Kanarische Inseln: Erdbebenaktivität unter Teneriffa bleibt hoch

Erdbebenaktivität auf den Kanarischen Inseln am 1. Mai – 236 Erdbeben unter Teneriffa

Unter den Kanarischen Inseln im Allgemeinen und Teneriffa mit dem Pico del Teide im Besonderen bleibt die Erdbebenaktivität erhöht. Die Statistiken des IGN zeigen für den Beobachtungszeitraum 24. April 2026 – 1. Mai 2026, dass es unter dem Archipel 266 Mal bebte. Die meisten Erdbeben – 236 an der Zahl – gab es im Bereich von Teneriffa und dem Offshore-Gebiet der Meerenge zu Gran Canaria. Die restlichen 20 Beben verteilten sich überwiegend auf La Palma und El Hierro.

GUAYOTA

Die Daten wurden vom IGN erhoben und im Rahmen der wöchentlich erscheinenden Infografik (GUAYOTA) für die Kanarischen Inseln veröffentlicht. Im genannten Zeitraum wurde eine anhaltend erhöhte Seismizität festgestellt, wobei die Magnituden der einzelnen Beben gering blieben. Das stärkste Erdbeben der gesamten Region (Magnitude 2,4) ereignete sich etwa 60 km nordöstlich von Teneriffa und steht im Zusammenhang mit der regionalen Tektonik.

Das stärkste Beben im Bereich von Teneriffa erreichte eine Magnitude von 2,3 und zählt damit zu den nicht spürbaren Erschütterungen. Die meisten Ereignisse konzentrierten sich auf bekannte vulkanotektonische Strukturen unter dem größten Vulkan des Archipels, dem Teide, und speziell der Caldera Las Cañadas, sowie auf die submarine Zone in Richtung von Gran Canaria, insbesondere entlang der aktiven Störungszone zwischen beiden Inseln. Dort wurde auch der stärkste Erdstoß registriert.

Die Aktivität auf La Palma bleibt weiterhin deutlich unter dem Niveau des Vulkanausbruchs von 2021, zeigt jedoch, dass das System noch nicht vollständig zur Ruhe gekommen ist. Hier gab es 12 Beben, die meisten im Süden der Insel. Die stärkste Magnitude brachte es auf 1,9.

Vulkanische Gefahreneinstufung der Kanaren

Die Vulkanwarnstufen der Inselvulkane bleiben auf „Grün“, mit Ausnahme von La Palma, die weiterhin auf „Gelb“ steht. Grund hierfür sind in erster Linie anomale Gaswerte.
Für Teneriffa bedeutet dies, dass keine Einschränkungen für Bewohner oder Touristen bestehen. Dennoch zeigen geochemische Messungen weiterhin erhöhte CO₂-Emissionen, insbesondere auf Teneriffa. Diese werden mit einem seit 2016 anhaltenden Druckaufbau im vulkanisch-hydrothermalen System in Verbindung gebracht, der als typischer Prozess in aktiven Vulkangebieten gilt.

Der Vulkanismus der Kanarische Inseln wird überwiegend auf einen stationären Hotspot im Erdmantel zurückgeführt. Dabei steigt heißes Material aus tieferen Erdschichten auf und schmilzt die darüberliegende ozeanische Lithosphäre an. Während sich die Afrikanische Platte langsam bewegt, entstehen nacheinander Vulkaninseln, wobei im Osten des Archipels die älteren Insel liegen, im Westen die jüngeren. Zusätzlich spielen tektonische Spannungen entlang von Störungszonen eine Rolle, etwa zwischen Teneriffa und Gran Canaria.

Zu den aktivsten Vulkanen zählt der Teide, Spaniens höchster Berg, der ein komplexes magmatisches System besitzt. Auf La Palma ist der Vulkanrücken Cumbre Vieja besonders aktiv, zuletzt beim Ausbruch 2021. Auch El Hierro zeigte in den letzten Jahrzehnten wiederholte Eruptionen, wovon die letzte im Jahr 2011 submarin ablief. Diese westlichen Inseln gelten insgesamt als die vulkanisch aktivste Zone des Archipels. Auch in Zukunft wird es weitere Eruptionen geben, die nächste wohlmöglich auf Teneriffa.