Karangetang emittiert Asche und zeigt Rotglut

Karangetang mit neuer Ascheeruption und Rotglut auf der Flanke

Auf der indonesischen Insel Siau liegt der Vulkan Karangetang, der mit seinem Doppelgipfel die Inselwelt des Sanghe-Bogens dominiert. Am 1. Oktober 2026 registrierte das VAAC Darwin hier eine neue Ascheemission. Die Eruption wurde um 08:35 UTC beobachtet und erzeugte eine Aschewolke, die bis in etwa 2.700 Meter Höhe aufstieg und mit dem Wind in östliche Richtung driftete. Außerdem zeigen aktuelle Livecambilder Rotglut im oberen Hangbereich des Vulkans. Ob hier Lavaströme fließen oder glühende Schuttlawinen abgehen, wurde von den Vulkanologen noch nicht kommuniziert.



Karangetang

Satellitenaufnahmen des japanischen Wettersatelliten Himawari-9 bestätigten die Aschewolke. Gleichzeitig weisen Beobachtungen des indonesischen Vulkanobservatoriums CVGHM darauf hin, dass weiterhin intermittierende, diskrete Eruptionen auftreten könnten. Damit ist die Aktivität am Karangetang derzeit nicht auf eine einmalige Ascheemission beschränkt.

Auch die Messungen vom Vortag zeigen einen sehr unruhigen Vulkan. Bereits am 30. September wurde eine explosive Eruption beobachtet und 125 Gasemissionsbeben registriert. Hinzu kamen 36 harmonische Tremorphasen und zehn nichtharmonische Tremorphasen. Die harmonischen Signale dauerten teilweise mehr als acht Minuten und weisen auf anhaltende Bewegungen von Magma oder vulkanischen Gasen im Fördersystem hin. Außerdem wurden drei vulkanisch bedingte Tiefenbeben registriert.

Die Seismizität ist seit August deutlich erhöht. Damals kam es bereits zu einem kurzweiligen Lavaüberlauf auf der Flanke.

Visuelle Beobachtungen bestätigen den Aufstieg einer dichten Dampfwolke, die eine Höhe zwischen 500 und 700 Metern über den Gipfel erreicht. Schwache bis starke Explosionsgeräusche und Donnergrollen wurden ebenfalls wahrgenommen.

Der Vulkan steht weiterhin auf der indonesischen Warnstufe II („Waspada“). Das Vulkanobservatorium warnt insbesondere vor Lavaabbrüchen und pyroklastischen Strömen, die von instabilen älteren Lavamassen ausgehen können. Gefährdet sind vor allem die südlichen, südöstlichen, westlichen und südwestlichen Flanken. Für Besucher gilt eine Sperrzone von 1,5 Kilometern um die Krater, die sich sektoral nach Südwesten auf 2,5 Kilometer erweitert.