Kanlaon mit deutlich erhöhter seismischer Aktivität – neue Ascheeruptionen möglich
Heute Nacht ist es am philippinischen Vulkan Kanlaon zu einer deutlichen Steigerung der seismischen Aktivität gekommen. Wie das philippinische Vulkanobservatorium DOST-PHIVOLCS mitteilte, registrierte das seismische Netzwerk am 1. Oktober zwischen Mitternacht und 17 Uhr insgesamt 28 vulkanotektonische Erdbeben (VT). Die Beben hatten Magnituden von ML 0,9 bis 1,8 und manifestierten sich in Tiefen von 0 bis 11 Kilometern unter der Westflanke des Vulkans.

Die Vulkanologen werten die Zunahme der VT-Beben als Hinweis auf verstärkten Gesteinsbruch im Untergrund infolge von Fluidbewegungen. Bei den Fluiden könnte es sich um aufsteigendes Magma oder magmatische Gase handeln, die sich neue Wege durch das Gestein bahnen und dadurch die Erdbeben auslösen.
Seit etwa 12 Uhr wurde zudem eine anhaltende und volumenreiche Entgasungsfahne aus dem Gipfelkrater beobachtet. Die Gaswolke enthält eine große Menge Schwefeldioxid: Bei einer Messkampagne am 30. September wurde ein SO₂-Ausstoß von durchschnittlich 1.819 Tonnen pro Tag festgestellt. Damit lag die Emission über dem Jahresmittel von 1.578 Tonnen pro Tag, das seit Anfang 2026 registriert wurde.
Die Zunahme der VT-Seismizität und die verstärkte Entgasung deuteten darauf hin, dass größere Mengen Fluide bzw. Magma aus der Tiefe aufsteigen und in den Vulkan eindringen. Noch ist unklar, ob sich daraus eine neue Eruption entwickelt. Die Vulkanologen warnen aber ausdrücklich vor der Wahrscheinlichkeit von phreatischen beziehungsweise dampfgetriebenen Eruptionen sowie kurzlebigen schwachen bis moderat explosiven Ausbrüchen am Gipfel.
Dabei könnten pyroklastische Dichteströme, Bomben und Blöcke, Ascheniederschlag und Steinschlag auftreten. Zusätzlich besteht bei starken Regenfällen die Gefahr von Laharen und schlammführenden Sturzfluten in den Entwässerungsrinnen des Vulkans.
Am Kanlaon gilt weiterhin Alarmstufe 2. PHIVOLCS fordert die Bevölkerung auf, die permanente Sperrzone im Radius von 4 Kilometern strikt zu meiden. Bewohner innerhalb von 6 Kilometern um den Krater sollen besonders aufmerksam bleiben und auf eine mögliche Verschärfung der Situation vorbereitet sein. Auch der Flugverkehr soll den Gipfelbereich meiden, da eine plötzliche Ascheeruption eine Gefahr für Flugzeuge darstellen kann.
Der Kanlaon stand dieses Jahr aufgrund fortlaufender Ascheemissionen bereits häufig in den News auf Vnet. In den letzten Wochen verringerte sich allerdings seine Aktivität. Die letzte VONA-Meldung stammt vom 10. September.