaren auswirken. Möglicherweise verhinderten sie die Registrierung zahlreicher schwacher Erdbeben, insbesondere auf Teneriffa, wo es in den letzten Wochen zu Schwarmbeben gekommen war.